13 Jahre Haft für Raubmörder, der Bank ausraubte

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Ein im Jahr 1980 zu 20 Jahren Haft verurteilter Raubmörder ist am Donnerstag von einem Wiener Schwurgericht wegen Bankraubs zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt worden.

Dabei hatte sich der 49-Jährige ernsthaft um einen Neuanfang bemüht, als er 1999 aus dem Gefängnis entlassen wurde. Sieben Jahre lang ließ er sich nichts mehr zu Schulden kommen. Dann ging ihm allerdings das Geld aus. „Es war eher eine Verzweiflungstat“, schilderte er nun den Geschworenen den Überfall.

Mit einer über den Kopf gezogenen Sturmhaube und einer geladenen Pistole im Hosenbund war der Mann am 25. August 2006 in eine „Erste“-Filiale in der Wollzeile marschiert. „Nur Scheine! Keine Münzen!“, verlangte er von der Kassierin, der er sogleich eine Tasche und ein Sackerl aufs Pult legte. Als die Frau diese mit 70.000 Euro befüllt hatte, suchte der maskierte Täter das Weite.

Ein beherzter Bankangestellter nahm allerdings die Verfolgung auf und stellte per Mobiltelefon Kontakt zur Polizei her. Der Räuber bemerkte den Mann und rief ihm mitten in der Innenstadt ein lautes „Schleich di!“ zu. Der Angestellte ließ sich nicht abschütteln, drei Gassen weiter lief der Bankräuber einem Großaufgebot der Polizei in die Arme.

Er habe seinen Job als Gärtner verloren und auf Grund seiner Vorstrafe keinen mehr bekommen. Da sei ihm die Idee gekommen, „eine Bank zu machen“, gab der 49-Jährige nun zu Protokoll. Zwei Tage vor dem Coup habe er mehrere Institute ausgekundschaftet und schließlich seine Wahl getroffen: „Die ganzen Rechnungen sind ang’standen. Es war leider der einzige Ausweg. Es gab keine andere Möglichkeit, zu Geld zu kommen.“

„Warum sind Sie nicht zur Caritas oder der Diakonie gegangen und haben um Hilfe gebeten?“, fragte Staatsanwalt Peter Losert. „Tut mir Leid, ich wollte das alleine in den Griff kriegen“, beschied ihm der Angeklagte.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger legte dagegen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein.

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