38-jähriger Wiener bedrohte und verfolgte Ex-Freundin: Verurteilt

Vom Ex-Freund bedrängt, verfolgt und eingeschüchtert: Verurteilt.
Vom Ex-Freund bedrängt, verfolgt und eingeschüchtert: Verurteilt. ©APA
Weil er das Ende seiner Beziehung zu einer 29-Jährigen nicht akzeptierte, wurde am Freitag ein 38-jähriger Wiener am Landesgericht zu teilbedingter Haft verurteilt.

Wegen Stalkings, gefährlicher Drohung und Sachbeschädigung - dazu war der Angeklagte vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Corinna Huber) geständig - wurde der bisher Unbescholtene zu sieben Monaten Haft, davon ein Monat unbedingt verurteilt. Von der Anklage mitumfassten sexuellen Übergriffen, die als Vergewaltigung inkriminiert waren, wurde er im Zweifel freigesprochen. Diese hatte er entschieden in Abrede gestellt: "Ich habe sie nicht angerührt." Er könne "so etwas einer Frau nicht antun, die ich liebe". Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verteidiger erbat Bedenkzeit.

Wiener bedrohte Ex-Freundin nach der Trennung

Fest steht, dass der Elektriker eine Woche, nachdem die 29-Jährige mit ihm Schluss gemacht hatte, sich gewaltsam Zutritt in ihre Wohnung verschaffte, indem er die Terrassentür aufdrückte. Er habe "reden" wollen, erklärte er dem Gericht. Zwei Tage später hebelte er erneut die Terrassentür auf, pflanzte sich vor der Frau auf und versuchte sie von der Wiederaufnahme der Beziehung zu überzeugen. Sie bekam Angst, lief ins Schlafzimmer, und schloss sich dort ein, worauf er die Tür mit roher Kraft aufbrach, dass es den Türstock aus den Angeln hob.

"Ich habe um die Beziehung gekämpft. Ich habe versucht, sie zurückzugewinnen", machte der Angeklagte geltend. In weiterer Folge tauchte er dann regelmäßig im Garten und vor der Wohnung der Frau auf, hinterlegte Liebesbriefe, Schokolade und Blumen. Einmal erschien er an ihrem Arbeitsplatz und versuchte die Büroangestellte zu umarmen und zu küssen. Permanente Anrufe und Chat-Nachrichten erreichten die 29-Jährige, die sich am Ende nicht mehr zu helfen wusste und Anzeige erstattete. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet, bei seiner Beschuldigteneinvernahme sicherte er der zuständigen Staatsanwältin zu, seine Ex-Freundin zukünftig in Ruhe zu lassen.

Ex-Freundin ernaut aufgelauert

Daran hielt er sich aber nicht. Bis Oktober behelligte er die Frau weiter mit telekommunikativen Mitteln. "Mach dich endlich los von mir, lass mich in Ruhe", schrieb sie ihm eines Tages mit Nachdruck, worauf sie folgende Antwort erhielt: "Ich bin weiter verrückt nach dir. Ich bete dich an, mein Leben, meine Liebe. Das wird sich nie ändern". Da die Anklagebehörde auch Kenntnis davon erlangt hatte, dass der 39-Jährige die Betroffene mit dem Umbringen und dem Abtrennen eines Beines bedroht hatte, wurde wegen Gefahr im Verzug ein Haftbefehl erlassen. Der Mann wurde im November in U-Haft genommen.

"Warum haben Sie es weiter gemacht?", wollte die vorsitzende Richterin wissen, warum es so weit kommen musste. Der 39-Jährige legte darauf seine rechte Hand aufs Herz und erwiderte: "Ich bin ein Depp."

(APA/Red)

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