28-Jähriger attackierte Diplomaten mit Messer: Prozess in Wien vertagt

Der Prozess gegen den 28-Jährigen wurde vertagt.
Der Prozess gegen den 28-Jährigen wurde vertagt. ©APA (Sujet)
Ein 28-Jähriger musste sich am Mittwoch wegen eines Messerangriffs auf einen Diplomaten in der Wiener Innenstadt vor Gericht verantworten. Weil das Opfer der Zeugenladung nicht nachkam, wurde der Prozess vertagt.

Am Landesgericht für Strafsachen hat am Mittwoch ein Prozess um einen Messerangriff auf einen Mitarbeiter der Botschaft von Qatar in Wien stattgefunden. Der Diplomat war am 8. Juli 2021 im Gastgarten eines in der Innenstadt gelegenen Nobelhotels attackiert worden. Er konnte den Angreifer abwehren, die Verletzungen hielten sich im Rahmen. Nach der Festnahme des Täters stellte sich heraus, dass dieser an einer paranoiden Schizophrenie leidet.

Prozess nach Messerangriff auf in Wiener stationierten Diplomaten

Gerichtspsychiater Peter Hofmann stufte den 28-Jährigen als zurechnungsunfähig ein, weshalb sich dieser nun nicht wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung zu verantworten hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte vielmehr die Unterbringung des Manns in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

Der Mann war zunächst an den Tisch des ihm völlig unbekannten Opfers getreten. Mit den Worten "I will finish all now" zückte er ein Stanley-Messer, worauf der Diplomat einen Security-Mitarbeiter zu Hilfe rief. Der 28-Jährige entfernte sich, der Botschaftsmitarbeiter wollte ihn an der Flucht hindern, worauf der Bewaffnete auf ihn losging. Der Attackierte konnte die Messerstiche abwehren, der Sicherheitsdienst war rasch zur Stelle und überwältigte den 28-Jährigen.

Opfer erschien nicht: Prozess wurde vertagt

Vor Gericht machte dieser nun einen sehr verwirrten Eindruck. "Ich war sehr deprimiert", gab er zu Protokoll. Er habe die Sache mit dem Messer "als letztes Mittel, um Aufsehen zu erregen" gesehen. "Ich wollte jemandem Angst machen. Ich wollte aber niemanden abstechen. Es tut mir leid, ich bereue das sehr", sagte er.

Der Diplomat kam seiner Zeugenladung nicht nach. Die Verhandlung wurde daher auf 10. Jänner vertagt.

(APA/Red)

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