3 und raus! - Kritik zum Film

In der britischen Tragikomödie "3 und raus" wird dringend ein Lebensmüder gesucht, denn ein U-Bahnfahrer will mit dessen Hilfe sein eigenes Leben in eine neue Richtung lenken. Trotz des schwarzhumorigen Themas entpuppt sich die Handlung als gefühlsbetont und fesselnd. Im durchwegs unterhaltsamen Film von Regisseur Jonathan Gershfield spielen Liebe und Tod genauso eine wichtige Rolle wie Beziehungen und Vertrauen. Ab Donnerstag im Kino. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Der Londoner U-Bahnfahrer Paul Callow (Mackenzie Crock) erlebt den Alptraum jeden Zugführers: Er überfährt einen Menschen. Ein tragischer Unfall, denn ein Mann wurde von seinem Hund auf die Gleise gezogen. Paul wird für eine Woche beurlaubt. Doch ein Unglück kommt selten allein: Kurz nachdem Paul wieder seine Arbeit aufgenommen hat, erleidet ein Mann einen Herzanfall und fällt vom Bahnsteig vor seine U-Bahn. Kollegen erzählen ihm dann von der “goldenen Regel”: Wer drei Menschen in einem Monat überfahrt, ist raus und wird frühpensioniert – mit zehn Jahresgehältern als Abfindung.

3 und raus! – Die Story zum Film

Dieses Angebot ist für Paul verlockend. Er macht sich auf die Suche nach einem freiwilligen Opfer, das bereit ist, sich nach seiner zweiten einwöchigen Auszeit vor den Zug zu werfen. Auf einer Londoner Brücke wird er fündig. Der verwahrloste Tommy Cassidy (Colm Meaney) will sich in den Tod stürzen und wird von Paul daran gehindert. Die beiden beschließen einen makaberen Deal: Tommy erhält 1.500 Pfund und soll sich dafür am Montag nach Pauls Auszeit vor dessen U-Bahngarnitur werfen.

Paul will seine “Wertanlage” nicht mehr aus den Augen lassen – daher begibt sich das ungleiche Duo nach Liverpool zu Tommys Frau (Imelda Staunton) und seiner Tochter (Gemma Arterton), die er vor Jahren verlassen hat. Mit komödiantischen Szenen entwickelt sich aus einer reinen Farce – wie vorhersehbar – eine Freundschaft zwischen Paul und Tommy, sind sie einander doch ähnlicher als angenommen. Beide sind auf der Flucht: Cassidy will raus aus seinem Leben und Callow raus aus London, er möchte sich als Schriftsteller in Schottland niederlassen. Der Deal der beiden scheint zu platzen.

Der Film lebt von den schauspielerischen Leistungen seiner Darsteller, es ist offensichtlich, dass die Chemie zwischen Meaney und Crook stimmt. Auch wenn die Handlung – wie die Idee der Regel “Three and Out” – teils unrealistisch ist, bleibt der Film zumeist charmant und humorvoll, auch wenn er teils recht langatmig daherkommt. Partiell wirkt er auch zu übersättigt, so wird etwa der “Kannibale von Rotenburg” unnötigerweise reinreklamiert. Der Streifen, der bereits 2008 in Großbritannien anlief, gewann zwar einige Preise auf Festivals – an den britischen Kinokassen floppte er jedoch völlig.

(APA)

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