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200 Millionen Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen

Weltweit sind mindestens 200 Millionen Frauen und MÄdchen Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung.
Weltweit sind mindestens 200 Millionen Frauen und MÄdchen Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung. ©pixabay.com (Sujet)
Mindestens 200 Millionen Frauen sind weltweit vonn weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. In den letzten Jahren sei jedoch ein leichter Rückgang verzeichnet worden.

Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen sind Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. "Pro Jahr laufen weitere drei Millionen Mädchen und Frauen Gefahr, Opfer dieser massiven Menschenrechtsverletzung zu werden", wie die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (ADA) anlässlich des Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (6. Februar) mitteilt.

Jedes Opfer ein Opfer zu viel

Für den Geschäftsführer der Austrian Development Agency, Martin Ledolter, braucht es "vor allem Eines, um weibliche Genitalverstümmelung ein für alle Mal auszurotten: Aufklärung, Zeit - und die vereinten Kräfte aller Mitglieder der Gesellschaft". In den vergangenen Jahren wäre ein leichter Rückgang von weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation/FGM) verzeichnet worden. Dennoch sei "jedes Mädchen, das Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung wird, ein Mädchen zu viel", so Ledolter in einer Aussendung vom Mittwoch, und er ergänzt: "Wir haben im Kampf gegen FGM keine Zeit zu verlieren!"

Kritik aus der Politik

Petra Bayr, SPÖ-Abgeordnete und Sprecherin der Plattform "stopFGM", betont in einer Mitteilung, dass "es für Österreich nur Schätzungen, aber keine seriösen Zahlen gibt". Bisherige Daten zu Österreich beziehen sich auf Erhebungen aus dem Jahr 2000. "Eine zeitgemäße repräsentative Statistik zu FGM in Österreich ist dringend notwendig", forderte Bayr mit Blick auf Präventivarbeit. Die SPÖ-Politikerin verwies dabei auf eine Datenbank in Portugal, "wo jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt erhoben und erfasst wird".

NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter pocht unterdessen auf Bildung und Aufklärung. Brandstötter verweist in einer Aussendung auf Zahlen des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, das einen deutlichen Rückgang von FGM-Fällen in Regionen feststellte, in denen konsequente Aufklärungsarbeit geleistet wird. Von der Bundesregierung fordern die NEOS "sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene und bei Gesprächen mit betroffenen Ländern" ein "konsequentes Vorgehen". Diese "massive Menschenrechtsverletzung darf nicht geduldet werden".

Barbara Huemer, Frauensprecherin der Grünen Wien, sieht "Aufklärungs-und Bewusstseinsarbeit" auch hierzulande auf mehreren Ebenen für "besonders wichtig" an. So würden "Urlaube in afrikanische, asiatische oder arabische Länder von Familien genützt, um die frauenfeindliche Praktik an Töchtern im Festhalten an Traditionen durchführen zu lassen", warnt Huemer in einer Aussendung. "FGM ist eine zutiefst frauenverachtende Praxis, die durch nichts zu rechtfertigen ist."

FGM in Österreich verboten

FGM ist in Österreich verboten. Die Praxis hat massive Folgen für die Betroffenen zufolge, wie die ADA in der Aussendung darlegt: Schmerzen beim Urinieren, qualvolle Menstruationsbeschwerden, Lebensgefahr beim Entbinden, hohes Infektionsrisiko und permanente Traumata. Frauen und Mädchen, deren Geschlechtsorgane teilweise oder zur Gänze unter oft katastrophalen hygienischen Bedingungen entfernt wurden, leiden ein Leben lang an den Folgen ihrer schweren Körperverletzung. Weibliche Genitalverstümmelung konzentriert sich weltweit auf rund 30 Länder, und dabei hauptsächlich auf den Westen, Osten und Nordosten Afrikas sowie den Mittleren Osten und Asien.

Es sind laut ADA-Informationen soziale Normen und kulturelle Faktoren, die als Antwort auf die Frage herangezogen werden, warum sich FGM weiterhin hartnäckig hält. Aber egal wo weibliche Genitalverstümmelung das Leben und die Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen gefährdet - sie beruht überall auf tiefverwurzelten Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen. Sie ist das Resultat extremer Diskriminierung.

(APA/Red)

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