500. Todestag von Kaiser Maximilian I.: Zahlreiche Veranstaltungen

In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien startet am 15. März die Sonderausstellung "Kaiser Maximilian I. Ein großer Habsburger" im Prunksaal.
In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien startet am 15. März die Sonderausstellung "Kaiser Maximilian I. Ein großer Habsburger" im Prunksaal. ©Österreichische Nationalbibliothek
Am 12. Jänner jährt sich der Todestag von Kaiser Maximilian I. zum 500. Mal. Heuer wird es aus diesem Anlass zahlreiche Gedenkveranstaltungen in ganz Österreich geben.

Er begründete durch Erbschaften, Kriege und Heiraten das lang andauernde habsburgische Weltreich und gilt als der “letzte Ritter”, unter dessen Regentschaft sich die Welt grundlegend wandelte. Kaiser Maximilian I., geboren 1459 in Wiener Neustadt, starb 1519 in Wels. Sein Todestag jährt sich am 12. Jänner zum 500. Mal und ist heuer Anlass für zahlreiche Gedenkveranstaltungen in ganz Österreich. Vor allem in Tirol, das durch den Kaiser besonders geprägt wurde, wird von einer Lichtshow über Konzerte bis hin zu Ausstellungen viel geboten. Um auch das junge Publikum anzusprechen, wurden eigens Social Media-Kanäle eingerichtet.

“Der letzte Ritter”: Kaiser Maximilians I. Maßnahmen wirken bis heute

“Ist es gerechtfertigt, seiner noch nach einem halben Jahrtausend zu gedenken?”, fragt die Historikerin Sabine Weiss eingangs ihrer neuen Bildbiografie über “Habsburgs faszinierenden Kaiser”, die morgen, Donnerstag, in Innsbruck vorgestellt wird. “Ja, denn Maximilian war eine faszinierende Persönlichkeit: stets voller Ideen und Pläne, mit ritterlichen Idealen, ein arbeitsamer Herrscher, schriftstellerisch tätig, ein Liebhaber der Musik, der Frauen und der Natur, mutig bis zur Waghalsigkeit, aber auch kriegslüstern, ehr- und ruhmsüchtig. Viele seiner Maßnahmen wirkten jahrhundertelang nach, einige bis heute.”

Kaiser Maximilian I.: Frühe Jahre in Wien

So prunkvoll seine Hofhaltung, seine Hinterlassenschaft an Kunst- und Bauwerken, Prunkrüstungen, ja sogar sein leeres, erst Jahrzehnte nach seinem Tod vollendetes Grabmal in Innsbruck war (der Leichnam wurde aus Wiener Neustadt nie überführt), so armselig scheinen die Verhältnisse gewesen zu sein, die der Sohn von Kaiser Friedrich III. in seinen ersten Lebensjahren vorgefunden hatte. Im Ostturm der Wiener Neustädter Burg geboren, übersiedelte er mit seinen Eltern bald nach Wien, wo die kaiserliche Familie jedoch drei Jahre später von unzufriedenen Adeligen lange belagert und beinahe regelrecht ausgehungert wurde. Nicht nur Maximilians Brüder lebten nicht lange, seine Mutter Eleonore von Portugal starb, als er acht Jahre alt war.

Bereits als Vierzehnjähriger betrat Maximilian an der Seite seines Vaters beim Reichstag in Augsburg jene große politische Bühne, die er Zeit seines Lebens nicht mehr verlassen sollte. 1477 heiratete er nach dem Tod Karl des Kühnen dessen Tochter Maria von Burgund und kam dadurch an das reiche burgundische Erbe, das er jedoch sogleich gegen Ansprüche des französischen Königs verteidigen musste. Schon fünf Jahre später starb seine Gattin nach einem Reitunfall. Die Mehrung von Ansehen, Einfluss und Machtsphäre der Habsburger wurde in den Folgejahren nur umso konsequenter weiter betrieben.

1486: Maximilian I. wird König des Heiligen Römischen Reiches

1486 wurde er zum König des Heiligen Römischen Reiches gewählt. 1490 übernahm er die Regierung in Tirol, begann die Innsbrucker Residenz auszubauen und die Rüstungsindustrie anzukurbeln. Nach dem Tod seines Vaters 1493 trat Maximilian dessen Nachfolge als regierender römisch-deutscher König an. Im selben Jahr heiratete er Bianca Maria Sforza, die Nichte des reichsten Fürsten Europas. Durch Verheiratung seiner Kinder und Enkelkinder gewann er außerdem Spanien, Böhmen und Ungarn für die Habsburger und schuf damit die Grundlage eines Weltreiches. Kriegerische Auseinandersetzungen scheute er jedoch keineswegs: 25 Feldzüge soll er geführt haben.

