17-Jährige sollte entführt und vergewaltigt werden

Der Angeklagte muss sich wegen versuchter Vergewaltigung verantworten.
Der Angeklagte muss sich wegen versuchter Vergewaltigung verantworten. ©APA
Der Angeklagte, ein Betreiber eines SM-Clubs, hatte sich am 28. April im Wiener Straflandesgericht zu verantworten, weil er gemeinsam mit einer wesentlich jüngeren Freundin eine 17-Jährige kidnappen, vergewaltigen und danach aussetzen wollte.

Die beabsichtigte Entführung scheiterte nur deshalb, weil ein Passant, der um 3.30 Uhr seinen Hund Gassi führte, die Hilfeschreie des Mädchens hörte und beherzt eingriff, als der 47-jährige Angeklagte versuchte, sein Opfer, auf das er mit einer ein Kilogramm schweren Taschenlampe einschlug, in seinen Pkw zu zerren.

Angeklagter zeigte sich geständig

“Irgendwann wurde der Gedanke geboren, dass wir real eine Vergewaltigung erleben wollen. In weiterer Folge sind wir mindestens zehn, 15 Mal durch Wien gefahren. Mir war etwas mulmig bei der Sache, aber geplant war, dass wir ein Mädchen gefügig machen, um uns beide mit ihr gegen ihren Willen zu amüsieren.”

Der Plural bezog sich auf eine zum Tatzeitpunkt 19-Jährige, die als “Miss Jacqueline” in dem SM-Club tätig war und mit dem Chef ein sexuelles Verhältnis unterhielt. Dessen Ehefrauen waren in dem Etablissement unter den Pseudonymen “Lady Sarah” und “Sklavin Sabine” bekannt. Der 47-Jährige behauptete, die 19-Jährige habe ihn “immer wieder traktiert”, nach einem geeigneten Opfer zu suchen, um den “Kick” einer nicht gestellten Vergewaltigung zu erleben.

Zeugin sagte aus, Angeklagter sei äußerst brutal

Die als Komplizin mitangeklagte Frau, die mittlerweile als Kindergärtnerin arbeitet, stellte das in Abrede. Unter Tränen erzählte sie, wie sie seinerzeit als ehemaliges Pflegekind vom 47-Jährigen aufgenommen und in die SM-Szene eingeführt wurde. Der Angeklagte habe sie geschlagen, unter anderem brennende Zigaretten auf ihrem Körper ausgedämpft und ihr mit einem Skalpell einen Teil der Schamlippen abgeschnitten. Ihr wäre aufgrund der am eigenen Leib erlebten Gewalt gar nichts anderes übrig geblieben, als bei der geplanten Entführung mitzumachen: “Ich hatte nicht die Möglichkeit, Hilfe zu suchen. Ich habe alles nur aus Angst vor ihm getan.”

Angeklagter hatte genaue Vorstellungen von seinem Opfer

Nach Angaben des Angeklagten wurde gezielt nach einer “eher schlanken, zierlichen, 17- bis 18-Jährigen” gesucht. An einer Nachtautobushaltestelle in 1130 Wien bemerkten er und seine Begleiterin ein Mädchen, auf das die erwünschten Eigenschaften zutrafen. Während der Mann den Wagen parkte, stieg die 19-Jährige aus und sprach die unwesentlich Jüngere an. Sie überredete die 17-Jährige schließlich dazu, nicht länger auf den Bus zu warten und sich von ihrem Freund heimbringen zu lassen, der “ums Eck warte”.

Der Angeklagte prügelte auf das Opfer ein

Am Wagen angelangt, schlug der 47-Jährige Angeklagte auf das Mädchen ein, das zusammensackte, aber nicht – wie vorgesehen gewesen wäre – das Bewusstsein verlor. “Ich war halbherzig bei dieser Geschichte dabei”, gab der Angeklagte zu Protokoll, “wenn ich sie wirklich stumm hätte machen wollen, wär’ das wesentlich einfacher gegangen.” Die Sache “sei in die Hose gegangen”, meinte der 47-Jährige: “Der Plan wäre gewesen, dass wir sie fesseln, vergewaltigen, sowohl sie als auch ich, und sie danach aussetzen.”

Der Prozess wurde am 28. April vertagt und wird Ende Juni fortgesetzt.

 

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