24. James Bond-Film Spectre: "Österreich ist zum Hotspot geworden"

An drei Orten in Österreich finden Bond-Dreharbeiten statt.
An drei Orten in Österreich finden Bond-Dreharbeiten statt. ©APA
Österreich hatte starke Konkurrenz als Drehort für den 24. James Bond-Film "Spectre". "Bis zum letzten Augenblick war nicht klar, ob wir ihn kriegen", berichtet Arie Bohrer, Direktor der heimischen Film Commission Location Austria.
Christoph Waltz spielt mit
Dreharbeiten in Österreich

Mit “Spectre” wird nur wenige Monate nach “Mission Impossible” mit Tom Cruise in Wien ein weiteres, riesiges Filmprojekt in Österreich gedreht. “Das alles war ganz geheim, ganz im Verborgenen”, so Bohrer über den Erstkontakt vonseiten der Bond-Produzenten. Der Actionstreifen unter der Regie von Sam Mendes sollte u.a. im hochalpinen Raum spielen, neben Österreich kamen naturgemäß etwa die Schweiz, Italien, Frankreich und Norwegen infrage. Nachdem Bohrer mit einem Kollegen geeignete Drehorte arrangierte und erste Gespräche mit Gemeinden und Besitzern führte, “kam erst der Ausstatter, dann der Filmarchitekt, dann kamen mehrfach die Produzenten, dann der Regisseur” nach Österreich. Bereits im September wurden Drehorte getestet und Kulissen aufgebaut. Erst im Herbst wurde das Ganze abgesegnet.

“Fünf-Sterne-Infrastruktur” in Österreich

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei gewesen, “dass wir sicherlich eine Fünf-Sterne-Infrastruktur haben, die wichtig ist für so eine Produktion – bis hinauf in den Gletscher”, sagt Bohrer. Zudem habe man “wunderschöne Motiven” gefunden – wie das wegen seiner spektakulären Glasfronten bekannte “ICE Q”-Restaurant auf rund 3.000 Meter Höhe in Sölden oder die malerische Ortschaft Obertilliach.

Dreharbeiten in Altausee, Obertilliach und Sölden

Am 5. Jänner ist der Österreich-Dreh dann endlich angelaufen. Neben Daniel Craig, der den Geheimagenten zum vierten Mal spielt, ist auch Bond-Girl Lea Seydoux angereist. Nach dem steirischen Altaussee wird derzeit in Sölden gedreht, ab voraussichtlich Mittwoch, den 14. Jänner 2015, soll es nach Obertilliach ins Osttiroler Gailtal gehen, dann “je nach Wetter und Witterung und je nachdem, was geschafft wurde”, wieder zurück nach Sölden, so Bohrer.

Anders als beim vergleichsweise kleinen, “recht statischen Dreh” für den 22. Bond-Film “Quantum of Solace” in Bregenz und Feldkirch im Mai 2008 sind diesmal zahlreiche Actionszenen geplant. “In Altaussee geht’s aber am ruhigsten zu”, sagt Bohrer, der – wie auch seine Kollegen der regionalen Förderstellen Cinestyria und Cine Tirol – keine weiteren Details verraten darf. “Der Dreh ist sicherlich ganz besonders abgeschirmt, das ist bei anderen Drehs nicht so der Fall. Die meisten Mitarbeiter kennen das Drehbuch nicht, weil das Risiko minimiert werden soll, dass etwas vom Inhalt an die Öffentlichkeit dringt.” Bis Mitte Februar werde jedenfalls zumindest der Teil der Crew, der die Actionszenen verantwortet, in Österreich bleiben.

150 Österreicher spielen im Film mit

Ob die drei Orte als solche im Film benannt werden, ist nicht klar. Jedenfalls sei es gelungen, “dass Österreich im Film Österreich ist und nicht für ein anderes Land steht”, sagt Bohrer. Beim ersten österreichischen Bond-Dreh zu “Der Hauch des Todes” (1987) musste Wien immerhin für Bratislava herhalten. “Das kann man touristisch nicht vermarkten.” Sölden, Altaussee und Obertilliach werden so oder so “sicherlich vom Dreh profitieren in Zukunft”. Schon jetzt gibt es einen unmittelbaren volkswirtschaftlichen Nutzen: Allein 30.000 Übernachtungen wurden gebucht, lokale Betriebe werden bei den Dreharbeiten ebenso miteinbezogen wie Zulieferfirmen vom Helikopterservice bis zum Zeltverleih. Rund 150 Österreicher seien Teil der rund 500 bis 600 Mitarbeiter umfassenden Filmcrew, Bohrer erwartet dementsprechend “einen Know-how-Transfer für die österreichischen Filmschaffenden, die hier dabei sind”.

Alle rittern um James Bond

“Es rittern alle um den Bond, der ist ein Renommee, ein Markenzeichen seit 50 Jahren”, weiß Bohrer. “Und für uns ist das natürlich auf einem Level, das sich herumspricht. Wenn der Bond zufrieden in Österreich gedreht hat, dann sind die gut, die Filmschaffenden in diesem Land.” Dass es so weit gekommen ist, spricht Bohrer dem 2010 installierten Filmfördermodell FISA des Wirtschaftsministeriums zu – kann man nun doch mit jenen europäischen Ländern mithalten, die bereits zuvor Filmschaffenden einen bestimmten Prozentsatz der im Land getätigten Ausgaben refundiert haben. “Ich kann jetzt mitreden”, erläutert Bohrer. “Auch wenn wir nicht unbegrenzte Mittel haben, ist es zumindest so, dass wir am Radarschirm von Produktionsfirmen sind, und Österreich jetzt nach ‘Mission Impossible’ und ‘James Bond’ zum Hotspot geworden ist.”

Für die Ende 1997 als Abteilung der Austrian Business Agency gegründete Location Austria ist es das zweite Großprojekt, das innerhalb eines Jahres federführend nach Österreich geholt wurde: Im Sommer 2014 wurde am Ossiacher See, am Mölltaler Gletscher, in Hall in Tirol und in Winklern (Kärnten/Osttirol) das “Point Break”-Remake gedreht. Zuvor hatte die Agentur u.a. den Dreh von “Knight and Day” mit Tom Cruise und Cameron Diaz in Salzburg sowie von “Der letzte Tempelritter” mit Nicolas Cage in den niederösterreichischen Alpen initiiert. (APA)

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