14. Life Ball: Ein "Chor der Liebe"

Mit einem „Chor der Liebe“ gegen Ignoranz und Vorurteile feierte Samstagabend der Wiener Life Ball zum 14. Mal im Rathaus ein farbenprächtiges Fest.

Ein Starreigen, der sich sehen lassen konnte, stimmte in das Motto ein: Hollywoodstar Sharon Stone, die französische Schauspielerin Catherine Deneuve, Supermodel Naomi Campbell, die Popstars Anastacia, Nina Hagen und Simon Webbe sowie Kool & The Gang machten mit den Waffen der Pop-Kultur auf die die Immunschwächekrankheit Aids – über 40 Millionen Menschen weltweit sind mit HIV infiziert – aufmerksam.

„Jede Minute, jede Sekunde stirbt ein Mensch an Aids. Kämpfen wir gemeinsam gegen diese Minute und diese Sekunde“, meinte Sharon Stone in ihrer tränenreichen Rede vor mehreren tausend Ballbesuchern sowie Zaungästen auf dem Rathausplatz. Die Schauspielerin kam in ihrer Funktion als amtierende Präsidentin der American Foundation for Aids Research (amfAR). Ihr Auftritt markierte zugleich den Beginn einer groß angelegten internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Life Ball und amfAR. Stone erklärte, dass die Einnahmen des Life Balls für amfAR zu 100 Prozent der Aids-Forschung zu Gute komme.

Das Motto des heurigen Festes „A Choir of Love against an Army of Ignorance“ stand ganz im Zeichen der Operette. Die Melodien von Johann Strauss und Franz Lehar wurden aber ganz dem Spektakel angepasst und von Interpreten dargebracht, die man nicht unbedingt mit der Operette assoziiert, wie etwa die deutsche Punksängerin Nina Hagen. Moderiert wurde die Eröffnung von der „Romy“-Preisträgerin Sonya Kraus und dem Schauspieler und „Jedermann“-Darsteller Peter Simonischek. Die französische Filmdiva Catherine Deneuve überreichte der Organisation “Ärzte ohne Grenzen“ den von Swarovski gestifteten „Life Ball Crystal of Hope“. Das Preisgeld von 100.000 Euro kommt deren Projekt „SAMBA“ zur Früherkennung von HIV bei Babys zu Gute.

Die alljährliche Modeshow wurde heuer von dem italienischen Label Diesel ausgerichtet. Topmodel Naomi Campbell, die ihr 20-jähriges Laufsteg-Jubiläum feierte, eröffnete in einem rot glitzernden Minikleid mit raffinierten Ausschnitten den überdimensionalen Red Ribbon-Catwalk zu den Klängen von „Sympathy For The Devil“ von den Rollings Stones. Das heimische Topmodel Cordula Reyer wiederum glänzte in weißen Jeans und Rüschenhemd umgeben von einem hellen Jeansmantel. Ebenso in cremefarbenen Teilen war Schauspielerin Ernie Mangold zu sehen. Viel Jeansstoff dominierte auch beim Military-Look, der Matrosen-Stil sowie bei den hellblauen Romantikteilen.

Die Besucher trugen wiederum ihren Teil zu dem Spektakel bei. „Ich habe noch nie so viele Kostüme am Life Ball gesehen“, freute sich Organisator Gery Keszler. Die schrillen Outfits wurden mittlerweile zu einer eigenen Modelinie: Wie die Jahre zuvor dominierten: Nackt, Fast-Nackt, Leder, Latex, opulente Eigenkreationen und Bodypainting.

Auf Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Umweltminister Josef Pröll (V) färbten die bunten Outfits der Gäste allerdings nicht ab. Beide waren im schlichten Smoking erschienen. „Das ist unsere Regierungsuniform“, witzelte Grasser. Ehefrau Fiona Swarovski machte sich umgehend für das konservative Outfit stark: „Männer sehen im Smoking doch am besten aus“, meinte die Designerin. Selbst einmal die Modeschau auszurichten, ist für Swarovski übrigens kein Traum. „Das überlasse ich liebe den ’big playern’“, gab sie sich bescheiden.

Die Einnahmen des Festes kommen auch heuer zur Gänze nationaler und internationaler Aids-Hilfe-Projekten zu Gute. Vergangenes Jahr spielte die Veranstaltung mit 1,017.673,75 Euro erstmals über eine Million ein.

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