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11. 03. 1991: Udo Proksch verurteilt

U. Proksch 1992 - &copy APA
U. Proksch 1992 - &copy APA
Morgen, Samstag, vor 15 Jahren ist einer der aufwendigsten und Aufsehen erregendsten Strafprozesse der österreichischen Justizgeschichte mit einem Schuldspruch in erster Instanz zu Ende gegangen:

Udo Proksch, einstiges Liebkind der Wiener Society, wurde am 11. März 1991 wegen Mordes und Mordversuchs in je sechs Fällen, vorsätzlicher Gefährdung durch Sprengmittel und versuchtem Versicherungsbetrug – es ging um mehr als 200 Millionen Schilling – zu 20 Jahren Haft verurteilt.

In zweiter Instanz wurde das Strafmaß vom Obersten Gerichtshof auf lebenslang erhöht. Proksch starb am 27. Juni 2001 im Alter von 67 Jahren als Häftling der Grazer Strafvollzugsanstalt Karlau nach einer Herztransplantation im Landeskrankenhaus Graz. Zu seinem Begräbnis in Wien kamen rund 300 Trauergäste, unter ihnen seine Ex-Frau Erika Pluhar, der am 2. März 2006 verstorbene Wiener Alt-Bürgermeister Leopold Gratz, Ex-ORF-Generalintendant Teddy Podgorsky und Niki Lauda.

Proksch war angeklagt, 1977 ziemlich wertlose Teile einer Kohlenförderanlage als vermeintliche Uranerzaufbereitungsanlage per Schiff Richtung Hongkong geschickt und die „Lucona“ durch eine Explosion im Indischen Ozean versenkt zu haben. Damals fanden sechs Seeleute den Tod.

Dem Prozess am Wiener Landesgericht mit 57 Verhandlungstagen, 55 Zeugen und erfolgreicher Lucona-Suche war nicht nur die Flucht des Verdächtigen auf die Philippinen, eine plastische Gesichtsoperation und die freiwillige Rückkehr vorangegangen, sondern auch die Veröffentlichung des Buchs „Der Fall Lucona“, das binnen kürzester Zeit zum Bestseller wurde. Autor Hans Pretterebner legte darin nicht nur den versuchten Versicherungsbetrug dar, sondern auch das Nahverhältnis von Proksch zu SPÖ-Politikern wie Gratz und Karl Blecha, denen er vorwarf, die Ermittlungen behindert zu haben. Beide gerieten ins politische Abseits.

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