1,7 Millionen Euro Schaden: Drei Jahre für Ex-Banker

Trotz des hohen Schadens fiel das Urteil glimpflich aus.
Trotz des hohen Schadens fiel das Urteil glimpflich aus. ©APA-FOTO: ROBERT PARIGGER
Ein ehemaliger Bankangestellter soll seinem Arbeitgeber einen Schaden von 1,7 Millionen Euro zugefügt und rund 400.000 Euro selbst eingesteckt haben. Dafür erhielt er am Mittwoch drei Jahre teilbedingt.

Ein ehemaliger Banker, der mit jahrelangen Malversationen den gerichtlichen Feststellungen zufolge einen Schaden von knapp 1,7 Millionen Euro angerichtet hat, ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht nach zwei Verhandlungstagen zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Trotz des immensen Schadens bekam der 53-Jährige zwei Jahre bedingt nachgesehen.

12 Monate mit Fußfessel

Die Aussichten, dass er den unbedingten Strafteil von zwölf Monaten mit einer Fußfessel im elektronischen überwachten Hausarrest absitzen kann, stehen gut. Die erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen wären erfüllt. Der Schuldspruch wegen Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrugs ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Herbert Eichenseder war mit dem Urteil einverstanden, der Staatsanwalt gab aber vorerst keine Erklärung ab.

Der 53-Jährige hatte als Premium-Kundenbetreuer seit 2008 von Kunden-Konten mit besonders hohem Einlagestand Gelder auf Konten transferiert, deren Inhaber von der Finanzkrise 2008 stark betroffen waren. Obwohl er für deren Verluste gar nicht verantwortlich war, wollte er diese ausgleichen, um die Kunden nicht zu enttäuschen, wie er vor Gericht erklärte. Darüber hinaus hatte der Bankangestellte einigen seiner Kunden ohne entsprechende Genehmigung erhöhte Zinszahlungen zugesichert. Zu diesen beiden Anklagepunkten, die die betroffene Bank knapp 1,2 Millionen Euro gekostet hatten, war der Angeklagte geständig.

481.000 Euro selbst behalten

Dagegen stellte der Ex-Banker - er arbeitet inzwischen in der Altenpflege - die inkriminierten Betrügereien in Abrede, bei denen er mehreren hochbetagten Kundinnen übel mitgespielt haben soll. Er wurde jedoch auch in diesem Punkt verurteilt. Demnach täuschte er bei drei Kundinnen vor, in deren Auftrag Barabhebungen vorzunehmen, wobei er sich die Gelder - insgesamt 481.000 Euro - behielt. Er dürfte sie unter anderem zum Ankauf einer Wohnung verwendet haben.

(APA/red)

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