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5G-Ausbau: "3"-Chef Trionow wirft Wien Verzögerung vor

Der Ausbau des 5G-Netzes geht schleppend voran.
Der Ausbau des 5G-Netzes geht schleppend voran. ©pixabay.com
Beim Ausbau des 5G-Netzes ist "3" auf die Zustimmung von Grundstücks- und Hauseigentümern angewiesen. In Wien drückt gerade der größte Immobilienbesitzer, die Stadt Wien, auf die Bremse.

Der Ausbau der 5G-Netze in Österreich könnte schon viel weiter sein, wenn sich alle öffentlichen Unternehmen der 5G-Strategie des Bundes unterwerfen würden, sagt Jan Trionow, CEO von Hutchison Drei. Besonders schwierig gestalte sich der Ausbau in Wien. "Ohne Wiener Wohnen und die Stadt Wien kann man in Wien de facto keine Netze bauen", so Trionow am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Für den 5G-Ausbau brauche es einen Kraftakt der Mobilfunkbetreiber und Investitionen in Milliardenhöhe, sagte Trionow. Gleichzeitig gerate "mancher Grundstücks- und Hauseigentümer in Goldgräberstimmung" und verlange für die Errichtung oder den Ausbau von Antennen-Standorten deutlich mehr Miete als bisher. "Das kann man in gewisser Weise natürlich nachvollziehen, ist aber nicht hilfreich, was den Ausbau der Netze betrifft - schon gar nicht hilfreich, wenn die öffentliche Hand so agiert."

Wertminderung durch Mobilfunkantennen

"Einer der großen Meilensteine" bei der Umsetzung der 5G-Strategie sei die Novellierung des Telekomgesetzes im Dezember 2018 gewesen, sagte Trionow. Darin enthalten sei etwa ein Wegerecht für die Installation kleiner Antennen auf öffentlichem Grund. "Kurzfristig ist für den Ausbau der 5G-Netze eher der Ausbau der großen Mobilfunkantennen auf den Dächern und den Masten das Entscheidende" - dafür gebe es Wertminderungsrichtsätze vom Telekomregulator: Anstelle einer Miete soll es demnach eine einmalige Abgeltung für die Wertminderung geben. "Eine typische Wertminderung für eine Mobilfunkstation liegt bei 14.000 Euro." Diese Verordnung gebe es seit Herbst 2019.

Insgesamt sei man also mit der Richtsatzverordnung, einem guten Telekomgesetz und der Frequenzvergabe gut unterwegs - allerdings gebe es in der Praxis dennoch große Probleme, denn der Richtsatz stelle keine Verpflichtung dar, "und wir erleben derzeit eine Situation, dass sich fast alle größeren öffentlichen Organisationen gegen die Anwendbarkeit dieser Richtsatzverordnung stemmen".

Wenige Übereinkommen mit der Stadt Wien

"Diese Problematik stellt sich insbesondere auch in Wien. Wien ist in gewisser Weise einzigartig, weil Wien wie kaum eine andere Stadt eigene Infrastruktur besitzt." So habe Wiener Wohnen 1.800 Gemeindebauten und sei damit der größte Immobilieneigentümer in Europa. "Ohne Wiener Wohnen und die Stadt Wien kann man in Wien de facto keine Netze bauen." Das könnte zwar eine große Chance für den raschen 5G-Ausbau sein, praktisch sei das aber nicht der Fall, sondern "wir diskutieren eine große Anzahl von Problemen mit der Stadt Wien."

Der Diskussionsprozess sei zwar "konstruktiv", aber es gebe bisher wenige Ergebnisse. Man brauche vereinfachte und pragmatische Genehmigungsverfahren und eine Anwendung von normalen gesetzlichen Grenzwerten statt Sonderregelungen - das sei nicht der Fall, "so dass wir heute beim Ausbau von 5G in Wien in Wirklichkeit noch in einem sehr frühen Stadium sind".

Wien weist Vorwürfe von "3"-Chef Trionow zurück

Die Stadt Wien hat am Donnerstag die Vorwürfe von Jan Trionow, CEO von Hutchison Drei, in Sachen 5G-Netz zurückgewiesen. Derzeit diskutiere man eine "große Anzahl von Problemen" mit der Stadt, hatte dieser am Donnerstag berichtet. Wien verzögere den Ausbau. Im Rathaus verwies man auf laufende Gespräche - und stellte eine baldige Einigung in Aussicht.

Wien sei einzigartig, weil kaum eine andere Stadt vergleichbare Infrastruktur besitze, meinte Trionow mit Verweis auf die Wiener Gemeindebauten: "Ohne Wiener Wohnen und die Stadt Wien kann man in Wien de facto keine Netze bauen." Das könne zwar eine große Chance für den raschen Ausbau der Antennenstandorte sein, praktisch sei das aber nicht der Fall, befand der "3"-Chef.

Hanke überrascht

Im Büro von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) zeigte man sich erstaunt. Eine derartige Reaktion und Aufregung sei unangebracht, hieß es gegenüber der APA. Die Stadt und die Industriellenvereinigung hätten sich mit allen Betreibern an einen Tisch gesetzt und ein Vorschlag der Unternehmen liege nun vor.

Die Entscheidung soll innerhalb der nächsten zwei Wochen fallen, zeigte man sich im Stadtratsbüro zuversichtlich. Man habe "alle relevanten Punkte besprochen" und gehe von einer Einigung mit allen Betreibern aus.

Wiener ÖVP ortet Blockade durch die Stadt

Die Wiener ÖVP macht nach der Kritik des Vorstandschefs von Hutchinson Drei, Jan Trionow, an der Stadt Wien die Bürokratie für die Diskussion um den 5G-Ausbau verantwortlich. Wien verzögere zukunftsweisende Infrastruktur, beklagte der nicht amtsführende VP-Stadtrat Markus Wölbitsch in einer Aussendung.

"Das ist natürlich typisch für das rot-grün regierte Wien - dem österreichischen Dschungel an Vorschriften und Bürokratie. Während der Bund mit der Novellierung des Telekomgesetzes 2018 eine gute Grundlage geliefert hat, steht Wien auf der Bremse", konstatierte der ÖVP-Politiker.

"Anstatt den Vorteil der Stadt als große Infrastruktureigentümerin zu nützen, stellt sich dieser als Nachteil heraus." Die "vermeintliche Digitalisierungshauptstadt" blockiere statt forciere, befand Wölbitsch.

(APA/red)

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