5. Verhandlungswoche zu neuer Verlustphase

Nach einer Woche Verhandlungspause hat Montag früh im Wiener Landesgericht die fünfte Woche des BAWAG-Prozesses begonnen.

Die neun Angeklagten werden am heutigen 17. Verhandlungstag mit der Fortsetzung der Verluste des Investmentbankers Wolfgang Flöttl mit den von der BAWAG überlassenen Geldern konfrontiert, nachdem Flöttl bereits Bankvermögen von rund einer Mrd. Euro verloren hatte. Dabei sollen auch die sogenannten „Uni-Bonds“-Veranlagungen zur Sprache kommen.

Ihre Bezeichnung verdanken die „Uni-Bonds“ dem Umstand, dass die Trägergesellschaften alle Namen US-amerikanischer Universitäten trugen: Columbia, Fordham, Huntington, Madison, Pace, West End und York. Angehängt wurden die Worte „Capital Ltd.“, oder „International Investments Ltd.“ Die BAWAG zeichnete sieben Anleihen zu insgesamt 350 Mio. Euro, das gesamte Kapital floss an die Ross Global Markets Fund Ltd. von Flöttl. Zusätzlich sorgten Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner, sein späterer Nachfolger Johann Zwettler und Ex-BAWAG-Generalsekretär Peter Nakowitz für weitere Mittel von 80 Mio. Euro. Die Mittel wurden im Jahr 2000 von Flöttl wieder teils in hochriskante Zinsswaps investiert.

Im August 2000 kam es zu ersten Verlusten, im Herbst war bis auf einen Rest von 13,6 Mio. Euro das gesamte Kapital verloren. Effiziente Kontrollmechanismen der Bank habe es wieder nicht gegeben, so die Anklageschrift. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

In der heute begonnenen fünften Verhandlungswoche will Richterin Claudia Bandion-Ortner die Untersuchung der von Flöttl verursachten Verluste und deren Vertuschung durch die Verantwortlichen in der BAWAG eigentlich abgeschlossen haben. Nach einer Verhandlungspause sollen dann am 6. September die Zeugeneinvernahmen beginnen. Als erster Zeuge ist der derzeitige BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny geladen. Der Prozess ist bis Mitte November angesetzt.

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