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3096 Tage: Priklopil-Darsteller Thure Lindhardt im Interview

Thure Lindhardt spielt in "3096 Tage" Wolfgang Priklopil.
Thure Lindhardt spielt in "3096 Tage" Wolfgang Priklopil. ©APA-FOTO: CONSTANTIN FILM VERLEIH GMBH/JÜRGEN OLCZYK
"Er denkt wie ein Kind", sagte Priklopil-Darsteller Thure Lindhardt im Vorfeld der Filmpremiere in Wien über Wolfgang Priklopil. Er habe sich trotzdem vorgenommen, die Rolle so zu spielen, dass sie menschlich begreifbar werde, verrät er im Interview.
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Der Däne Thure Lindhardt spielt mit Natascha Kampuschs Peiniger Wolfgang Priklopil im neuen Kinofilm “3096 Tage” eine mehr als schwierige Figur für einen Schauspieler. Vor der Premiere am Montagabend in Wien sprach die APA mit dem charmanten 38-Jährigen über die Sympathien, die er für seine Rolle entwickeln musste und die Parallelen des Entführers und einem Dreijährigen.

Einige deutschsprachige Schauspieler haben die Rolle des Wolfgang Priklopil abgelehnt. Hatten Sie diesen Gedanken auch, als Ihnen das Angebot gemacht wurde?

Thure Lindhardt: Ich habe mir natürlich auch überlegt, ob man diesen Fall überhaupt verfilmen sollte und falls ja, ob ich die Rolle des Wolfgang Priklopil so spielen könnte, dass ich ihn menschlich begreifbar mache. Letztlich habe ich mir dann gesagt, es ist wichtiger, die Figur als Menschen darzustellen, denn als ein Monster, einen Täter, der er natürlich auch war. Er war überhaupt nicht cool, sondern extrem spießig. Aber er ist eine der interessantesten Rollen, die ich je gespielt habe.

Sie sagen die “Figur” menschlich machen. Ist es schwierig, eine Rolle als solches zu sehen, wenn dahinter ein reales Vorbild wie Priklopil steht?

Lindhardt: Es ist natürlich eine Figur – ich habe ein Drehbuch gelesen, in dem ein Charakter beschrieben ist, den ich als Schauspieler darstellen kann. Es ist kein Dokumentarfilm. Und meinen Charakter als Figur zu sehen, macht es leichter, etwas Distanz zu behalten. Zugleich habe ich drei Monate davor hart gearbeitet und versucht herauszufinden, wie er sich gegeben, wie er sich verhalten hat.

Was ist aus Ihrer Perspektive die Motivation der Figur Priklopil?

Lindhardt: Er ist ein Narzisst, der selbst in einem Gefängnis lebt. Er versucht, ein junges Mädchen in dieses Gefängnis zu zwingen, um sie dort für sich zu erziehen, sich eine eigene Prinzessin zu schaffen. Er denkt wie ein dreijähriges Kind, das seinen Willen durchsetzen will: ‘Wenn Du machst, was ich sage, ist alles gut. Aber wenn Du es nicht tust, bin ich sehr enttäuscht.’

Wie ist heute das Verhältnis zu Ihrer Figur nach dem Ende der Dreharbeiten? Man nimmt ja immer einen Teil mit…

Lindhardt: Als Schauspieler habe ich auch Sympathie für ihn empfunden – das ist mein Job. Er ist ein Mensch und ich muss mich ihm so nähern. Der Zuschauer kann urteilen über ihn, ich nicht. Zugleich habe ich manchmal fast mit ihm gestritten und mich zu ihm fast so verhalten, als wäre er eine Person, mit der man reden kann. Das war sehr merkwürdig – Priklopil wurde fast real in meinem Leben. Insofern war das Ende des Drehs echt eine Befreiung.

Die Gewalt wird im Film beinahe nüchtern gezeigt, fast distanziert. Dabei gibt es lange Sequenzen, etwa wenn Sie als Priklopil die junge Natascha beim Haarewaschen demütigen. War es schwer für Sie, die Szenen zu spielen?

Lindhardt: Das war furchtbar. Ich habe noch nächtelang davon geträumt. Natürlich ist Amelia Pidgeon (die junge Kampusch-Darstellerin, Anm.) eine Schauspielerin, und dennoch: Ich habe meine eigenen Grenzen kennengelernt. (APA)

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