1918/2018: Gedenkjahr mit zahlreichen Kulturveranstaltungen in Wien

Auch im Wiener Musikverein gibt es einige Veranstaltungen zum Gedenkjahr.
Auch im Wiener Musikverein gibt es einige Veranstaltungen zum Gedenkjahr. ©APA (Sujet)
Anlässlich der 100. Todestage von Klimt, Schiele, Kolo Moser und Otto Wagner gibt es im Gedenkjahr 2018 zahlreiche Ausstellungen im Kulturbereich. Auch Konzerte, Festivals und Kunstprojekte lenken die Aufmerksamkeit auf den Niederschlag des historischen Umbruchs im Jahr 1918 in Musik, Kunst und Philosophie.

Einen musikalischen Aufbruch beschreibt der Wiener Musikverein mit dem Konzert “Mahler bis jetzt. Musik anlässlich ‘100 Jahre Republik Österreich'” am 22. Jänner. Musik von Nebojsa Jovan Zivkovic und Vinko Globokar sowie Uraufführungen von jungen Kompositionsstudenten der Musik und Kunst Privatuniversität (MUK) der Stadt Wien und der Kunstuniversität Graz stehen auf dem Programm. Die Studenten reflektieren darin Schönbergs Bearbeitungen von Gustav Mahler, Johann Strauss und dem Wienerliedkomponisten Johan Sioly. Den Wirkungskreisen des Komponisten in seinen Jugendjahren, zu denen das Cafe Griensteidl als Treffpunkt der Künstler- und Intellektuellenszene zählte, widmet sich das Arnold Schönberg Center mit der Ausstellung “Arnold Schönberg & Jung-Wien” vom 14. März bis 29. Juni.

Am 19. Februar lädt der Wiener Musikverein zum “Rendezvous mit Debussy. Musik an der Wiege der Republiken Ungarn und Tschechoslowakei”, um die Auswirkungen des Endes der Monarchie auf die Musikentwicklung ins Bewusstsein zu rufen: Mit der Ausrufung der Republiken Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei wurden die musikalischen Verbindungen der großen Städte der Habsburgermonarchie gekappt, die musikalische Moderne der ehemaligen Königreiche Ungarn und Böhmen orientierte sich ab diesem Zeitpunkt anstelle von Schönberg an Debussy, der im Jahr 1918 verstarb.

Kulturveranstaltungen rund um Wien zur zweiten Jahreshälfte 2018

Ein “Sommerkino” mit Habsburger-Flair gibt es im Schloss Eckartsau, das dem letzten Kaiser Karl und seiner Familie nach seiner Abdankung als Refugium diente. Am 3. und 4. August werden ab jeweils 18 Uhr historische Dokumentationen und Spielfilme passend zum Gedenkjahr gezeigt. Im Burgenland wird vom 5. bis 16. September der musikalischen Verarbeitung der Schrecken und Verherrlichung des Krieges sowie der Sehnsucht nach Frieden nachgespürt. Das “Herbstgold”-Festival in Eisenstadt steht 2018 unter dem Zeichen “Krieg und Frieden”.

“100 years after for PEACE” heißt das Kunstprojekt, bei dem sich vom 7. bis 30. September im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste in Wien die junge österreichische und europäische Generation zum Thema “Frieden” und seinen Voraussetzungen äußern soll. Neben Kunstschaffenden und Kulturinstitutionen sind Vertretungen der Länder (Botschaften, Außenministerien, Institute), Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zahlreiche internationale Medienpartner involviert.

Ein Werk, das sowohl Literatur, Musik, Malerei, Architektur als auch Film beeinflusste, wurde 1918 fertiggestellt: Ludwig Wittgenstein diktierte in diesem Jahr die endgültige Fassung seines “Tractatus logico-philosophicus”, mit dem er Weltruhm erlangte. Im Bulgarischen Kulturinstitut im Haus Wittgenstein in Wien wird dessen Wirkung auf die Kulturgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts in der Ausstellung “Ludwig Wittgenstein: Die Tractatus Odyssee” vom 15. Oktober bis 30. November nachgezeichnet.

1918/2018: Geschichtsvermittlung im Jubiläumsjahr

Anlässlich des Gedenkjahres 2018 finden in Wien auch zahlreiche Projekte zur Geschichtsvermittlung statt, die den Wandel von 1918 thematisieren oder sich mit den politischen Folgen und den Auswirkungen des Umbruchs auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung beschäftigen. Höhepunkt ist die Eröffnung des Haus der Geschichte Österreich (HGÖ) zum 100. Geburtstag der Republik.

Ein “Haus der Geschichte” gibt es im Museum Niederösterreich (St. Pölten) bereits seit September. Die erste Schwerpunktausstellung “Die umkämpfte Republik – Österreich 1918-1938” läuft noch bis 24. März 2019 und wird vom monatlichen Zeitzeugenforum “Erlebte Geschichte” und dem Format “Haus der Geschichten” (jeden 3. Sonntag im Monat) begleitet. Am 30. Jänner findet eine Historiker-Doppelconference mit Musikbegleitung vom Orginalklang!Orchester zum Thema “Lager-Feuer. Warum die Erste Republik scheiterte” mit den “original Wiener Zeitenwandlern” Martin Haidinger und Karl Vocelka statt.

Anfang November, wenn sich die Ausrufung der Republik Österreich zum hundertsten Mal jährt, soll das Haus der Geschichte Österreich am Heldenplatz eröffnet werden. Das Museum, dessen Aufgabe es sein wird, die Geschichte Österreichs in den europäischen Kontext zu stellen und als Diskussionsforum zu fungieren, soll eine Lücke in der österreichischen Museums- und Wissenschaftslandschaft schließen. Der 100. Jahrestag der Proklamierung der Republik am 12. November wird mit einem feierlichen Staatsakt in der Wiener Staatsoper begangen.

(APA/Red)

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