15 Jahre nach Haban-Mord in Wien: Verdächtiger in Italien festgenommen

Verdächtiger 15 Jahre nach Haban-Mord in Italien festgenommen
Verdächtiger 15 Jahre nach Haban-Mord in Italien festgenommen ©APA (Sujet)
15 Jahre, nachdem in der Wiener Innenstadt der Geschäftsführer des Juweliers Haban bei einem versuchten Überfall erschossen worden war, konnte die Polizei in Italien einen Verdächtiger festnehmen.
Spektakuläre Verhaftung
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Panne bei Prozess

Entsprechende Medienberichte bestätigte das Bundeskriminalamt (BK) der APA. Für den mittlerweile 40-Jährigen klickten Anfang Dezember in Bologna die Handschellen. Er soll nun nach Österreich ausgeliefert werden.

Wiener Juwelier vor 15 Jahren erschossen

Österreich hatte via Interpol nach Michele D. gefahndet. Die Festnahme erfolgte laut BK-Sprecher Mario Hejl wegen mehrerer Delikte. Der 40-Jährige wird verdächtigt, am 9. Mai 1998 Haban-Geschäftsführer Siegfried Goluch in Anwesenheit von zwei Kunden erschossen zu haben.

Er stand dafür mit zwei mutmaßlichen Komplizen in Italien vor Gericht. Alle drei Männer wurden nach zwei langwierigen Rechtsgängen in Italien rechtskräftig vom Mordvorwurf freigesprochen.

Haban-Mord: Verdächtiger in Italien festgenommen

Ein mutmaßlicher Komplize von Michele D., Massimiliano F., wurde Anfang 2003 in München festgenommen und nach Österreich ausgeliefert. Hierzulande wurde der Standpunkt vertreten, dass die italienische Entscheidung das Wiener Verfahren nicht berühre, da der Fall zu keinem Zeitpunkt an Italien abgetreten worden war. In Wien wurde Massimiliano F. wegen des Überfalls auf den Juwelier Haban schließlich der Prozess gemacht – und F. wurde 2004 wie schon in Italien 2003 rechtskräftig freigesprochen.

Michele D. wiederum wurde im April 2004 im Zusammenhang mit dem Tod eines italienischen Polizisten festgenommen. Er hatte zuvor einen Polizisten überfahren und dabei getötet. Dafür wurde er in Italien wegen Mordes verurteilt.

1.800 Euro bei Überfall erbeutet

2010 erfolgte die nächste Festnahme von Michele D., wegen eines Überfalls auf einen Juwelier in Bologna. D. war zu diesem Zeitpunkt noch in Haft, durfte jedoch zwischen 8.00 und 21.00 Uhr mit Genehmigung des Richters außerhalb des Gefängnisses einer Arbeit nachgehen. Bei dem Überfall hatte er Schmuck und Bargeld in Höhe von 1.800 Euro erbeutet.

Der Juwelier hatte sich jedoch das Kennzeichen des Motorrads gemerkt, mit dem D. geflüchtet war. In weiterer Folge wurde der 40-Jährige wegen guter Führung frühzeitig entlassen, bis nun Anfang Dezember zum wiederholten Mal die Handschellen für ihn klickten.

(APA)

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