Tourstart von ESC-Kandidatin Zoe in Wien: Zwischen Piaf und Papermoon

Die 19-Jährige feierte den Auftakt ihrer Tour.
Die 19-Jährige feierte den Auftakt ihrer Tour. - © APA
Nur eine Woche nach ihrer Kür zu Österreichs Vertreterin beim Eurovision Song Contest feierte Sängerin Zoe im Wiener Konzerthaus den Auftakt ihrer Tournee.

Mit vierköpfiger Band und elegantem Jugendstilkleid erwies sich die 19-Jährige dabei als erstaunlich souveräne Sängerin und unbefangen-linkische Plaudertasche mit Conferencierqualitäten.

Die akustisch anmutende Instrumentierung mit Violine, Kontrabass, Gitarre und Schlagzeug verleiht dem charakteristischen Franko-Pop eine jazzigere Färbung, ersetzt die Zuckerwatte durch eine ehrliche Jamsession. Auch und gerade das ESC-Lied “Loin d’ici” klingt in dieser reduzierteren Fassung deutlich cooler, gewinnt an Schwung.

Wie Picknick mit Wein und Camembert

Zugleich bleiben die Stücke aus der familiären Produktion – die Lieder des Albumerstlings “debut” sind in Zusammenarbeit mit Vater Christof Straub (Papermoon) entstanden – stets Gute-Laune-Musik, Urlaub vom Alltag. Selbst die langsameren Balladen erinnern hier eher an ein Picknick mit Wein und Camembert an der Seine als an tragische Gefühlswelten.

Da diese eigenen Nummern für einen ganzen Abend noch nicht reichen, hat die langhaarige Poplolita für die Österreich-Tournee, die sie bereits am heutigen Freitag nach Salzburg führt, auch einige Coversongs im Gepäck. Hier reicht das Spektrum von den Beatles über Britney Spears bis zu Edith Piaf, die sich allesamt nahtlos in die frankophil-unbeschwerten Tonalität einfügen.

Zoe und die große Bühne

Zoe, die bereits seit dem Kiddy Contest Bühnenerfahrung sammelt, hat keine große, aber eine sehr sichere, stets liebliche Stimme, die mit leicht laszivem Hauch unterfüttert verschiedenste Musikstil zu ihrem eigenen macht. Das gilt selbst für einen Disco-Funk-Hit wie “Lady Marmalade”, der für die Sängerin einen Schritt ins Dreckigere, eher an Christina Aguilera gemahnende, darstellt – was ihr nicht schlecht zu Gesicht steht.

Das Wiener Konzert zog indes Publikum jeden Alters und jeder Couleur an – vom Kleinkind bis zur älteren Generation, vom Turnschuhträger bis zum geschniegelten Konzerthausbesucher, der sich auch im Stockwerk des Kulturbaus geirrt haben könnte. Beste Voraussetzung den Mai in Schweden.

(APA)

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