Yoga (nicht nur) für Rockstars: Das war die Yoga Planet und Vegan Planet 2016

Von Daniela Herger
Bei der Yoga Planet im MAK
Bei der Yoga Planet im MAK - © Teresa Arias
Von Freitag bis Sonntag stand das MAK Wien ganz im Zeichen von Yoga und veganer Ernährung. VIENNA.at war vor Ort, um sich bei der Yoga Planet und Vegan Planet umzusehen und hat verschiedene Yoga-Stile getestet.

Yoga findet für gewöhnlich in relativer Stille statt. Nicht so im Rahmen einer großen Yogamesse wie der Yoga Planet in Wien, die von 25. bis 27. November 2016 bereits zum dritten Mal stattfand. Geschäftiges Treiben und jede Menge begeisterter Andrang herrschten an diesem Wochenende im MAK – kein Wunder, wurde doch in Sachen Yoga und vegane Lebensweise jede Menge geboten.

Die Vielfalt des Yoga im Trubel des MAK Wien

Die Herausforderung für jene, die in diesem Setting Yoga praktizieren wollten, bestand unter anderem darin, Umgebungsgeräusche auszublenden. Schaffte man dies, wurde man jedoch reich belohnt – mit der Chance, seinen Horizont in Sachen Asanas zusammen mit verschiedensten Lehrerinnen und Lehrern gehörig zu erweitern. VIENNA.at durfte sich davon überzeugen, was etwa Luna Yoga und Forrest Yoga zu bieten haben – oder auch Hatha Yoga mit Kathi Wogrolly, die ansonsten in der Wiener Lugner City eher als Bikram Yoga-Lehrerin aktiv ist.

Verzichten mussten die Messe-Besucher leider auf die angekündigten Yoga-Einheiten mit Patrick Broome, der als Yogalehrer der deutschen Fußballnationalmannschaft Bekanntheit erlangt hat. Dieser war nämlich nach Angaben der Veranstalter kurzfristig wegen Krankheit sowie dem Streik der deutschen Lufthansa verhindert und musste der Yoga und Vegan Planet 2016 daher bedauerlicherweise fern bleiben.

Yoga für – verstorbene und lebendige – Rockstars

“Hatha Yoga mit Kathi Wogrolly” im “Lotuscrafts Space” erwies sich auch für Yoga-Erfahrene, obwohl es sich um keine Bikram-Einheit handelte, als äußerst schweißtreibend. Hier wurde ein anspruchsvolles, forderndes Programm gefahren und bereits einiges an Vorkenntnissen vorausgesetzt, was blutige Anfänger eher frustriert haben dürfte. Persönliches Highlight: Die Position “Rockstar”, auch bekannt als “Wild Thing” oder auf Sanskrit “Camatkarasana”, die Wogrolly den heuer verstorbenen Rock- und Popmusik-Größen David Bowie, Prince und Leonard Cohen widmete. Die Dreiviertelstunde verging rasch und hinterließ die Teilnehmer mit dem Gefühl, hier in Sachen Yoga bereits ganz schön etwas “geleistet” zu haben – obwohl es darum ja bekanntlich im Yoga genau nicht geht. Sehr nett waren die von Wogrolly mitgebrachten Goodies in Form von Wettex-Tüchern mit Blumen- und Vogel-Aufdruck, dem Spruch “The only constant in life is change” sowie Branding ihres Wiener Yogastudios Yoga College.

