Wien-Simmering: Highlights vom Gasometer bis zum Zentralfriedhof

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Vom Gasometer bis zum Friedhof der Namenlosen reichen die Bezirks-Highlights
Vom Gasometer bis zum Friedhof der Namenlosen reichen die Bezirks-Highlights - © APA / APA
Im elften Wiener Gemeindebezirk ist so manches zu finden, worum man als hier lebender Mensch nicht herumkommt – von den hoch aufragenden Türmen des Gasometers bis hin zum zweitgrößten Friedhof Europas, dem Wiener Zentralfriedhof. VIENNA.at stellt Simmering in der Bezirksreihe zur Wien-Wahl vor.

Der Bezirk Simmering setzt sich aus den drei ehemals selbstständigen Gemeinden Albern, Kaiserebersdorf und Simmering zusammen. Der Bezirk ist mit 2.325,6 Hektar Fläche der achtgrößte und nimmt 5,6 Prozent Wiens ein. Wer hinter Albern eine ausgefallene Namenserklärung vermutet, wird wohl enttäuscht: Er leitet sich von der Albe-Pappel, auch Silber-Pappel, ab.

Traditioneller Arbeiterbezirk – und sehr grün

Simmering wird immer wieder als typischer Arbeiter- und Industriebezirk bezeichnet. Vor allem ist er aber eines: sehr grün. 40,6 Prozent der Bezirksfläche nehmen Grünflächen wie Parkanlagen, Wiesen und Wälder ein. Rund die Hälfte der 945 Hektar Grün entfällt aber auf landwirtschaftliche Nutzfläche und ist damit auch ein für Wien wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Ein Teil des Landwirtschaftsparadieses nennt sich passend “Am Himmelreich”.

Eckdaten zum Wiener Zentralfriedhof

Der Wiener Zentralfriedhof ist fast 250 Hektar groß. Er wurde 1874 eröffnet und war damals der größte Friedhof Europas, heute wird er nur vom Hamburger Friedhof Ohlsdorf übertroffen. Weltweit ist er der siebtgrößte. Die rund 330.000 Grabstellen beherbergende Anlage wurde insgesamt sieben Mal erweitert. In seiner Mitte thront die Kirche zum Heiligen Karl Borromäus, die 1910 errichtet wurde, um den damals unbeliebten, da vor der Einführung der Linie 71 schwer erreichbaren, Friedhof zu attraktivieren.

Aus demselben Grund sollen die Überreste verschiedener Prominenter wie Ludwig van Beethoven und Franz Schubert von anderen Friedhöfen auf den Zentralfriedhof verlegt worden sein. Heute ist die Liste der Ehren- und Ehrenhalber gewidmeten Gräber lange: von A wie Ludwig Anzengruber, über F wie Falco, bis Z wie Joe Zawinul.

Friedhof der Namenlosen – am “Sauhaufen”

Nur zwei Prozent des Bezirks bestehen aus Gewässerflächen. Denn obwohl Simmering am Donaukanal liegt, hat es keinen Anteil daran. Dort aber, wo Donaukanal und Donau sich wieder vereinen, umfasst der Bezirk ein zirka 1,5 Kilometer langes Stück der Donau. Hier liegt neben dem Alberner Hafen auch ein geschützter Landschaftsteil mit dem umwaldeten “Blauen Wasser”. Nördlich des Hafens liegt der Friedhof der Namenlosen auf dem “Sauhaufen”. Der nicht unbedingt vorteilhafte Name hat mit Unordnung wenig zu tun, er ist auf den einstigen Gebrauch der Wortes Haufen für Insel zurückzuführen.

Fast schnurstracks gerade durch den ganzen Bezirk zieht sich die Simmeringer Hauptstraße und beugt sich erst dem Zentralfriedhof. Mit etwa 43.500 Quadratmetern an Geschäftsfläche stellt sie eine nicht unbedeutende Einkaufsmeile für Wien dar, in welcher im Jahr 2008 bis zu 170 Million Euro umgesetzt wurden. Übrigens: Wer an Dentalphobie leidet, zieht am besten nach Simmering. Dort haben sich die wenigsten Zahnärzte in ganz Wien niedergelassen, 26 an der Zahl.

Politische Ausrichtung in Wien-Simmering

Bezirksvorsteher: Eva-Maria Hatzl (SPÖ)
Wohnbevölkerung (1.1.2014): 93.440
Durchschnittsalter (1.1.2014): 38,9 Jahre
Ausländeranteil (1.1.2014): 22,3 %
Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2010: 60.054

Text-Quelle: “Das kleine 1×23 der Wiener Bezirke”

>> Alle Infos zur Wien-Wahl 2015.

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