Türkei calling: Austrias Tarkan Serbest hat sich (vorerst) entschieden

Tarkan Serbest hat dem türkischen Verband vorerst eine Absage erteilt.
Tarkan Serbest hat dem türkischen Verband vorerst eine Absage erteilt. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Austria-Wien-Mittelfeldspieler Tarkan Serbest erklärt, warum er dem türkischen Verband trotz eindeutiger Avancen nun einmal einmal eine Absage erteilt hat.

Die Türkei muss noch warten. Überraschte die Wiener Austria in der Vorwoche mit der Kunde, dass Mittelfeldmann Tarkan Serbest eine Einladung für die türkische Nationalmannschaft erhalten hatte, ist dies vorerst vom Tisch. Serbest erklärte am Rande des Europa-League-Partie in Rijeka, diese nicht wahrzunehmen.

“Es war zu kurzfristig. Eine so wichtige Entscheidung voreilig zu fällen, wäre nicht gut gewesen”, sagte der 23-Jährige der APA. Am 9. und 13. November bestreitet die Türkei Länderspiele gegen Rumänien und Albanien. Serbest hätte da schon mit von der Partie sein sollen. Am Donnerstag wurde er nun auch von Neo-ÖFB-Teamchef Franco Foda erstmals auf Abruf für Österreichs Team nominiert.

“Natürlich haben sie ein wenig Druck gemacht”, berichtete Serbest über die Avancen aus der Türkei. Die nun gefallene Entscheidung sei aber die klügste. Einem Einsatz für die Türkei steht der derzeitige Stand im Reisepass entgegen. Der in Wien als Sohn türkischer Einwanderer geborene Profi hätte seinen österreichischen Pass zurücklegen müssen, um nun für das Geburtsland seiner Eltern einlaufen zu können.

Tarkan Serbest: “Ich sehe mich mit Österreich verbunden”

Serbest strebt deshalb nun eine Doppel-Staatsbürgerschaft an. An die Behörden sei diesbezüglich eine Anfrage gestellt worden. Bis auf wenige Ausnahmen ist es in Österreich verboten, eine zweite Staatsbürgerschaft zu besitzen. Für Serbest ist klar: “Für mich ist der österreichische Pass wichtig, ich sehe mich mit Österreich verbunden, bin hier zuhause.”

So sei natürlich auch die Hoffnung auf einen Einsatz für Österreich noch gegeben. “Ich will das österreichische Team nicht in die Ecke werfen”, sagte der ehemalige U21-Teamspieler (neun Einsätze). Von seinen Eltern habe es keine Ratschläge gegeben. “Natürlich wären sie auch stolz, würde ich für die Türkei spielen.”

Serbest soll von Galatasaray beobachtet worden sein

Vor ihm hat dies auch Turgay Bahadir getan. Der ebenfalls in Wien geborene Bahadir gab im Mai 2010 sein Debüt für die Türkei, nachdem er als damaliger Buraspor-Meisterkicker mit Einsätzen in der Champions League im ÖFB mangelnde Wertschätzung ortete. Es blieb bei dem einen Teameinsatz. Mittlerweile spielt der nun 33-jährige Bahadir nach einigen weiteren Engagements in der Türkei bei Bruck/Leitha in der Regionalliga Ost.

Serbest spielt seit seinem zehnten Lebensjahr im violetten Trikot. Zur Stammkraft schaffte es der in dieser Saison notgedrungen auch als Innenverteidiger eingesetzte Profi unter Trainer Thorsten Fink. In der Saison 2016/17 fehlte Serbest in 52 Pflichtspielen der Austria nur dreimal. Interesse aus der Türkei soll es schon im Vorjahr gegeben haben. Laut türkischen Medienberichten hatte der Traditionsklub Galatasaray Istanbul ein Auge auf den Austrianer geworfen.

(APA, Red.)

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