1.000-Kinder-Nutten in Österreich!

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Unfassbar: 1.000 Kinder und Jugendliche arbeiten bei uns in Österreich als Prostituierte! Allein in Wien gehen 200 Minderjährige auf den Strich!

Das sagte Astrid Winkler von der Kinderschutzorganisation ECPAT am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Kinderhandel und -prostitution haben in den vergangenen Jahren international zugenommen, hieß es anlässlich der Veröffentlichung eines Monitoringberichts zur kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen.

Laut Bundeskriminalamt wurden von Jänner bis November 2006 sechs Fälle von Kinderprostitution bekannt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es vier. Auch pornografische Darstellungen im Internet sind in Österreich ein Problem: Im Vorjahr wurden hier zu Lande mehr als 900 strafrechtlich relevante Online-Handlungen registriert. “95 Prozent davon haben Kinderpornografie betroffen“, sagte Helmut Sax vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. 2006 wurden bei der Polizei von Jänner bis November übrigens 225 solcher Fälle bekannt. Im Vergleichszeitraum 2005 waren es etwa ein Drittel mehr (329).

Etwa 2.500 bis 4.500 Männer aus Österreich haben laut Schätzungen der Organisation im Ausland Sex mit Minderjährigen. Drei Fälle werden derzeit polizeilich und gerichtlich verfolgt. Laut Polizeiexperten liegt die Dunkelziffer weit höher: Auf ein bekannt gewordenes Delikt dürften 1.000 kommen, die unentdeckt bleiben.

Österreichische Sextouristen seien zunehmend in grenznahen Ländern unterwegs. „Tschechien ist ein Problemgebiet“, sagte Astrid Winkler. Aber auch die Schwarzmeerküste werde zu diesen Zweck immer häufiger von Österreichern frequentiert. Oft werde Kinderprostitution dort hinter Begleit-Service-Angeboten versteckt, sagte sie.

International ist ein Anstieg bei der Prostitution von Buben zu bemerken, sagte Alessia Altamura von ECPAT International. Vor allem in Bangladesch, Pakistan und Indien sind sie immer häufiger Sex-Opfer. Die traditionellen Destinationen Thailand und die Philippinen werden von europäischen Kindersextouristen zunehmend gemieden – sie weichen dafür nach Indonesien oder Kambodscha aus, sagte sie.

In westlichen Ländern wird laut ECPAT immer öfter das Phänomen der „freiwilligen Prostitution“ beobachtet: Jugendliche verkaufen ihren Körper wegen des gestiegenen Konsum- und Kaufdrucks. Häufiger werde auch die so genannte „peer-to-peer“-Ausbeutung, bei der Jugendliche pornografische Handy-Videos oder -Bilder von Gleichaltrigen machen und diese verbreiten.

„Der Handel von Kindern zur kommerziellen sexuellen Ausbeutung ist ein wachsendes Phänomen in Europa“, sagte Altamura. In Wien nahm die Magistratsstelle für unbegleitete Minderjährige von 2003 bis 2005 weit über 500 Kinder auf. Jüngere Mädchen wurden meist zu sexuellen Dienstleistungen gezwungen, Jugendliche zum Betteln und Stehlen, so ECPAT.

In punkto Kinderprostitution, -pornografie und -handel liegt Österreich „im europäischen Trend. In der Gesetzgebung gibt es Verbesserungen aber die Umsetzung hinkt diesen Standards hinterher“, kritisierte Helmut Sax. Eine bessere Durchsetzung scheitere unter anderem am Fehlen von statistischen Daten und an der Länder und Ressort übergreifenden Koordination.

Von einer neuen Bundesregierung forderte die Kinderschutzorganisation den Nationalen Aktionsplan Kinderrechte 2004 „mit Leben zu erfüllen“, sagte Winkler. Außerdem müsse die Datenlage zu Missbrauchsfällen ausgebaut werden, ein Betreuungskonzept für Opfer erarbeitet sowie mehr finanzielle Mittel für Kampagnen bereitgestellt werden.

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