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20 Jahre Design im Doppelpack

Kann man eigentlich vierhändig schneidern? Zur Beantwortung dieser Frage müssen Dolce und Gabbana nur auf die Resultate ihrer gemeinsamen Arbeit verweisen.

Diese bereits als Lebenswerk zu bezeichnen, bietet sich zum 20. Geburtstag der gemeinsamen Marke in diesem Jahr durchaus an. Dolce & Gabbana sind zurzeit erfolgreich wie noch nie. Ja, man kann ganz ausgezeichnet vierhändig schneidern.

So etwas erlebt die Modewelt nur selten: Die Presse ist begeistert, die Einkäufer sind beglückt und die Kunden kaufen so viel, dass die Umsätze sich auf Rekordniveau bewegen. Nur wenigen Designern gelingt der Spagat zwischen Kreativität und Verkäuflichkeit so exzellent wie den beiden Italienern.

Dabei könnten die beiden Männer unterschiedlicher eigentlich gar nicht sein, die sich 1985 anschickten, der Mailänder Mode ihren Stempel aufzudrücken. Domenico Dolce (46) ist ein kleiner Sizilianer mit rundem Gesicht und kahlem Kopf. Stefano Gabbana (42) hingegen stammt aus dem Norden. Groß, schlank und dunkelhaarig, weiß er um seine optische Präsenz.

„Unser Nord-Süd-Gegensatz führt jeden Tag zu neuen Dramen“, charakterisierte Gabbana einmal die Zusammenarbeit, „eigentlich sind wir das Gegenteil eines Dream-Teams“. Wie sie dennoch zu einem gemeinsamen Ergebnis gelangen? „Bei unseren endlosen Streitereien, wer die bessere Idee hatte, entsteht dann eine dritte und die hängt hinterher im Geschäft“, meint Dolce.

Treten die beiden im Team auf, weiß man jedoch nie, wo die genaue Grenze zwischen ernsthafter Selbsteinschätzung und ironischer Neckerei verläuft. Dieses „Doppelspiel“ übertragen sie übrigens auch auf ihre Mode. Bei den Mailänder Männerschauen für den Sommer 2006 zeigten sie Jeanshosen mit zwei versetzt angebrachten Reißverschlüssen. Einer soll das gute Stück am Körper halten, der andere provozierend offen stehen. Oder war das alles vielleicht doch nur ein Gag?

Domenico Dolce wuchs praktisch in der Schneiderei seines Vaters auf, konnte schon im frühen Kindesalter nähen. Stefano Gabbana hingegen besuchte die Kunsthochschule und arbeitete zunächst als Grafiker. In einem Mailänder Modeatelier lernten sie sich in den achtziger Jahren kennen, 1985 gründeten sie ihre eigene Firma.

Ihr Aufstieg in die Topliga der italienischen Mode vollzog sich rasant. Wie vor ihnen vielleicht nur Gianni Versace und Giorgio Armani, bauten sie aus eigener Kraft ein Imperium auf, das heute gut 700 Millionen Euro Umsatz macht. Sizilien, die Heimat Dolces, prägte von Beginn an die Ästhetik der gemeinsamen Mode. Starke Vollblutfrauen á la Anna Magnani oder Monica Bellucci sind deren Leitbilder. Sexy, aber nie vulgär sollen ihre Kleider aussehen. Brav und aufregend können sie im gleichen Atemzug sein. Dolce & Gabbana brachten die Sinnlichkeit in Italiens Mode.

Und auch ihr Männerbild ist sizilianisch geprägt. In ihm vermischt sich die Härte des Machos mit dem Herz des Romantikers. Bestes Beispiel für diesen Typus ist David Beckham. Der Aufstieg des Fußballstars zur Stil-Ikone erfolgte im Dolce & Gabbana-Look. Auch Madonna oder Kylie Minogue lassen sich gern von den beiden ausstatten, werden aber ihrerseits auch zu Inspirationsquellen für die zwei Designer.

Das Jubiläumsjahr 2005 bringt Dolce & Gabbana neben vielen Erfolgsgeschichten aber auch die wohl größte Belastungsprobe ihrer Geschichte. Kürzlich erst haben sie sich privat getrennt. In früheren Interviews deuteten sie an, nach solch einem Schritt könnte durchaus auch die gemeinsame berufliche Existenz zur Diskussion stehen. Dass beide jedoch derzeit davon überhaupt nichts wissen wollen, freut Presse, Einkäufer und Kunden auf der ganzen Welt.

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