1508 in Trient zum “Erwählten Römischen Kaiser” proklamiert, war ihm die traditionelle Krönung durch den Papst in Rom infolge eines Konfliktes mit Venedig jedoch Zeit seines Lebens verwehrt. “Wer im Leben nicht für sein Gedenken sorgt, der hat nach seinem Tod kein Gedenken und dieser Mensch wird mit dem Glockenton vergessen”, soll das Motto Maximilians gewesen sein. Seine umfangreiche Förderung der Künste half, dieses Motto dauerhaft umzusetzen – noch heute sorgen etwa Gemälde Albrecht Dürers, der vor sechs Jahren in der Albertina umfassend gezeigte gemalte Triumphzug von Albrecht Altdorfer oder die von einem Innsbrucker Schreiber verfasste umfangreiche Erzählbiografie “Weißkunig” dafür, dass Kaiser Maximilian I. nicht in Vergessenheit gerät.

12. Jänner 1519: Maximilian I. starb in Wels

Am 12. Jänner starb er an einem Schlaganfall gegen Ende seines 60. Lebensjahres auf dem Weg von Innsbruck nach Wien in Wels. Nach einer dreitägigen Aufbahrung im Wiener Stephansdom wurde er am 3. Februar 1519 in der Georgskirche von Wiener Neustadt beigesetzt.

Gedankveranstaltungen: Kommunikation über Social Media

Per Facebook und Instagram wird der Kaiser das ganze Jahr über mit all seinen Followern und Freunden kommunizieren. In Posts erzählt Maximilian von seinen Erlebnissen und Vorhaben. Dazugehörige Links leiten auf Seiten mit geschichtlichen Hintergrundinformationen und Fakten weiter. Die “Lightshow Max 500 – Die Zeitreise des Kaisers Maximilian I.” ist bereits seit November und noch bis 20. Jänner in der Innsbrucker Hofburg zu sehen. Drei Seiten des Innenhofs der Hofburg werden dabei in eine überdimensionale Leinwand verwandelt, auf der mit eindrucksvollen Effekten das Leben des Kaisers vermittelt wird.Insgesamt elf Ausstellungen werden 2019 in Tirol Kaiser Maximilian I. gewidmet.

Von Kufstein, über Schwaz und Hall bis Innsbruck und nach Landeck beschäftigen sich zahlreiche Kulturinstitutionen, Burgen und Schlösser mit dem Leben des Herrschers. Im Museum im Zeughaus zeigen die Tiroler Landesmuseen die Ausstellung “Des Kaisers Zeug”, auf der Festung Kufstein wird ab April eine neue Dauerausstellung zum Leben des Kaisers zu sehen sein und die Innsbrucker Hofburg zeigt ab Mai eine Sonderausstellung mit dem Namen “Maximilian I. – Aufbruch in die Neuzeit”.

Tirol: Gedenkveranstaltungen zum 500. Todestag

Am 12. Jänner wird es in der Innsbrucker Hofkirche eine Gedenkmesse zum 500. Todestag des Kaisers geben. Im März folgt eine dreitägige Tagung unter dem Titel “Maximilian I. (1459 – 1519). Person, Brüche und Umbrüche einer Brückenzeit” in der Hofburg und der Alten Universität. Anlässlich des Maximilianjahres 2019 wird in Zirl der bereits bestehende Wanderweg zur Maximiliangrotte in einen Themenwanderweg umgewandelt und im April eröffnet. Und im Mai folgt ein Familienfest im Innsbrucker Zeughaus.

Auch musikalisch wird im “Maximilianjahr 2019” einiges geboten. Die Schüler der Tiroler Musikschulen tauchen in Workshops in die Renaissancemusik ein. Bei einem Konzert am 3. Juli präsentieren sie dann ihre erarbeiteten Werke. Im Rahmen der Festwochen der Alten Musik wird es im August zwei “Festkonzerte für Maximilian” geben. Das Tiroler Landestheater widmet sich in zwei Stücken dem Gedenkjahr. “Der Ritter in der weißen Rüstung”, ein Erzähl-Musiktheater für Kinder, zeigt den jungen Maximilian, einen ironisch-kritischen Blick wirft das Schauspiel “Phantasma X” von Martin Plattern auf die Figur Kaiser Maximilians. Mit einem Abschlussfest am 12. Oktober in der Innsbrucker Altstadt wird das “Maximilianjahr” schließlich beendet.