Auch ruhigere Stile bei der Yoga Planet 2016

Das absolute Kontrastprogramm dazu bildete die darauffolgende Einheit “Luna Yoga mit Romana Steinhuber”. Diese ruhig und langsam anmutende Yoga-Form wird besonders Frauen ans Herz gelegt, da laut Beschreibung “auf die Besonderheiten der Weiblichkeit wie z.B. Zyklus, Beckenboden und Wechseljahre” eingegangen wird. Körper- und Atemübungen sollen für Entspannung sorgen, “kraftvolle Tänze” stehen ebenfalls auf dem Programm. Steinhuber leitete mit gleichförmiger Stimme Übungen an, die sich über gefühlt lange Zeit immer wiederholen und für Ermüdungserscheinungen etwa in den lange gebeugt gehaltenen Knien oder ausgestreckt bleibenden Armen sorgten. Schnell wird klar: Wer große Dynamik und fließendere Flows sucht, ist bei diesem Stil fehl am Platz. Gefühlsmäßig ist die Zielgruppe auch ein eher betagteres Publikum. Vorzeitig verlasse ich die Einheit, da ich mit noch größerer Spannung dem Forrest Yoga im “Bodhi Yoga Space”, dem anderen Yoga-Studio-Bereich im MAK, entgegensehe.

Mein Highlight: “Forrest Yoga” im Test

“Forrest Yoga”, das Physiotherapeutin und Yogalehrerin Maria Abel auf der Yoga Planet unterrichtet, hat nicht etwa – wie man phonetisch glauben könnte – mit Wald zu tun, sondern trägt diesen Namen wegen Begründerin Ana Forrest. Lebendigkeit wird hier groß geschrieben, es darf per definitionem gerne anstrengend sein. Und das ist es auch: Intensive Bauchmuskelübungen, wie sie für diesen Stil meiner späteren Recherche zufolge typisch sind, bringen die Teilnehmer an ihre Grenzen. Abel sprüht dabei jedoch vor lauter positiver Energie und motiviert mit ihrer bestärkenden Art, auch dann durchzuhalten, wenn es anstrengend wird.

Gerne bricht sie immer wieder mit der Erwartungshaltung der Yogis und Yoginis, die sich dicht gedrängt im “Bodhi Yoga Space” versammelt haben, um ihren Anleitungen zu folgen. Die “Forrest Yoga”-Einheit ist perfekt organisiert, da ein Assistent und eine Assistentin Abel dabei unterstützen, die Übungen an verschiedenen Orten im Raum für alle sichtbar vorzuzeigen. Mein Resümee nach der anstrengenden, aber sehr bereichernden Stunde: Forrest Yoga hat definitiv mein Interesse geweckt und mich neugierig gemacht, diesen Stil auch andernorts zu praktizieren. Auf der diesjährigen Yoga Planet war es definitiv mein Highlight. Und dies war nur ein kleiner Einblick in das Yoga-Angebot der Yogamesse – gab es doch insgesamt heuer über 30 Einheiten nationaler und internationaler Lehrender in verschiedenen Yoga-Stilen für alle Levels zu erleben.

Riesengroßes Angebot auf der Yoga Planet und Vegan Planet

Nach über zwei Stunden Yoga war dann für mich noch bummeln angesagt. Zu bestaunen und käuflich zu erwerben war bei der Yoga Planet und Vegan Planet 2016 schließlich so manches, was das Yogi-Herz begehrt. Über 100 Fachaussteller sorgten dafür, dass keine Wünsche offen blieben – mit einem Angebot vom neuen öko-fairen Yoga-Outfit über farbenprächtige Matten zu Spezialpreisen bis hin zum YoWhee YoWheel, einem neuheitlichen Yoga-Hilfsmittel, das besonders bei Rückbeugen wertvolle Hilfestellung leisten kann. Auch wer sich über Yoga-Reisen informieren wollte, war hier goldrichtig.

Von der ganzen Bandbreite veganer Kulinarik, die es vielfach zu verkosten gab, gar nicht zu reden – hier war vom Veganista-Eis bis hin zur veganen Prosciutto-Pizza oder köstlichen indischen Spezialitäten alles zu bekommen, was man sich nach den Anstrengungen der Yoga-Praxis redlich verdient hatte. Fazit: Die Yoga Planet und Vegan Planet in Wien ist definitiv einen Besuch wert – und wird mich auch im nächsten Jahr garantiert wiedersehen.

(DHE)

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