21 Morde heuer in Wien - um zwei mehr als im Vorjahr

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21 Mal ist die Wiener Polizei bisher in diesem Jahr zu einem Mord oder einer Körperverletzung mit Todesfolge ausgerückt.

18 dieser Fälle sind auch geklärt worden. Gegenüber dem Vorjahr gab es bisher um zwei Bluttaten mehr, von den 19 Morden 2006 sind auch 17 geklärt worden. Das sagte der interimistische Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung, Hannes Scherz, am Dienstag der APA.

Unter anderem tappen die Ermittler bei dem Mord an einem Diamantenhändler in Wien-Josefstadt im Dunkeln, der Ende September in seiner Wohnung neben dem geöffneten Tresor gefunden worden ist. Selbst das Motiv ist nicht ganz klar. Laut Scherz fehlten einige Gegenstände in dem auch als Büro genutzten luxuriösen Appartement. Das Opfer war aber offenbar nicht so reich, wie es nach außen hin schien. Spuren gibt es bisher nicht.

Weiters ungeklärt ist der Mord an einem Taxilenker, der sich eigentlich in den letzten Tagen des Jahres 2006 abgespielt hat. In die Statistik dieses Jahres kam der Fall, da das Opfer erst heuer, nämlich am 4. Jänner, gestorben ist. Am 18. April wurde ein türkischer Koch in seiner Wohnung in Rudolfsheim-Fünfhaus tot aufgefunden. Er hatte mehrere Messerstiche abbekommen. Der Täter dürfte sehr wütend gewesen sein, meinten die Ermittler damals. Auch in diesem Fall sind sie seither nicht wesentlich weiter gekommen.

Besonders spektakulär waren allerdings zwei geklärte Morde. Scherz nannte einerseits das Familienkomplott in der Großfeldsiedlung, bei dem ein Sohn seinen Stiefvater auf Raten getötet hatte. Angestiftet wurde er von seiner Mutter, die Waffe sowie Kokain bekam er von seiner Großmutter. Ende November gab es dazu bereits die erstinstanzlichen Urteile.

Ende August titelte das deutsche Boulevard-Blatt “Bild”: “Deutscher isst Österreicher”. In einer Sozialunterkunft in Rudolfsheim-Fünfhaus tötete ein 19-Jähriger seinen Mitbewohner und schlitzte ihn auf. Dass er Teile des 49-Jährigen gegessen hat, bestreitet der mutmaßliche Täter seither.

Ein großes Thema waren vor allem medial auch die hohe Zahl der Bank- und Postüberfälle, bestätigte Scherz. So gab es im April einen 25-Jährigen, der zwischen dem 4. und dem 27. dieses Monats sechs Überfälle verübt hatte, beinahe alle in jenem Monat. Nach wie vor auf der Flucht ist jene rumänische Bande, auf deren Konto sechs Postraube gehen soll. Einschränkend ist zu sagen, dass seit Dezember 2002 glücklicherweise niemand mehr bei einem Bank- oder Postüberfall ernsthaft verletzt wurde. Bei “kleineren” Raubzügen geht es oft wesentlich brutaler zu. Sorgen macht den Ermittlern heuer vor allem die zunehmende Zahl bei Trafik- und Supermarktüberfällen.

Zu den spektakulärsten Fällen zählte heuer der Einbruch bei Stargeiger Christian Altenburger, bei dem georgische Täter zwei besonders wertvolle Violinen mitgehen ließen. Insofern sei diese Tat typisch, dass auf dem Einbruchssektor nach wie vor georgische und rumänische Tätergruppen besonders aktiv seien. Ein weiterer spektakulärer Einbruch: Im Palais Harrach wurden im April 30 Faberge-Eier, 20 Porzellanvasen und ein Gemälde gestohlen. Auch Bankier Julius Meinl V. wurde von Einbrechern besucht.

Zu den erwähnenswerten Fällen dieses Jahres zählt der Sex-Überfall eines 27-jährigen Freigängers auf eine sechsjährige Volksschülerin in Hernals im September. Der Mann mit auffallend ungepflegten Zähnen lauerte dem Mädchen auf der Schultoilette auf. Im Juni schoss ein 26-Jähriger in einem Gemeindebau in der Favoritner Quellenstraße mit einem Luftdruckgewehr wiederholt auf spielende Kinder. Als sein Motiv gab er an: “Weil i an Pascher hab’.” Nicht vergessen sollte man auch die Geiselnahme in der BAWAG auf der Mariahilfer Straße inklusive des Anrufs eines Zeitungsredakteurs in der Bank und die Aktion eines Pensionisten, der sich im Foyer des “Krone”-Pressehauses verschanzte und mit einer Bombe drohte, um seine Adoptivtochter zu beeindrucken.

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