14-Jähriger soll Mitschüler geschlagen haben: Prozess in Salzburg

Ein 14-jähriger Hauptschüler soll in der Stadt Salzburg im vergangenen Sommersemester Mitschüler am Hals gepackt, mit Fäusten geschlagen und mit dem Umbringen bedroht haben.
Laut Strafantrag waren vier Schüler betroffen. “Ich bin provoziert worden”, rechtfertigte sich der Bub am Donnerstag vor einer Strafrichterin am Landesgericht Salzburg. Die Drohungen habe er nicht ernst gemeint. Doch einige Klassenkameraden bezeichneten ihn als aggressiv, sie hätten sich vor ihm gefürchtet. Der Prozess wurde zur Einvernahme von weiteren Zeugen auf den 4. November vertagt.

Zwei Mitschüler berichteten von roten und blauen Flecken, die ihnen zugefügt worden seien. “Angezeigt worden bist du schon relativ oft”, sagte Einzelrichterin Bettina Maxones-Kurkowski. Verteidiger Michael Hofer verstand nicht, warum dieser Fall vor das Strafgericht gekommen ist: “Das sollte eigentlich schulintern gelöst werden. Die Pädagogen sind nicht in der Lage, derartiges in den Griff zu bekommen.” Es sei eigentlich nichts vorgefallen, außer dass der Teenager auf dem Weg zum Hort zündelte und unglücklicherweise 25 Thujen abbrannten. “Ein Lausbubenstreich – bei Ludwig Thoma war das an der Tagesordnung”, so der Verteidiger. Der Besitzer der Thujenhecke nannte allerdings einen Schaden von 4.000 Euro, den die Versicherung errechnet hatte.

In der zweiten HS-Klasse mit Mitschülern zerstritten
Der Angeklagte – er stammt aus dem Ausland – bezeichnete sich als “sanften Typ”. In der ersten Klasse Hauptschule hätte er sich noch mit seinen Mitschülern vertragen, doch in der zweiten Klasse habe er sich mit ihnen zerstritten. “Wenn mich jeder drei Jahre lang provoziert, dann reißt mir auch einmal der Kragen.” Ein Mitschüler habe ihm den Mittelfinger gezeigt, ein weiterer “stieß mich, ich fiel gegen einen Tisch und brach mir den Ellbogen”, schilderte der Angeklagte. Eine Mitschülerin hätte ihn “Hurensohn” genannt, was das Mädchen im Zeugenstand auch bestätigte: “Er hat mich vorher genervt und fuhr mir mit dem Fahrrad rein.” Im Prinzip habe der Beschuldigte aber “nichts arges” gemacht, sagte ein anderer.

Der 14-Jährige wurde von der Schule suspendiert und dann entlassen. Er lebt nun in einer Wohngemeinschaft einer sozialen Einrichtung und besucht eine Schule auf dem Land. “Wir verstehen uns dort alle gut”, betonte der Schüler. Der Verteidiger legte der Richterin ein Schreiben vor, in dem die jetzigen Lehrer den Teenager als “unauffällig, brav und konzentriert” beschrieben hatten.

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