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2 Millionen Euro "verdient": Acht Schlepper gefasst

Die Polizei nahm Personen in drei Bundesländern fest.
Die Polizei nahm Personen in drei Bundesländern fest. ©APA
Die Polizei konnte in Österreich eine Schlepperzelle ausheben und insgesamt acht Mitglieder festnehmen. Zwei weitere werden mit einem EU-Haftbefehl gesucht, 15 Personen wurden angezeigt.

Acht Mitglieder einer Schlepper-Organisation sind in Österreich festgenommen worden, zwei werden noch mit EU-Haftbefehl gesucht und weitere 15 Verdächtige wurden auf freiem Fuß angezeigt. Das Landeskriminalamt (LKA) Oberösterreich arbeitete seit Herbst 2018 in an dem sehr ermittlungsintensiven Fall, berichtete Oberstleutnant Christian Schuster der APA.

Startpunkt war der Aufgriff zweier in Oberösterreich wohnhafter Schlepper und dreier Illegaler im September 2018 in Sterzing/Südtirol. Aufgrund von Handyauswertungen wurden viele Schleppungen rekonstruiert, mehrere Festnahmen in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien und Kroatien sind der Organisation zuzuordnen.

Drei Zellen in Österreich ausgehoben

Die Ermittlungen der Oberösterreicher konzentrierten sich auf drei Zellen der Organisation, die von Oberösterreich, Salzburg und Wien aus agierten. Sie dürften mindestens 259 Migranten illegal in die EU gebracht und damit mehrere hunderttausend Euro, ihre Gesamtorganisation über zwei Millionen Euro verdient haben, hieß es in einer Presseaussendung der oö. Polizei.

Die Iraker aus dem Großraum Linz, Syrer aus Salzburg und Wien sowie ein Afghane aus Wels agierten bundesweit, die einzelnen Täter hatten bestimmte Aufgaben in der Organisation. Der Mann aus Wels war zum Beispiel für die Rekrutierung der Fahrer durch Serbien zuständig.

8.000 bis 9.000 Euro für den Transport

Covid-Restriktionen hätten keinen großen Einfluss auf das Schleppergeschäft, sagte Schuster. Die Täter würden eben große Grenzübergänge meiden und auf kleinere oder die grüne Grenze ausweichen. Für eine Etappe auf der Route seien etwa 1.500 Euro pro Person, für die gesamte Schleppung von außerhalb der EU in ein gewünschtes EU-Land je nach Strecke 8.000 bis 9.000 Euro zu zahlen. Der Preis werde über traditionelle islamische Banker bezahlt und der Geldfluss sei dadurch nicht nachvollziehbar. Schuster betonte, die Ermittlungen seien "mühsames Brot" und hob die gute Zusammenarbeit mit der deutschen Bundespolizei Passau und dem LKA Wien hervor.

(APA/red)

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