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108. Frauentag steht im Zeichen des Frauenwahlrechts

Der 108. Frauentag steht im Zeichen des Frauenwahlrechts.
Der 108. Frauentag steht im Zeichen des Frauenwahlrechts. ©APA/MARIE-THERES FISCHER
Der 108. Frauentag steht ganz im Zeichen des Frauenwahlrechts. Anlässlich dazu lädt der Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu einer Veranstaltung in die Wiener Hofburg.
Die Hofburg in weiblicher Hand

Heute wird der Internationale Frauentag für mehr Chancengleichheit zum 108. Mal begangen. Im Zentrum der zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen standen und stehen thematisch dieses Mal das Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht, die Europawahl sowie der Gewaltschutz.

Die SPÖ Frauen informieren Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz über den Europawahlkampf der Frauen. Vormittags findet dann in der Präsidentschaftskanzlei eine Veranstaltung mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seiner Frau Doris Schmidauer statt. Das Parlament eröffnet am Frauentag am Heldenplatz die Ausstellung “Gleiche Rechte – 100 Jahre Wahlrecht für Frauen”. Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) besuchte im Vorfeld passend zu ihrem Arbeitsschwerpunkt Gewaltschutz eine Männerberatung, um auf Prävention und Täterarbeit hinzuweisen.

Frauentag geht auf Streik im Jahr 1908 zurück

Die Einrichtung des Frauentags geht auf einen Streik von Textilarbeiterinnen 1908 in den USA zurück. Laut den Vereinten Nationen haben dabei Frauen in New York gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert. Am 19. März 1911 fand in Wien die erste große Demonstration für die Rechte der Frauen statt.

Ausstellung “100 Jahre Wahlrecht” eröffnet am Wiener Heldenplatz

Das Parlament eröffnet am heutigen Frauentag am Heldenplatz die Ausstellung “Gleiche Rechte – 100 Jahre Wahlrecht für Frauen”. Auf den zehn Standrahmen, die schon bei der vorangegangenen Ausstellung zur Republiksgründung Besucher anzogen, sind die acht Vorreiterinnen im österreichischen Parlament und die historische Entwicklung der Frauen in der Politik abgebildet.

Das Wahlrecht ist ein zentraler Zugang zur Mitgestaltung der Gesellschaft. Heute ist es selbstverständlich, dass Frauen wählen und gewählt werden, bis dahin war es aber ein langer Weg. Die erste Sitzung der Konstituierenden Nationalversammlung jährte sich am 4. März zum 100. Mal. Damals zogen die ersten acht weiblichen Abgeordneten ins Parlament ein. Ihnen und weiteren Pionierinnen ist die Ausstellung gewidmet.

Eröffnet wird sie am Freitag von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ). “Die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau ist in unserem Land verwirklicht. Es bedarf aber noch einer Reihe von Maßnahmen um auch die Gleichstellung in der Gesellschaft im allgemeinen und in der Arbeitswelt im speziellen zu verwirklichen”, erklärte dazu Sobotka gegenüber der APA.

Wiener Hofburg in weiblicher Hand

Die Präsidentschaftskanzlei war am Freitag fest in weiblicher Hand: Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer baten anlässlich des Internationalen Frauentags Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Privatwirtschaft zur Vorführung einer Dokumentation über Frauenhäuser. Das Staatsoberhaupt outete sich vor seinen Gästen als “männlicher Feminist”.

Alle Frauen hier bildeten ab, was die Gesellschaft an weiblichem Potenzial zu bieten hat – “und was Österreich auf allen Ebenen versäumt, wenn Frauen nicht oder nicht ausreichend vertreten sind”, betonte Schmidauer in ihrer Ansprache, der unter anderem die Nationalratspräsidentinnen Doris Bures (SPÖ) und Anneliese Kitzmüller (FPÖ) und Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker lauschten. “Das Erreichte soll uns Ansporn und Motivation sein”, denn es gebe noch immer viel zu tun, damit Gleichstellung auf allen Ebenen durchgesetzt sei, meinte Schmidauer.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen eine Rede von Sibylle Hamann und die Vorführung von “Home Sweet Home”, einer Dokumentation über von Gewalt betroffene Frauen, die im Frauenhaus ein neues Leben begonnen haben – gewidmet “jenen Heldinnen, die Gewalt erfahren und es geschafft haben, diesem Teufelskreis zu entkommen”, erklärte Schmidauer.

“Und ganz generell: the future is female”, wählte Schmidauer Schlussworte, die für tosenden Applaus des Publikums sorgten. Er habe aufmerksam zugehört, versicherte sodann der Bundespräsident. “Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich alles unterschreiben kann, und insofern betrachte ich mich als männlichen Feministen”, ließ Van der Bellen wissen. Gleichstellung auf allen Ebenen sollte eigentlich “eine Selbstverständlichkeit” sein.

Es gebe aber noch “ein bissl was zu tun”, findet auch das Staatsoberhaupt – auch in Hinblick auf die Politik. Neben 100 Jahren Frauenwahlrecht erinnerte Van der Bellen nämlich auch an “100 Jahre männliche Bundespräsidenten”, und “bevor Sie über mich herfallen, füge ich hinzu: auch 100 Jahre männliche Bundeskanzler” und “100 Jahre männliche Verteidigungsminister”, brachte er einige Beispiele.

“Dieser 8. März ist Ihr Feiertag, ist Ihr Kampftag, aber es ist nicht Ihr Kampf allein”, versprach Van der Bellen den Frauen, denn es seien auch Männer dabei, diesen Kampf zu führen.

(APA/Red)

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