16-Jähriger gesteht versuchten Prostituierten-Mord

Der 16-jährige Täter bekannte sich am Wiener Straflandesgericht schuldig.
Der 16-jährige Täter bekannte sich am Wiener Straflandesgericht schuldig. ©APA
Er hatte die 25-Jährige 22 Mal in die Brust, den Hals und den Bauch gestochen. Als der 16-jährige Täter dachte sein Opfer sei tot, wollte er sie aus dem Fenster werfen. Heute gab er am Straflandesgericht die Tat zu.
Bilder vom Tatort
15-Jähriger wollte Callgirl töten

Der Jugendliche hatte am 18. September 2010 über eine Zeitungsannonce ein Callgirl in die Wohnung seiner Mutter in 1100 Wien bestellt, nachdem diese mit seinem jüngeren Halbbruder auf das Land gefahren war. Als die Frau – eine 25 Jahre alte, aus Rumänien stammende Frau, die ihren ersten Arbeitstag bei der Agentur absolvierte – eintraf, lockte der Bursch sie in den Keller, wo er sie zunächst mit einer Schneeschaufel zu Boden schlug.

Das Opfer bekreuzigte sich bevor der Täter zustach

Danach zerrte er die benommene Frau durchs Stiegenhaus zurück in die Wohnung in 1100 Wien. Aus der Küche holte er dann ein Messer mit einer Klingenlänge von 14,5 Zentimeter. Obwohl sich das am Boden liegende Opfer bekreuzigte, die Hände faltete und “Please not! Please not!” flehte, stach ihr der damals noch 15-Jährige Täter die Klinge 22 Mal in Brust, Hals und Bauch. Danach wollte er der Frau den Hals durchschneiden, was die 25-Jährige mit – wie tiefe Schnittwunden an den Armen und Händen belegten – heftigen Abwehrbewegungen verhindern konnte.

Der Täter ließ von der Frau erst ab, als sie sich tot stellte

Er stülpte ihr einen gefüllten Müllsack über den Kopf und wollte die vermeintliche Leiche aus dem Fenster in den Innenhof in 1100 Wien kippen. Das klappte nur deshalb nicht, weil eine Nachbarin aus dem Fenster sah, wie Staatsanwältin Juliane Schüller erklärte. Also wickelte der Schüler, der einen Polytechnischen Lehrgang besuchte, sie in einen Teppich.

Täter erzählte, er sei überfallen worden

Als seine Mutter anrief, die von einer anderen Nachbarin per Mobiltelefon kontaktiert worden war, weil aus der Wohnung Hilfeschreie zu vernehmen gewesen waren, erzählte ihr der Täter, er sei in der Wohnung in 1100 Wien von zwei Männern und einer Frau überfallen worden. Diese Geschichte tischte er dann auch der betreffenden Nachbarin auf, die schließlich an der Wohnungstür läutete. Auch der Polizei gegenüber blieb der Bursch zunächst bei der Überfall-Version und bezichtigte die lebensgefährlich Verletzte als Räuberin, deren Komplizen er in die Flucht geschlagen habe.

 

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