Wiener Nationalbibliothek: Sonderausstellung am 15. März

In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien startet am 15. März die Sonderausstellung “Kaiser Maximilian I. Ein großer Habsburger” im Prunksaal. Unter den 90 Objekten, die den Herrscher und seine Zeit präsentieren, befinden sich eindrucksvolle Handschriften und Frühdrucke wie das Stundenbuch der Maria von Burgund und der berühmte “Weißkunig”, ein reich illustriertes Werk mit autobiografischen Zügen.

Oberösterreich: Sonderausstellung in Wels

Die Stadt Wels, in deren Burg der Kaiser starb, zeigt dort von 21. März bis 27. Oktober die Sonderausstellung “Kaiser Maximilian I. – Kaiser – Reformer – Mensch. Zum 500. Todesjahr des letzten Ritters”. Sie beleuchtet sein machtpolitisches Streben, seine Reformen und Neuerungen im Reich sowie die Verklärung seiner Person nach seinem Tod. Die Schau legt besonderes Augenmerk auf die Beziehung des Kaisers zu Wels und zu den Polheimern, einem Adelsgeschlecht, dessen Angehörige in enger Verbindung zum Regenten und zur Stadt standen. Inszenierungen zu den Themen Jagd und Fischerei sowie Feste und Turniere ermöglichen einen Eindruck vom Leben am Hof der Kaisers. Als Glücksfall für die Ausstellung erweist sich, dass der Kaiser die neuen Formen der Druckkunst zur publikumswirksamen Darstellung seiner persönlichen aber auch seiner politischen Ziele nutzte. Originale Holzschnitte, Gemälde und literarische Werke werden als Faksimile präsentiert oder als grafische Auf- beziehungsweise Umarbeitung.

In Kooperation mit dem Oberösterreichischen Münzsammlerverein Wels entstanden zwei Gedenkmünzen, die anlässlich des 500. Todestages zu erwerben sind. Außerdem wird es 2019 eine Sonderbriefmarke samt Sonderpoststempel geben. Die Tourismusregion Wels plant zudem zahlreiche weitere Veranstaltungen und Aktivitäten. Beispielsweise begeben sich eigene Sonderstadtführungen auf die Spuren des Kaisers im alten Wels.

Kaiser Maximilian I. geboren und begraben in Wiener Neustadt

Geboren und begraben wurde Maximilian in Wiener Neustadt. Seine letzte Ruhestätte fand er in der St.-Georgs-Kathedrale, wo am Freitag (11. Jänner) der vom Innsbrucker Künstlerduo Martin und Werner Feiersinger neu gestaltete Altar geweiht wird. Der neue Altar soll von allen Bereichen der Kathedrale aus besser sichtbar sein, der monumentale Grabaufbau, den Maria Theresia ihrem Vorfahren errichten ließ, wurde von den Überbauten der 1990er-Jahre befreit und ist nun besser zugänglich. Am 500. Todestag am 12. Jänner wird ein Requiem aufgeführt. Im Zuge der Landesausstellung “Welt in Bewegung!” widmet sich die Theresianische Militärakademie ab 30. März dem Leben und Wirken des Kaisers. Ab dem 11. Mai läuft im Theater im Neukloster das Musical “Maximilian – ein wahrer Ritter” von Florian Scherz. Abgerundet werden die Veranstaltungen mit einem “Kaiserfest” am Gelände der Militärakademie. Auch Spezielles für Kinder wird geboten, die Palette reicht von Vorlesenachmittagen bis zu einem Musiktheater.

500. Todestag: Veranstaltungen in der Welt und im Fernsehen

Auch in den USA findet der 500. Todestag seinen Niederschlag in einer Ausstellung: Das vom Österreicher Max Hollein geleiteten Metropolitan Museum of Art zeigt ab 3. Oktober in der Schau “The Last Knight” vor allem Prunkstücke aus der Hofjagd- und Rüstkammer.

ORF eins wiederholt ab heute, Mittwoch (9. Jänner, 20.15 Uhr) alle drei Teile des Historienfilms “Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe” (2017) von Andreas Prochaska rund um die Hochzeit Maximilians (Jannis Niewöhner) mit Maria von Burgund (Christa Theret). Teil zwei gibt es am 10., Teil drei am 12. Jänner (jeweils um 20.15 Uhr).

(APA/Red)

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