2.200 Wiener Kinder brauchen Förderjahr nach Kindergarten

Das Wiener Vorschul-Fördermodell geht im Herbst in die zweite Runde. 2.200 Wiener Kinder brauchen nach dem Kindergartenbesuch noch ein Förderjahr, 112 Vorschulklassen kamen bisher zustande.

Im Herbst geht das Wiener Vorschul-Fördermodell in die zweite Runde: Von den insgesamt 3.939 Vier- bis Fünfjährigen, die im vergangenen Jahr wegen Problemen mit Sprache, Motorik oder sozialen Kompetenzen im Kindergarten speziell gefördert wurden, brauchen 2.148 Kinder weitere Unterstützung, um die Schulreife erlangen. Sie sollen ab Herbst in 112 Vorschulklassen in ganz Wien gefördert werden und haben damit “ein Jahr mehr Zeit für die Grundschule”, sagte Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) am Dienstag beim Bürgermeistergespräch.

Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (S) sah “das Ziel erreicht”, eine große Zahl – nämlich 1.791 der 3.939 Kinder mit Förderbedarf – durch das Kindergartenjahr an die Schulreife heranzuführen.

“Für die anderen startet im September die zweite Etappe” des Fördermodells mit dem Besuch von Vorschulklassen, so Oxonitsch. “Ein ganz kleiner Teil”, nämlich 624 Kinder, wird laut Brandsteidl in der ersten Volksschulklasse integrativ von einem zusätzlichen Lehrer unterstützt. 67 Kinder werden in sogenannten Mehrstufenklassen gefördert, in denen Schüler zwischen sechs und zehn Jahren gemeinsam unterrichtet werden. Die Schüler können in der Regel in jener Schule bleiben, an der sie sich zur Feststellung der Schulreife angemeldet haben.

Den Vorwurf der Oppositionsparteien, es handle sich bei den Förder-Vorschulklassen um “Ausländerklassen”, wollte Brandsteidl nicht geltenlassen. Immerhin habe ein Drittel dieser rund 2.100 Kinder Deutsch als Muttersprache und auch bei Kindern mit Migrationshintergrund müsse nicht die Sprache der Grund für die mangelnde Schulreife sein.

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