24 Sangeskünstler im Wettstreit

24 Länder stehen an diesem Samstag im Finale des Eurovision Song Contests. Ein Fernseh-Ereignis! Für Sie aufgelistet: Das Teilnehmerfeld in der Startreihenfolge.

1. BOSNIEN-HERZEGOWINA, Marija Sestic: „Rijeka bez imena“. Bereits mit sechs Jahren startete Maria (Künstlername) ihre Musikkarriere und heimste seitdem etliche Preise ein. Voller Gefühl singt sie von der Liebe und dem Schmerz. Chancen: Schöne Ballade, aber der erste Beitrag hat es meist schwer.

2. SPANIEN, D’Nash: „I Love You Mi Vida“. Mit D’Nash wagt sich Spaniens erste Boyband zum Grand Prix – etliche Stimmen von Mädchen und Schwulen-Fan-Clubs dürften den schmucken Jungs sicher sein. Chancen: Fetzige Boygroup meets spanische Gitarre – dürfte fürs Mittelfeld gut sein.

3. WEISSRUSSLAND (HF), Koldun:©„Work Your Magic“. Der junge Sänger ist ein Vollprofi: Er musizierte beim staatlichen Orchester Weißrusslands, und im vergangenen Jahr gewann er die russische Version von „Starmania“. Chancen: Sein Pop-Song hat Ohrwurmqualitäten, lässt aber das Besondere vermissen.

4. IRLAND, Dervish: „They Can’t Stop The Spring“. In ihrer Heimat wird die Gruppe um Sängerin Cathy Jordan für ihre irischen Volksweisen geschätzt. Und das liefern sie auch auf der Bühne Europas: Feenhafter Gesang mischt sich mit Flötenklängen und Akkordeon. Chancen: Vielleicht ein bisschen viel Folklore für Europa.

5. FINNLAND, Hanna Pakarinen: „Leave Me Alone“. Bereits als Jugendliche machte Hanna Pakarinen Rockmusik; doch ihr Geld verdiente sie als Gabelstaplerfahrerin. 2004 kam der Durchbruch: Sie gewann die finnische Variante von „Starmania“. Chancen: Ihr guter Rocksong könnte in die Top 5 kommen.

6. MAZEDONIEN (HF), Karolina: „Mojot Svet“. Die Mittzwanzigerin ist im ehemaligen Jugoslawien ein©Superstar und hat Grand-Prix-Erfahrung: Im Jahr 2002 war sie beim©Finale in Tallinn schon für Mazedonien dabei. Chancen: Der Balkan-Popsong, mal langsam, mal schnell, wird sicher in den Nachbarstaaten viel Anklang finden.

7. SLOWENIEN (HF), Alenka Gotar: „Cvet Z Juga“. Die Sopranistin ist eigentlich Opernsängerin und betritt sonst nie die große Pop-Bühne, doch der Wettbewerbssong ist ihr auf den Leib geschrieben: eine Ballade, bei der sie die volle Kraft ihrer Stimme einsetzen kann. Chancen: Ungewöhnlich und bleibt im Gedächtnis.

8. UNGARN (HF), Magdi Ruzsa:©„Unsubstantial Blues“. So einen Song erwartet man eher in einem rauchigen Club statt auf der großen Glitzerbühne des Grand Prix. Das ist richtig ordentlicher Blues, schnörkellos und ehrlich. Chancen: Die Ungarin setzt ganz auf die Musik, mal sehen, ob die Fans das auch tun.

9. LITAUEN, 4Fun: „Love Or Leave“. Eine Frau mit Gitarre, die ein sehr ruhiges Lied singt. Aber eine zweite Nicole ist Julija Ritcik mit ihrer Band 4Fun keineswegs. Irgendwie ist das Blues, mit ein bisschen spanischer Gitarre. Chancen: Weder zwölf noch null Punkte.

10. GRIECHENLAND, Sarbel: „Yassou Maria“. Der junge Grieche ist ein echtes Multikulti-Kind: Als Sohn eines zypriotischen Vaters und einer libanesischen Mutter in London geboren singt er einen Song, der als Türk-Pop durchgehen könnte. Chancen: Hohe Wertungen aus Deutschland, Zypern und der Türkei garantiert.

11. GEORGIEN (HF), Sopho: „Visionary Dream“. Zum ersten Mal dabei und gleich im Finale: Die Georgierin hat mit ihrem hymnischen Gesang, der ein bisschen an Björk erinnert, ungewöhnlichen Streicherelementen und herumwirbelnden Schwertkämpfern Eindruck hinterlassen. Chancen: Das könnte ein©Überrschungscoup werden.

12. SCHWEDEN, The Ark: „The Worrying Kind“. In ihrer Heimat sind die Glamrocker um Leadsänger Ola Salo längst Stars. Sie rocken wie einst Marc Bolan und versprühen dabei ganz viel Glamour. Chancen: „Das ist eine Hammerband mit einem tollen©Sänger und einem super Bühnenauftritt“, meint Roger Cicero – der deutsche West-Favorit.

