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2:2 - Austria kämpft sich nach Rückstand gegen Bremen zurück

Hartes Duell: Joachim Standfest (Austria Wien) gegen Naldo (Werder Bremen)
Hartes Duell: Joachim Standfest (Austria Wien) gegen Naldo (Werder Bremen) ©APA
Tolle Moral bewies die Wiener Austria im Europa-League-Schlager gegen Werder Bremen. Die Violetten verwandelten mit einer guten kämpferischen Leistung einen unglücklichen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2.
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Die Wiener starteten auf dem nassen Boden im ausverkauften Horr-Stadion aggressiv in die Partie und kamen zur ersten Gelegenheit: Milenko Acimovic verzog seinen Freistoß aus 20 Metern nur um Zentimeter (11.). In Führung gingen jedoch die Norddeutschen. Nach einem Freistoß von Mesut Özil stieg Claudio Pizarro hoch und versenkte den Kopfball per Aufsetzer im Austria-Tor – 0:1 (19.). Es war das vielzitierte Tor aus dem Nichts, denn bis zu diesem Zeitpunkt war die Austria die spielbestimmende Mannschaft.

Die Violetten antworteten mit starken Angriffen. Bei einem direkten Eckball von Acimovic musste sich Wiese auszeichnen, kurz darauf konnte Naldo einen Standfest-Schuss im letzten Moment abblocken (31.). Doch die Defensivarbeit der Austria ließ die letzte Konsequenz vermissen, wodurch die Bremer bei Kontern brandgefährlich wurden. Erst vergab Aaron Hunt im direkten Duell mit Austria-Goalie Robert Almer, dann klatschte ein Kopfball des baumlangen Per Mertesacker nach einer Ecke an die Stange – Glück für die Austrianer (37.). Mit einer tollen Parade auf der Linie nach einem Hunt-Schuss bewahrte Almer sein Team vor einem größeren Pausenrückstand.  

Kurz nach dem Seitenwechsel jubelten die Fans über den vermeintlichen Ausgleich. Zlatko Junuzovic setzte sich rechts durch, bediente Florian Klein, der mit seinem Abschluss allerdings zu lange zögerte – der Bremer Torsten Frings grätschte ihm den Ball vom Fuß und direkt auf Junuzovic, der wenig Mühe hatte, aus spitzem Winkel zu treffen. Doch der Schiedsrichter verwehrte dem Treffer die Anerkennung wegen Abseits. Eine Fehlentscheidung, denn der Ball war von einem Bremer zum Torschützen gelangt (55.).

Trotzdem Werder-Goalie Tim Wiese im Anschluss einen Standfest-Kopfball parieren konnte, schien die Austria das Spiel noch drehen zu können, machte viel Druck – und kassierte prompt das 0:2. Einen kapitalen Schnitzer von Jacek Bak nützte Pizarro zu seinem zweiten Treffer. Der polnische Austria-Abwehrchef hatte statt eines Kopfballs eine Kerze produziert, der Bremer reagierte schneller als die konsternierte Abwehr der Violetten, tanzte Almer aus und schob das Leder ins leere Tor (63.) 

Trainer Karl Daxbacher setzte nun alles auf eine Karte, brachte mit dem Brasilianer Schumacher einen zweiten Stürmer für Mittelfeldspieler Klein (65.). Nach einem Acimovic-Eckball fabrizierte Julian Baumgartlinger einen Kopfball-Aufsetzer übers Tor. Dann – endlich – trafen die Wiener: Emin Sulimani versenkte einen Weitschuss nach Vorarbeit von Schumacher zum verdienten 1:2-Anschlusstreffer (73.).

Die Wiener kämpften weiter verbissen um jeden Meter. Und wurden in der Schlussphase für ihre Bemühungen belohnt! Der eingewechselte Schumacher traf nach Sulimani-Flanke per Kopf zum verdienten 2:2-Ausgleich (87.). Die Violetten lieferten den favorisierten Bremern trotz des zwischenzeitlich aussichtslos scheinenden Rückstands einen mitreißenden Kampf und ließen die Deutschen bis zum Abpfiff um den Punkt zittern.

Die Austria ist damit schon 20 Spiele in Folge im Horr-Stadion ungeschlagen und hat in der Gruppe L mit nun zwei Punkten die kleine Chance auf den Aufstieg gewahrt. Das nächste Spiel steigt am 5. November in Bremen.

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): “Es war sehr viel Positives. Schade, dass wir die drei Punkte nicht gemacht haben. Die wären für den Aufstieg wichtig gewesen. Bremen ist sicher die bessere Mannschaft, aber mit viel Einsatz und Kampfgeist haben wir den Punkt verdient. Die Mannschaft hat nie aufgegeben.”

Emin Sulimani (Austria-Torschütze): “Man muss der ganzen Mannschaft gratulieren. Es ist schön, dass ich ein Tor und einen Assist gemacht habe, aber viel wichtiger ist, dass wir so stark zurückgekommen sind. Das wir Moral haben, hat man heute nicht zum ersten Mal gesehen.”

Manuel Ortlechner (Austria-Verteidiger): “Vor der Pause haben wir ein bisschen Lehrgeld gezahlt, da haben wir zu viel Respekt gezeigt. Nach dem 2:0 hatte ich das Gefühl, dass Bremen überheblich geworden ist. Das ist zum Glück bestraft worden.”

Milenko Acimovic (Austria-Mittelfeldspieler): “Wir haben in der ersten Hälfte zu viel Respekt gezeigt. Als wir gespielt haben, wie wir sollten, hat man gesehen, dass wir mithalten können. Die hätten gewinnen können, wir hätten gewinnen können, ein Punkt ist okay.”

Klaus Allofs (Bremen-Manager). “Das ist sehr, sehr ärgerlich. Wir haben ein Spiel aus der Hand gegeben, das wir eigentlich schon klar gewonnen hatten.”

Claudio Pizarro (Bremen-Torschütze): “Die Austria hat die Chance genutzt, weil wir nicht so konzentriert waren.”

Per Mertesacker (Bremen-Verteidiger): “Das war zu wenig, wir haben uns nach dem 2:0 ausgeruht, das wurde bitter bestraft. Wir sind wahnsinnig enttäuscht, aufgrund der Leistung und des Ergebnisses. In den entscheidenden Phasen haben wir nicht gezeigt, was wir gebraucht hätten, vor allem in der Schlussviertelstunde haben wir nicht dagegen gehalten. Man hatte auch nach der 2:0-Führung nie das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff haben. Wir müssen uns deutlich steigern.”

Fußball-Europa-League – Gruppe L/3. Runde
FK Austria Wien – SV Werder Bremen 2:2 (0:1)
Wien, Franz Horr Stadion, 11.000 (ausverkauft), SR Paolo Tagliavento/ITA

Tore: 0:1 (19.) Pizarro, 0:2 (63.) Pizarro, 1:2 (73.) Sulimani, 2:2 (87.) Schumacher

Austria: Almer – Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner – Klein (64. Schumacher), Baumgartlinger (84. Hattenberger), E. Sulimani – Junuzovic, Acimovic – Diabang
Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch – Frings – Bargfrede (64. Borowski), Hunt – Özil – Pizarro, Marin (59. Rosenberg)

Gelbe Karten: Keine bzw. Hunt, Boenisch, Mertesacker, Rosenberg
Die Besten: Acimovic, Sulimani, Almer bzw. Pizarro, Naldo

 

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