230-Kilo-Mann endlich aus den USA ausgeflogen

Nach langem Hin und Her ist einem schwergewichtigen Franzosen endlich die Rückkehr aus den USA nach Europa gelungen, doch die letzte Etappe seiner Reise bleibt ein Problem: Aus Sicherheitsgründen lehnte das Verkehrsunternehmen Eurostar am Dienstag eine Beförderung mit dem gleichnamigen Zug von London nach Paris ab. Der 230 Kilogramm schwere Mann war schon wochenlang in den USA festgesessen.


Wegen seines extrem hohen Körpergewichts könne der 22-jährige Kevin Chenais im Falle eines Unfalls im Ärmelkanal-Tunnel nicht evakuiert werden, sagte eine Eurostar-Sprecherin. Partnerunternehmen für Fährtransporte, Taxifahrten und andere Alternativlösungen seien bereits kontaktiert worden. Kevin Chenais wartete am Dienstagabend in einem Londoner Hotel auf eine Beförderungsvariante, um doch noch in seinen ostfranzösischen Heimatort Ferney-Voltaire an der Grenze zur Schweiz zu gelangen.

Nachdem ihm sowohl die Fluglinie British Airways als auch das Kreuzfahrtschiff “Queen Mary 2” die Mitreise verweigert hatten, war Chenais am Dienstag schließlich mit einer Virgin-Atlantic-Maschine in London-Heathrow gelandet. Seine Reise in Begleitung der Eltern beschrieb er als “schrecklich, schrecklich, schrecklich”, in der engen Kabine habe er große Schmerzen gehabt.

“Ich habe den ganzen Flug über nicht aufgehört zu weinen”, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich bedankte er sich bei der Fluggesellschaft Virgin Atlantic, die ihn von New York aus gratis in der Economy Class mitgenommen habe: “Das war sehr nett von ihnen.”

Chenais war eineinhalb Jahre lang wegen einer Hormonstörung in Chicago behandelt worden, die seine Fettleibigkeit verursachte. Er kann sich nur im motorisierten Rollstuhl fortbewegen und muss ständig mit Sauerstoff versorgt werden. Am New Yorker John F. Kennedy Flughafen wurde Chenais dennoch gezwungen, aus dem Rollstuhl zu steigen. “Ich musste eine lange Strecke laufen, für mich ist es jedenfalls viel, mehr als zehn Meter.”

Vor seinem Abflug hatte Kevins Vater Rene gesagt, wie sein Sohn von London nach Frankreich komme, sei noch unklar. Französische Botschaftsmitarbeiter nahmen die Familie in Heathrow in Empfang, um ihre Weiterreise mit der französischen Fluggesellschaft Air France oder mit einem Eurostar-Zug zu organisieren.

British Airways hatte Kevin Chenais auf dem Hinflug im Mai 2012 in die USA mitgenommen. Den Heimflug verweigerte die Fluggesellschaft ihm jedoch mit der Begründung, sie könne nicht gewährleisten, ihn “sicher unterzubringen”. Daraufhin sollte der junge Mann das Kreuzfahrtschiff “Queen Mary 2” nach Europa nehmen. Hierfür reisten er und seine Familie mit dem Zug von Chicago nach New York. Dort wurde ihnen aber nach Angaben des Vaters am Sonntag mitgeteilt, dass Kevin aus Gründen der “medizinischen Sicherheit” nicht an Bord dürfe.

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