13. FRANKREICH, Les Fatals Picards: „L’amour á la franñaise“. Eigentlich sehen sie sich als Komikertruppe, auch wenn sie ganz ernsthaft und erfolgreich Musik machen, aber eben immer mit einem Augenzwinkern und dazu in ungewöhnlichen Kostümen. Chancen: Die lustigen Franzosen, die witzig über Liebe singen, sind ein© Geheimtipp.

14. LETTLAND (HF), Bonaparti.lv: „Questa Notte“. Sie sind so etwas wie „Die Drei Tenöre“ im©Doppelpack. Das Tenor-Sextett singt mit Zylinder und viel Gefühl eine italienische Ballade. Chancen: Ein würdiger „Vertreter“ Italiens, das nicht am Contest teilnimmt.

15. RUSSLAND, Serebro: „Song #1“. In der Grand-Prix-Gemeinde heißen sie nur „Die drei sexy Russinnen“. Sie könnten die älteren Schwestern des Schulmädchen-Skandal-Duos t.A.T.u sein, können aber besser singen. Chancen: Sex und krachender Pop sind heiße Anwärter auf die Top 5.

16. DEUTSCHLAND, Roger Cicero: „Frauen regier’n die Welt“. Die Grand-Prix-Kollegen loben den deutschen Mr.©Swing in den höchsten Tönen: Er und seine Band sind Vollblutmusiker, die richtig guten Swing machen. Chancen: Wenn die Fans weniger auf Effekte und mehr auf die Musik achten, ist fast alles möglich – außer einer Blamage.

17. SERBIEN (HF), Marija Serifovic:©„Molitva“. Die Sängerin kommt aus einer Musikerfamilie – das merkt man. In ihre Songs packt sie viel Gefühl und Klasse. Ihre Ballade ist hörenswert, ihre Stimme sehr gut. Chancen: Ob sie mit ihrem sehr minimalistischen und eher spröden Auftritt Aufsehen erregen kann, bleibt fraglich.

18. UKRAINE, Verka Serduchka: „Dancing Lasha Tumbai“. Der unumstrittene Eurovisions-Liebling 2007. Die Sängerin Verka Serduchka, verkörpert vom Komiker Andrei Danilko, wirkt wie Dame Edna auf Speed: schrill, frech und urkomisch. Chancen: Russland-kritischer Trash mit musikalischer Qualität könnte weit vorn landen.

19. GROSSBRITANNIEN, Scooch: „Flying The Flag“. Die vier Briten spielen Pilot und Stewardess und liefern eine recht albern und billig wirkende Show ab. Die Musik ist Wegwerf-Pop, aber mit Skihütten-Ohrwurm-Qualitäten. Chancen: Das Mutterland des Pop könnte für diesen Gag-Song böse abgestraft werden.

20. RUMÄNIEN, Todomondo: „Liubi, Liubi, I Love You“. Die Multikulti-Truppe bringt den dritten Spaßbeitrag in Folge, obwohl sie doch einfach nur die Botschaft von Liebe und Toleranz in die Welt tragen will. Chancen: Comedy mit Botschaft muss nicht funktionieren, kann aber, vor allem gespickt mit Polka-Elementen.

21. BULGARIEN (HF), Elitsa Todorova &©Stoyan Yankoulov:©„Water“. Die beiden Bulgaren verbinden Choralgesang mit Ethno-Getrommel und einem treibenden Technobeat zu einem hörenswerten Song. Chancen: Bulgarien galt schon vor dem Halbfinale als Geheimfavorit und könnte für einen Platz auf dem Treppchen gut sein.

22. TÜRKEI (HF), Kenan Dogulu: „Shake It Up Shekerim“. Mit fünf Jahren hat er schon Klavierstunden bekommen, und in den USA studierte er Musik. Seine Kombination türkischer Elemente mit Pop- Rhythmen machte ihn zum Star. Chancen: Türk-Pop, der sofort in die Beine geht, ist immer für eine Top-Ten-Platzierung gut.

23. ARMENIEN, Hayko: „Anytime You Need“. Er wirkt ein bisschen wie ein Latin Lover mit Schmelz (und Schmalz?) in der Stimme. Aber Hayko ist ein gestandener Armenier und in seiner Heimat ein echter Star. Chancen: Mit seiner Ballade wird Hayko es schwer haben im Feld der 24 Finalisten.

24. MOLDAWIEN (HF), Natalia Barbu:©„Fight“. Diese Frau rockt – auch wenn sie eigentlich mal Violine gelernt hat. Ihr Song ist ein Kracher, ihr Outfit auch: eine Fetzen-Kombi aus Leder und Netzstoff sowie eine tief sitzende Hose, deren Bund weit in die Bikini-Zone reicht. Urteil: Sex und Rock ’n’ Roll sind ein©Bringer.

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