Wiener Grüne bewerben sich zur Wahl als “unbequem, aber wirkt”

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Grüne-Spitzenkandidatin Maria Vassilakou bei der Präsentation der neuen Plakate
Grüne-Spitzenkandidatin Maria Vassilakou bei der Präsentation der neuen Plakate - © APA
Auf einem der drei ersten Plakate der Wiener Grünen steht “Unbequem, aber wirkt”. Dahinter ist Spitzenkandidatin Maria Vassilakou zu sehen, auf ihrem Symbolprojekt – der neuen, verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße. Darunter sind die Erfolge der Grünen zu lesen: Mahü neu, 365-Euro-Jahreskarte und das Parkpickerl.

Die anderen beiden Sujets der ersten Plakat-Welle der Grünen widmen sich den Themen leistbares Wohnen und Bildung. sämtliche neuen Plakate der Grünen sehen Sie hier.

Grüne präsentieren neue Plakate

“In den vergangenen fünf Jahren wurde vor allem über eine Politikerin gesprochen – Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Weil in ihrem Ressort am meisten weiter gegangen ist, auch wenn es nicht immer einfach war”, erklärte der grüne Klubchef David Ellensohn bei der windig-feuchten Plakatpräsentation am Dienstag. Grundsätzlich stehe die ab morgen, Mittwoch, auf 2.100 Flächen sowie 550 City-Light affichierte Kampagne unter dem Motto “Dein Wien kann mehr”. Sie sei “Sukkus aus tausenden Gesprächen” bei Hausbesuchen, erklärte Vassilakou.

Bildung und Wohnen als Wien-Wahl-Themen

Dabei sei vor allem das Thema Bildung sowie die Sorge um leistbares Wohnen zur Sprache gekommen. Dementsprechend heißt es auf dem zweiten Motiv auch – ein wenig an die NEOS-Kampagne “G’scheite Kinder statt g’stopfte Politiker” erinnernd – “Geld für Bildung statt für Bonzen”. Sie wolle mehr Autonomie in den Schulen – sowohl in Sachen Budget als auch bei den Inhalten, erklärte Vassilakou. Zudem müsse das Bürokratiemonster Stadtschulrat bekämpft werden.

“Bye, bye Miethai”: Gereimtes nicht nur von der FPÖ

Beim dritten Plakat beweisen die Grünen mit “Bye, bye Miethai.”, dass nicht nur die Wiener Freiheitlichen reimen können. Die Spitzenkandidatin forderte dazu erneut ein Antispekulationspaket, eine Mietrechtsreform sowie leistbare Wohnungen. Insgesamt wird es drei Plakatwellen mit jeweils drei Sujets geben, erklärte Ellensohn. Die Riesenfläche an der Linken Wienzeile, an der bereits mehrfach Maria Vassilakou mit XL-Sujets prangte, behalte man sich sozusagen als flexibles Ass im Ärmel – hier werde ebenfalls noch einige Male etwas Neues zu sehen sein, kündigte der Klubchef an.

Asyl-Thema soll noch folgen – aber unaufgeregt

Asyl spielt in der ersten Welle noch keine Rolle, ob sich das bei den nächsten Sujets ändern wird, wollte Ellensohn heute noch nicht verraten. Man begreife das Thema lieber langfristig, denn auch Bildungs- oder Wohnpolitik betreffe das Thema Asyl. “Wir machen ja keine syrische Wohnbaupolitik oder eine niederösterreichische, wir machen eine für alle Menschen, die in Wien wohnen”, betonte er. Gerade in Wien müsse man dieses Thema aufgrund der guten Lösungen aber auch nicht “aufgeregt” behandeln.

Offener Brief von Meinl-Reisinger an Vassilakou

NEOS-Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger wandte sich anlässlich der Plakatpräsentation auch mit einem Offenen Brief an Vassilakou, indem sie sich “verwundert” über die neuen Wahlplakate gab: “‘Mehr Geld für Bildung statt für Bonzen’ ist nicht mehr als eine Kopie der NEOS-Kampagne ‘G´scheite Kinder statt g´stopfte Politiker’, die wir bereits im Juni präsentiert haben. Ich hätte mir von Ihnen und den Grünen mehr erwartet, als einfach nur als Trittbrettfahrer auf den NEOS-Zug aufzuspringen. Grundsätzlich freut es mich, dass auch Sie jetzt unsere Forderung endlich unterstützen – immerhin hat man die letzten fünf Jahre, die Sie als Vizebürgermeisterin in der Stadtregierung gesessen sind, von den Grünen nichts Substantielles zum Thema Bildung gehört.”

Auch am von den Grünen gewählten Wording hatte Beate Meinl-Reisinger etwas auszusetzen: “Auch wir haben überlegt, den Begriff Bonzen zu verwenden. Wir haben uns letztlich dagegen entscheiden, da dieser Begriff von Jörg Haider geprägt worden ist.”

(apa/red)

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