57 Hausdurchsuchungen in Wien

Vienna ONline
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Der österreichischen Polizei ist ein bedeutender Schlag gegen die internationale Organisierte Kriminalität gelungen. 29 von 83 Verdächtigen sind in Haft.

Ein Sonderkommando konnte einen riesigen Betrügerring sprengen, der gestohlene und veruntreute Autos quer durch Europa verschoben hat. Von den 83 Verdächtigen wurden bereits 29 festgenommen. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizeiangaben auf 4,2 Mio. Euro.

Auf die Betrüger stieß man eher zufällig. Bei einer Grenzkontrolle im burgenländischen Nickelsdorf hatten sich einige Autoinsassen „sehr verdächtig“ verhalten. Schnell erkannten die Ermittler, dass es sich um Mitglieder einer größeren Organisation handelte, es wurde eine Sonderkommission eingerichtet, die ab Mitte August 2006 bis Mitte Jänner 2007 insgesamt 37 verschiedene Mobiltelefonanschlüsse abhörte. Zusätzlich wurden die Verdächtigen observiert.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich um drei unabhängig von einander operierende Tätergruppen handelte. Die erste Gruppe verschob in Italien gestohlene bzw. veruntreute Autos nach Österreich, die zweite Gruppe beschäftigte sich mit der Finanzierung von teuren Fahrzeugen.

Dabei wurde so ziemlich alles gefälscht, was für den Betrug notwendig war: Reisepässe, Lohnbestätigungen, Pkw-Papiere, selbst die Firma, über die die nicht existierenden Autos verkauft wurden, wurde mit einer gefälschten Identität gegründet. Auf diese Weise ergaunerten die Täter Kredite in Millionenhöhe.

Hausdurchsuchungen

Im Zuge von 64 Hausdurchsuchungen (davon allein 57 in Wien) stießen die Beamten nicht nur auf jede Menge Beweismittel (Computer, Mobiltelefone, Unterlagen, aber auch Schusswaffen, Munition und Falschgeld), sondern auch auf eine dritte Tätergruppe. Diese befasste sich ausschließlich mit Krediterschleichung. Darüber hinaus wurden von den Soko-Ermittlern zwölf in Italien gestohlene Pkw im Wert von rund 600.000 Euro sichergestellt.

Derzeit befinden sich von den 29 Festgenommenen elf in Haft, bei denen es sich laut Polizei größtenteils um die Hauptverdächtigen handelt. Fünf Haftbefehle konnten noch nicht vollzogen werden, gegen einen Haupttatverdächtigen wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen, gegen vier weitere mutmaßliche Betrüger wird ebenfalls gefahndet.

Insgesamt wurden 83 Personen im Alter von 22 bis 63 Jahren angezeigt, 42 davon stammen aus Österreich, 18 aus Serbien sowie 13 aus Italien.

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