3. November ist 1. Wiener Alzheimertag

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Knapp 100.000 Österreicher leiden derzeit an Demenz. Davon haben 60 bis 70 Prozent Alzheimer, die häufigste Form dieser Gehirnkrankheit.

Da die Menschen immer älter werden, rechnen Experten mit einem ständigen Anstieg. 2050 soll es demnach 250.000 Betroffene geben. „Das 80. Lebensjahr ist ein Risikoalter – jeder Vierte der 85-jährigen leidet an geistigem Verfall“, meinte Dr. Marion Kalousek, Präsidentin der österreichischen Alzheimer Liga, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Am 3. November vor genau 100 Jahren wurde die Krankheit erstmals von Alois Alzheimer beschrieben, anlässlich dieses Datums findet Morgen der 1. Wiener Alzheimertag im Rathaus statt. Dort wird auch die CD-ROM „Ratgeber Demenz“ präsentiert und verteilt, die Betroffene und Pfleger unterstützen und informieren soll.

70 bis 80 Prozent der Alzheimerkranken werden zu Hause betreut, vornehmlich von ihren Angehörigen. Diese müssen sowohl mit psychischen und emotionalen aber auch körperlichen und finanziellen Belastungen umgehen. Soziale Isolation und das Problem der Zeiteinteilung kommen oft erschwerend hinzu. „Das Pflegegeld reicht eigentlich nie aus“, sagte Antonia Croy, Präsidentin des Vereins „Alzheimer Angehörige Austria“ (AAA).

Auch die 25 Prozent der schwer dementen Patienten werden oftmals noch daheim betreut. “80 Prozent der Pflegenden sind Frauen“, berichtete Croy. Die Mehrzahl sei selbst im fortgeschrittenen Alter. „Viele pflegende Verwandte überfordern sich bis zum Burn-out“, ergänzte Gerald Gatterer, Leitender Psychologe im Geriatriezentrum am Wienerwald. Croy empfahl Menschen, die sich um Demenzkranke kümmern, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Mit Unterstützung könne ermöglicht werden, dass die Erkrankten länger daheim in der gewohnten Umgebung bleiben, was wesentlich zur Lebensqualität beitrage und Einsparungen für das Sozialsystem bedeute.

Chronische Vergesslichkeit kann, muss aber nicht Alzheimer sein. 50 Prozent bleiben auf einer gewissen Stufe der Zerstreutheit stehen, bei der anderen Hälfte entwickelt sich eine Demenz, erklärte Kalousek. Um den Krankheitsverlauf zu bremsen, sei eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig. Durch Medikamente könne man das Fortschreiten der Erkrankung um ein halbes bis zu einem Jahr bremsen. Dies trägt vor allem zur Erhaltung der Lebensqualität bei, so Kalousek. Daher forderte die Ärztin, dass Demenz-Früherkennung zu einem fixen Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung werde.

Die Forschung wurde erst in den vergangenen 15 bis 20 Jahren intensiv aktiv. Neueste Erkenntnisse, wie etwa das Wissen über die Erneuerungskapazität des Gehirns, sind erst seit kurzem bekannt geworden. „Wir erwarten weitere Verbesserungen im medikamentösen Bereich“, zeigte sich Kalousek optimistisch. An einer Impfung gegen Alzheimer werde gearbeitet. Die Chancen stehen laut der Expertin gut, dass man sich in einigen Jahren gegen Demenz impfen lassen könne. Auch die Genetikforschung sei stark dahinter, eine Lösung zu finden.
Bis dahin soll der chronische Krankheitsverlauf so gut es geht hinausgezögert werden. Die neue CD-ROM gibt dabei Hilfestellung. Mit seniorengerechter Aufbereitung, großer Schrift und selbsterklärenden logischen Aufbau bietet der Gratis-Ratgeber umfassende, verständliche und nützliche Informationen. Neben einem Informationsblock enthält die CD-ROM einen speziellen Aktivierungsteil mit den stadiengerecht aufbereiteten Therapieprogrammen: „Musik“, „Gedächtnistraining“ und „Erinnerungen“.

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