Tschechischer Präsident will mit Hofer über Flüchtlingskrise reden

Der tschechische Präsident Milos Zeman trifft BP-Kandidat Hofer in Prag
Der tschechische Präsident Milos Zeman trifft BP-Kandidat Hofer in Prag - © AFP
Tschechiens Präsident Milos Zeman will am kommenden Montag beim Besuch von BP-Kandidat Hofer in Prag über die Flüchtlingskrise sprechen.

Laut dem Sprecher des tschechischen Präsidenten hätten beide Politiker “realistische Ansichten zur Migrationskrise”.

Tschechischer Präsident Zeman spricht mit BP-Kandidat Hofer über Flüchtlingskrise

Über den diplomatischen Status des Hofer-Besuchs herrschte zunächst Verwirrung. Laut FPÖ tritt er die Reise als Dritter Nationalratspräsident an, die Parlamentsdirektion in Wien stellt dies hingegen in Abrede. Zemans Sprecher sprach im Vorfeld von dem Kandidaten als “Mitglied der kollektiven Führung Österreichs”. Hofer ist bis zur Bundespräsidentenstichwahl mit Alexander Van der Bellen und der Angelobung des Gewinners gemeinsam mit den beiden anderen Nationalratspräsidenten, Doris Bures (SPÖ) und Karlheinz Kopf (ÖVP), interimistisches Staatsoberhaupt der Republik Österreich. Hofer hatte bei seiner Amtsübernahme jedoch versprochen, den Wahlkampf strikt von seiner offiziellen Funktion zu trennen.

Tschechische Tageszeitung zum Treffen: “Diplomatisches Malheur”

Die tschechischen Tageszeitung “Lidove noviny” kritisierte in einem Kommentar das geplante Treffen als “das wohl größte diplomatische Malheur”. “Die Einladung von Herrn Hofer drei Wochen vor der Wahl ist grausame Willkür”, schrieb das Blatt. Auch Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg übte Kritik an dem Treffen laut Nachrichtenagentur dpa: “Dass sich Zeman und Hofer in vielen Dingen einig sind, weiß ich seit langem, aber mir wäre nicht eingefallen, dass sie dies unmittelbar vor den Wahlen auf diese Weise öffentlich demonstrieren”, sagte der Parlamentsabgeordnete der Oppositionspartei TOP 09 und früherer Gegenkandidat Zemans bei den tschechischen Präsidentschaftswahlen 2013.

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(APA/Red.)

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