1. September 1939: Polenfeldzug eröffnete 2. Weltkrieg

Hitlers Kriegsrede
Hitlers Kriegsrede ©APA
Heute vor 70 Jahren begann der zweite Weltkrieg, der in Summe mehr als 50 Millionen Menschenleben weltweit forderte. Er begann mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen und der Aufteilung des Landes zwischen Hitlers Deutschland und Stalins Sowjetunion, entsprechend dem Molotow-Ribbentrop-Pakt, auch Hitler-Stalin-Pakt genannt, der die ideologischen Todfeinde überraschend - vorübergehend - einte.
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Gefühle im heutigen Polen

Als die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939 ohne vorherige Kriegserklärung in Polen einmarschierte, begann der Polenfeldzug, der erste Akt im Zweiten Weltkrieg. Gerechtfertigt wurde die Invasion durch mehrere Grenzzwischenfälle, die allerdings nicht wirklich von Polen ausgingen, sondern von der SS nur vorgetäuscht waren. Beteiligte Soldaten berichteten in eidesstattlichen Aussagen von ihren Aktionen, speziell vom Überfall auf eine deutsche Radiostation im damaligen Gleiwitz, heute Gliwice, am 31. August 1939.

Vorgetäuschte Provokationen

Diese vorgespielten Angriffe auf Hitlerdeutschland erklären auch den ansonsten verwirrenden Inhalt der Rede Hitlers anlässlich der lange vorbereiteten Offensive gegen Polen: “Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“, es werde nun “Bombe mit Bombe vergolten,” behauptete er im Radio, während die Panzer ins nur unzureichend vorbereitete Polen rollten.

Es war in Wahrheit auch erst 04:45 Uhr – ungefähr – als deutsche Sturzkampfflieger bereits mit der Bombardierung der polnischen Stadt Wielún, 100 Kilometer östlich von Breslau, begannen. Siebzig Prozent der Stadt wurden dabei zerstört, 1.200 der 16.000 Bewohner kamen um. Das war unzweifelhaft noch vor dem Krieg – auch wenn es nie eine Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Polen gab.

Seeangriff gegen Danzig

Das deutsche Schiff “Schleswig-Holstein” begann in der Nacht, ein polnisches Munitionslager vor Danzig zu beschießen. Die polnische Regierung forderte daraufhin Hilfe von Frankreich und Großbritannien an, welche Deutschland bereits am folgenden Tag ein Ultimatum stellten. Es wurde der sofortige Rückzug aller Truppen aus Polen gefordert.

Appeasement

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Westmächte eine “Appeasement“-Politik verfolgt und Hitler mehrere Aufrüstungs und Expansionsschritte zugestanden — unter anderem zählt dazu die Gründung deutscher bewaffneter Verbände, der Aufbau von deutschen Panzereinheiten und schließlich der “Anschluss” Österreichs an Hitlerdeutschland und der Einmarsch nach Tschechien zum “Schutz” der Sudeten. Dabei verzichteten Großbritannien und Frankreich stets auf Konsequenzen, in der Hoffnung, der aktuell letzte Schritt sei ausreichend und würde den Machthunger der Nationalsozialisten stillen und weitere Probleme vermeiden. Erst im März 1939, als Deutsche in Prag standen, ging Großbritannien von dieser Taktik ab und gab eine Garantieerklärung für die Unverletzlichkeit polnischen Territoriums ab.

Hitler befolgte dieses Ultimatum nicht, woraufhin die beiden Großmächte am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärten. Es war der Beginn des Zweiten Weltkriegs, auch wenn an diesem Tag noch niemand vorhersehen konnte, welche unmäßige Gewalt in den kommenden Jahren noch ausgeübt werden sollte. Allerdings folgten dieser Kriegserklärung nur minimale militärische Handlungen und der so genannte “Sitzkrieg”, sodass für Polen keine große Entlastung entstand und im folgenden “Blitzkrieg” 1940 in Nordfrankreich die alliierten Hilfstruppen selbst in größte Gefahr gerieten und schwere Verluste hinnehmen mussten.

Polnische Niederlage

Am 17. September wurde jedenfalls der polnische Widerstand von der Wehrmacht zerschlagen und der polnische Staat brach zusammen. Die Regierung floh nach Rumänien und dem geheimen Zusatzprotokolls im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939 folgend besetzte die bereits an der Grenze wartende Rote Armee ohne polnischen Widerstand Teile Ostpolens.

Einen Tag später schlossen deutsche Truppen auch die Hauptstadt Warschau ein. Am 27. und 28. September wurde die Stadt bombardiert und schließlich eingenommen. Die letzten polnischen Truppen kapitulierten am 6. Oktober 1939, was als Ende des Polenfeldzugs gilt. Die Regierung, welche sich noch immer im Exil in Rumänien befand, kapitulierte jedoch nicht und setzte ihren Widerstand gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten den gesamten Weltkrieg über fort.

Am 8. Oktober 1939 teilten das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet auf. Die nach dem Ersten Weltkrieg abgetretenen polnischen Gebiete und weitere Gebiete Zentralpolens wurden an das Deutsche Reich angegliedert, Ostpolen fiel an die Sowjetunion.

Hitler befolgte dieses Ultimatum nicht, woraufhin die beiden Großmächte am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärten. Allerdings folgten dieser Kriegserklärung nur minimale militärische Handlungen, sodass für Polen keine große Entlastung entstand.
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