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41-Jähriger soll Stiefkinder missbraucht haben: Prozess in Salzburg

80 Prozent der Fälle von Kindesmissbrauch passieren in der Familie. In Salzburg hat sich heute, Donnerstag, am Landesgericht ein 41-jähriger Mann wegen mehrfachen schweren, sexuellen Missbrauchs an seinen drei minderjährigen Stiefkindern verantworten müssen.

Er soll sich laut Staatsanwaltschaft ab 1998 über mehr als zehn Jahre lang an den drei Buben seiner Lebensgefährtin vergangen haben. Der gebürtige Kärntner aus Villach zeigte sich zum Teil geständig. Ein Urteil wird am Nachmittag erwartet.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe gegenüber dem Untersuchungsrichter noch bestritten. Vor dem neuropsychiatrischen Gerichtssachverständigen Ernst Griebnitz gestand er allerdings eine Teilschuld ein und meinte, “er ist froh, wenn er Hilfe erhält und will sich behandeln lassen”, wie Staatsanwältin Barbara Feichtinger erklärte.

Die mittlerweile 16, 21 und 22 Jahre alten, mutmaßlichen Missbrauchsopfer belasteten ihren Stiefvater bei der kontradiktorischen Einvernahme schwer. Der jüngste Stiefsohn war erst vier Jahre alt, als der Angeklagte 1998 in die Wohnung seiner Lebensgefährtin zog. Dort führte er mit den Kindern dann “teilweise nach -und nebeneinander” einen Oralverkehr durch, sagte die Staatsanwältin. Ab ihrem 14. Lebensjahr habe er sie mit Geld und Sachgeschenken zu den sexuellen Handlungen verleitet. “Den ältesten Buben bedrohte er, er werde seine Beziehung zu ihm herumerzählen und sich auch an seinem jüngsten Bruder vergreifen, falls er sich weigert”.

Pikantes Detail: Der 41-Jährige war 1998 aus der Haft entlassen worden. Er hatte eine 18 Monate lange Freiheitsstrafe wegen Unzucht von Minderjährigen verbüßt. Es handelte sich dabei um die Kinder von der Freundin seiner Lebensgefährtin. Die damalige Verurteilung ist aber bereits getilgt.

Die Staatsanwältin stellte heute einen Antrag auf Einweisung des Beschuldigten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher. “Er sieht den Unrechtsgehalt ein und wird die empfohlenen Therapiemaßnahmen akzeptieren, um von der pädophilen Neigung loszukommen”, erklärte Verteidiger Christian Egger.

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