4,6 Millionen Obdachlose in pakistanischem Katastrophengebiet

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Drei Wochen nach Beginn der Überschwemmungen in Pakistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehrere Millionen Menschen ohne Dach über dem Kopf.
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Etwa 4,6 Millionen Menschen seien obdachlos, sagte der Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), Maurizio Giuliano, am Donnerstag in Islamabad. Viele Staaten stockten ihre Nothilfe auf.

Die UNO war bisher von zwei Millionen Obdachlosen unter den 15 bis 20 Millionen von den Überschwemmungen Betroffenen ausgegangen. Die Zahl der Bedürftigen, für die Zelte und Plastikplanen bereitgestellt werden sollen, werde nun mit zwei bis sechs Millionen angesetzt, sagte Giuliano. “Wir sind zuversichtlich, dass die internationale Gemeinschaft nicht tatenlos zusehen wird, während Millionen Flutopfer draußen leben und bei Nahrungs- und Trinkwassermangel ums Überleben kämpfen”, sagte der OCHA-Sprecher.

Die UN-Vollversammlung wollte am Donnerstagabend in New York in einer Sondersitzung über die Beschleunigung der Hilfen beraten. An der Sitzung wollten unter anderen UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenministerin Hillary Clinton teilnehmen. Die Nothilfe lief in Pakistan schleppend an. Krankheiten wie Durchfall, Cholera, Hepatitis und Typhus breiten sich aus.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen kündigte an, es werde angesichts des großen Leids in Pakistan das Dreifache der bisher angeforderten Nothilfe verlangen. Anstelle der errechneten Summe von 47 Millionen Dollar werde UNICEF mindestens 141 Millionen Dollar benötigen, sagte der Regionaldirektor für Südasien, Daniel Toole. 7,4 Millionen Menschen seien schwer von der Katastrophe betroffen. Diese Menschen hätten praktisch alles verloren. “Sie haben kein Essen und Wasser. Sie haben keine Kleidung, sie haben kein Dach, sie sind am stärksten betroffen.”

Die von UNICEF zunächst angeforderten 47 Millionen Dollar gehörten zu den insgesamt 460 Millionen Dollar Nothilfe, welche die UNO vergangene Woche erbeten hatte. Bisher trafen davon 51 Prozent ein. Die Gruppe “The Elders” um den ehemaligen südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan und Ex-US-Präsident Jimmy Carter rief die Staatengemeinschaft auf, schneller zu helfen und ebenso großzügig zu sein wie bei Katastrophen in anderen Ländern.

Der indische Premierminister Manmohan Singh forderte seinen pakistanischen Kollegen Yousuf Raza Gilani in einem Telefonat auf, Hilfsgelder aus Neu Delhi anzunehmen. Indien hatte vergangene Woche fünf Millionen Dollar an Nothilfe angeboten, aber noch keine Antwort erhalten. Die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten sind angespannt.

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