Wer holt den Preis für den besten Hauptdarsteller bei den Oscars 2017?

Die Oscars 2017 mit einem harten Rennen rund um den besten Hauptdarstelller
Die Oscars 2017 mit einem harten Rennen rund um den besten Hauptdarstelller - © APA / AFP / AP
Großartige Darstellungen großteils geplagter und vom Leben gezeichneter Figuren: Die fünf für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominierten Schauspieler erbrachten für ihre Rollen Höchstleistungen. 

Als Ausbrecher inmitten jener tragischen Figuren gilt Ryan Gosling in der Musical-Romanze “La La Land” (meistnominierter Film in diesem Jahr), die Auszeichnung sicher hat der Darsteller jedoch angesichts der harten Konkurrenz nicht.

Casey Affleck in “Manchester by the Sea”

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Ebenfalls als Favorit gilt der 41-jährige Casey Affleck, der in “Manchester by the Sea” für reichlich beklemmende Momente sorgt. Im erschütternden Eröffnungsfilm der letztjährigen Viennale von Kenneth Lonergan hat er als wortkarger Hausmeister in Boston ein tragisches Ereignis zu überwinden und bekommt dann unerwartet eine Vaterrolle zugeschoben. Bei den Golden Globes (in der Drama-Kategorie) sowie den britischen Baftas reichte das bereits zu Trophäen. Allerdings begleiten den Schauspieler auch Vorwürfe der sexuellen Belästigung einer früheren Filmkollegin, die seine Nominierung scharf kritisierte.

Denzel Washington in “Fences”

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Wenig Druck dürfte hingegen Denzel Washington haben: Der 62-jährige Hollywoodstar hat immerhin bereits zwei Goldmänner zuhause stehen. Und dank des Dramas “Fences”, für das er auch im Regiestuhl Platz genommen hat, stehen die Chancen nicht schlecht, daraus ein Trio zu machen. Ähnlich wie Afflecks Figur gibt er in der Filmadaption des gleichnamigen Theaterstücks einen von der Gesellschaft enttäuschten Mann – in diesem Fall ein ehemaliger Baseballprofi, der nun gleichermaßen desillusioniert wie wütend sein Dasein fristet. Gerade die Reduktion auf den persönlichen Raum scheint Washington dabei in die Hände zu spielen, ist dieser Film doch ganz auf die Schauspieler (neben ihm etwa die ebenfalls Oscar-nominierte Viola Davis) zugeschnitten.

Ryan Gosling in “La La Land”

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Dass es auch großteils ohne ernste Blicke geht, stellt in der diesjährigen Preissaison Ryan Gosling unter Beweis: Der kanadische Beau tanzt und singt sich an der Seite von Emma Stone durch “La La Land”, dieser ungemein charmanten Verneigung Damien Chazelles vor den großen Hollywood-Musicals der 40er- und 50er-Jahre. Gosling muss dabei nicht nur das Tanzbein schwingen und seine Stimme erheben, sondern nahm auch Klavierunterricht. Bis dato hat sich der Einsatz für den 36-Jährigen jedenfalls als gelohnt, gab es doch einen Golden Globe (Komödie/Musical-Sparte) für seine Darbietung. Ob sich aber der ganz große Triumph einstellen wird, bleibt abzuwarten.

Andrew Garfield in “Hacksaw Ridge”

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Mit einem durchaus Academy-tauglichen Thema ist Mel Gibsons “Hacksaw Ridge” ausgestattet, das Andrew Garfield unter die fünf nominierten Schauspieler brachte. Im Kriegsdrama gibt der amerikanisch-britische Mime einen Armee-Sanitäter im Zweiten Weltkrieg, der zwar keine Waffe in die Hand nehmen will, aber dennoch seinem Land dienen möchte. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte erzählt Gibson in für ihn typischer, sprich sehr expliziter Manier. Für den 33-jährigen Garfield, dessen Karriere dank zweier “Spiderman”-Abenteuer einen ordentlichen Schub erhielt, wäre es der Höhepunkt einer noch jungen Laufbahn.

Viggo Mortensen in “Captain Fantastic”

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Bleibt der liebenswerte Außenseiter im Bunde: “Captain Fantastic” hat Charakterdarsteller Viggo Mortensen (58) seine zweite Oscar-Nominierung eingebracht. War es vor neun Jahren noch das russische Mafiamilieu in David Cronenbergs Thriller “Eastern Promises”, gelingt ihm das nun als schrulliger Hippie-Vater, der seine Kinder fernab jeglicher Zivilisation alleine (und höchst anspruchsvoll) erzieht. Mit Rauschebart und brummigem Timbre gibt er dem Aussteiger dabei nicht nur optische Authentizität. Wie zumindest drei seiner vier Mitbewerber sind es äußere Umstände, mit denen er zu kämpfen hat, die er keineswegs akzeptieren will und sich letztlich doch mit ihnen arrangieren muss. Eine erinnerungswürdige Performance, wenn auch nur mit minimalen Chancen auf die begehrte Goldstatuette.

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(APA / Red. / Bilder: EPA / AP / AFP)

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