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2.000 Jahre Vindobona: Wien hat jetzt ein neues Römermuseum

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Vor fast 2000 Jahren standen hier Offiziershäuser des Lagers Vindobona. Jetzt kann man die römische Stadtgeschichte Wiens wieder aus erster Hand erkunden - im neuen Römermuseum am Hohen Markt.

Geboten wird eine abwechslungsreiche Präsentation auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. So werden erstmals neben dem Legionslager auch die weiteren städtischen Siedlungen (Lagervorstadt, Zivilstadt) ins Blickfeld gerückt.

Außenstelle des Wien Museums im Ersten

Entstanden ist das Römermuseum aus den „Römischen Ruinen Hoher Markt“, einer Außenstelle des Wien Museums, die schon bislang im Keller des Gebäudetraktes zu besichtigen war. Durch Hinzumietung von Erdgeschoss und 1. Stock wurde die Ausstellungsfläche auf das Dreifache erweitert. Für die innovative bauliche Neugestaltung, die mit der Fassade auch ein gestalterisches Zeichen am Hohen Markt setzen will, zeichneten querkraft Architekten verantwortlich. „Endlich können wir den Besuchern ein Museum bieten, das der Bedeutung Wiens zur Römerzeit entspricht“, freut sich Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums.

Im Zentrum der Präsentation stehen die wichtigsten Baureste der Römerzeit in Wien, die Ruinen von Tribunenhäusern aus dem Legionslager. Dazu kommen nun rund 300 faszinierende archäologische Funde, die das ganze Spektrum römischen Lebens in Wien abdecken. Zu sehen sind Alltags- und Kultgegenstände, Fragmente von Gebäuden, Figuren und Spielzeug, Kanaldeckel und Geschirr, Götterstatuen und Nippes. Neueste 3-D-Technologien ermöglichen Visualisierungen des Siedlungsraumes, auch Grafiken und Wandmalereien geben eine Vorstellung davon, wie es damals ausgesehen haben könnte.

 

30.000 lebten in Vindobona

Die Präsentation konzentriert sich auf die Zeit vom späten 2. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts, als Vindobona seine Blüte erlebte. Über 30.000 Menschen lebten damals in unserem Raum, ein buntes Völkergemisch aus Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Römischen Reiches.

Ursprünglich stammten viele Soldaten aus Italien oder Gallien. Später wurden die Truppen mit neuen Rekruten dort ergänzt, wo einzelne Abteilungen an Kriegszügen teilnahmen. Bei ihrer Rückkehr folgten ihnen Menschen aus diesen Gebieten im Tross.

Das Legionslager, das 97 n. Chr. gegründet worden war, diente – wie auch Carnuntum – zur Sicherung der nördlichen Grenze des Imperiums, das sich von Britannien bis Syrien erstreckte. Von hier aus unternahm Kaiser Marc Aurel seine Feldzüge gegen die Markomannen.

Handwerks- und Administrations-Zentrum

Die Zeiten, in denen Frieden herrschte, dauerten länger als jene, in denen Kriege geführt wurden. Dementsprechend „zivil“ ging es im Lager zu. Neben militärischen Aufgaben hatten die rund 6000 Soldaten auch administrative und handwerkliche Tätigkeiten zu verrichten. In Vindobona stand den Legionären eine Reihe von Freizeitangeboten zur Verfügung, damit sie nicht auf ihre gewohnten Lebensweisen verzichten mussten – von Tavernen über Thermen und Theater bis hin zu Bordellen. Auch das Glücksspiel erfreute sich großer Beliebtheit.



Nicht nur das Soldatenlager

Lange Zeit konzentrierte sich die Darstellung Vindobonas auf das Legionslager, das zwischen Donaukanal und Graben lag. Die neuesten Forschungen ergeben aber ein komplexeres Bild, mit großer Lagervorstadt und Zivilstadt im heutigen 3. Bezirk. Denn das Lager war auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Die städtische Siedlungen im Umkreis stellten die Versorgung mit Gebrauchsgegenständen und Lebensmitteln wie Getreide, Speck und Käse sicher. Selbst Luxusgüter wie Olivenöl oder sogar Austern konnte man hier kaufen. Römische Kulturtechniken und Werthaltungen wurden von der örtlichen Bevölkerung aufgenommen, die ihrerseits die Römer beeinflussten. So entstand eine provinzialrömische Kultur, die auch neue religiöse Bräuche mit einschloss. Bis heute faszinierend ist die moderne Infrastruktur (Straßen, überdachte Gehsteige, Kanalisation, Wasserversorgung etc.), die den Römern zur Verfügung stand. Durch ihre monumentalen Gebäude aus Stein glichen Legionslager städtischen Siedlungen. Die Zentralbauten zählten in den Provinzen zu den größten Bauwerken ihrer Zeit und wirkten auf die einheimische Bevölkerung sicher imposant – nachzuprüfen anhand der Visualisierungen.

 

Die wichtigsten Projektdaten

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernahm Michaela Kronberger, Archäologin am Wien Museum. Die Umbauzeit betrug vier Monate, von Seiten des Museums wurden rund 780.000 Euro investiert. Vor dem Umbau wurden die Römischen Ruinen Hoher Markt jährlich von etwa 15.000 Menschen besucht, das neue Römermuseum soll doppelt so viele Interessierte (also 30.000 pro Jahr) ansprechen. Zu den Zielgruppen zählen insbesondere Schulklassen, Familien und Touristen, die neben der Anker-Uhr eine neue Attraktion am Hohen Markt vorfinden werden.

 

Spielestationen und Videoguide

Für Kinder gibt es Spielstationen: Sie können mit einem nachgebauten Teil des Legionslagers spielen oder mittels 3-D-Puzzles Keramiken rekonstruieren. Außerdem gibt es Repliken zum Angreifen und einen neuartigen Videoguide mit vertiefenden Informationen, die nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch in Gebärdensprache aufbereitet werden. Dieser im Rahmen eines Projekts geförderte Guide wird erstmals im Wien Museum und ab Ende Juni auch im MUMOK zum Einsatz kommen. Entwickelt wurde er in Kooperation mit den Unternehmen Nous und Equalizent.

Römermuseum, A-1010 Wien, Hoher Markt 3 ab 10. Mai 2008

Weitere Informationen unter www.wienmuseum.at

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