U4-Erneuerung: Bürgerinitiative U4auhof befürchtet Chaos im Westen Wiens

Von Verena Kaufmann
Die Initiative U4auhof befürchtet wegen der U4-Sanierung Chaos im Westen Wiens.
Die Initiative U4auhof befürchtet wegen der U4-Sanierung Chaos im Westen Wiens. - © Bürgerinitiative U4auhof.at
Seit geraumer Zeit werden an der U-Bahnlinie U4 Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die meisten Auswirkungen auf den Öffi-Verkehr werden dabei die beiden größeren Teilsperren der grünen Linie haben. Auch Philipp Neuherz von der Initiative U4auhof ist sich sicher: “Bei der heutigen U4-Störung ist genau das passiert, was nächsten Sommer passieren wird – es herrscht Chaos.”

Donnerstagfrüh kam es im Westen Wiens zu einer Unterbrechung der U-Bahnlinie U4 wegen eines Defekts an der Stromschiene. Die Linie war deshalb nur eingeschränkt unterwegs und konnte nicht zwischen der Endstation Hütteldorf und Hietzing fahren.

Trotz dem von den Wiener Linien eingerichteten Schienenersatzverkehr und den Ausweichmöglichkeiten auf die Straßenbahnlinien 49 und 58 herrschte Chaos. “Heute wurden die Befürchtungen wieder einmal bestätigt, dass die für 2016 geplante U4-Sperre im Westen Wiens nicht richtig durchdacht wurde”, so Philipp Neuherz, Mitglied und Mitbegründer von der Initiative U4auhof, im VIENNA.at-Interview.

U4-Ausfall in der Rush-Hour: “Es herrscht völliges Chaos”

“Bei einem Ausfall der U4 zwischen Hütteldorf und Hietzing ist man mit der Situation völlig überfordert. Es gibt es keine ausreichenden Ausweichrouten für die zahlreichen Pendler. Es herrscht völliges Chaos”, so Neuherz. Trotz eingerichtetem Schienenersatzverkehr steht man auf der Westeinfahrt fest und braucht mindestens eine halbe Stunde, um nach Hietzing zu gelangen.

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“Ich konnte heute selbst miterleben, wie der Busfahrer gewartet hat, bis der Bus randvoll überfüllt war. Es herrschte großes Gedränge. Eine Frau fiel dabei zu Boden und wurde zwischen den Türen eingeklemmt. Hilfsbereite Passanten kamen ihr zur Hilfe, denn die Türe hätte sie – trotz der hochmodernen Senoren – beinahe eingequetscht.”

Bürgerinitiative U4auhof fordert “vernünftiges Verkehrskonzept”

Die Bürgerinitiative begrüße grundsätzlich, dass die Wiener Linien die U4 general sanieren möchten, hätte gleichermaßen aber auch große Sorge, dass es im Sommer 2016 – wenn die U4 generalsaniert und der Streckenabschnitt zwischen Hütteldorf und Hietzing gesperrt wird – es zu einem ähnlichen Szenario wie am Donnerstag kommen wird.

Die Linie U4, die S-Bahnen und die Straßenbahnlinie 49 sind schon jetzt zur Rush-Hour stark frequentiert. Täglich pendeln über 3.500 Schüler, Studenten und Berufstätige mit den Öffis nach Wien. “Ein technisches Gebrechen oder Notfall kann immer passieren und es ist verständlich, dass dafür niemand beschuldigt werden kann. Aber es sollte ein besseres Verkehrsmanagement rundum Hütteldorf geben. Es muss ein vernünftiges Verkehrskonzept für West-Wien her”, so Neuherz.

Projekt “NEU4” sollte für U4-Verlängerung genutzt werden

Weiters wünschenswert für die Initiative wäre die Nutzung des Projekts “NEU4” für einen Ausbau der U4 nach Auhof und Purkersdorf. “Nur so kann der Verkehr auf der Westeinfahrt entlastet, und Staus vermieden werden. Es war ja auch schließlich ein Wahlversprechen von Bürgermeister Michael Häupl im Jahr 2005, die U4 nach Auhof zu verlängern.”

(Red; Bilder: Bürgerinitiative U4auhof.at)

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