Skurriles rund um die Wien-Wahl 2015

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Skurrile Highlights: Von den NEOS, die auf Tinder werben, bis hin zu Gerda Rogers, die für den Wahlausgang in die Sterne schaut
Skurrile Highlights: Von den NEOS, die auf Tinder werben, bis hin zu Gerda Rogers, die für den Wahlausgang in die Sterne schaut - © VIENNA.at/NEOS Wien/APA
Die NEOS nutzen im Wahlkampf Tinder, eine Privat-Initiative unterstützt mit einem Anti-Strache-Guerilla-Inserat die SPÖ und Gerda Rogers wirft für den Wahlausgang einen Blick in die Sterne – im Vorfeld der Wien-Wahl gibt es nichts, was es nicht gibt. Hier einige skurrile Highlights.

Die bevorstehende Wien-Wahl sorgt für reges Treiben bei allen acht teilnehmenden Fraktionen. Die Bemühungen, originell auf sich aufmerksam zu machen, treiben teils skurrile Blüten. Wir haben einige der Höhepunkte zusammengefasst.

NEOS nutzen Tinder für Wahlwerbung

Die NEOS nutzen die Dating-Plattform Tinder für ihre Wahlwerbung. Mit Sprüchen wie “K(B)ussi Baby fürs Kreuzerl maybe?!” oder “Willst du mit mir gehen? Am 11.10. in dein Wahllokal” will man eine junge Zielgruppe ansprechen. “Die Idee dazu kam bereits von den JUNOS im ÖH-Wahlkampf”, sagte Claudia Gamon von den NEOS gegenüber futurezone.at. “Wir erreichen so auch Leute, die sonst eher unpolitisch sind, und kommen mit ihnen ins Gespräch.”

“Da wähle ich lieber den Häupl”

Wenige Tage vor der Wahl ist ein SPÖ-freundliches Guerilla-Inserat aufgetaucht. “Ich find’ es toll, dass es neue Parteien wie die NEOS gibt und würde sie am Sonntag auch wählen”, heißt es in einem pinkfarbenen Testimonial in der Wiener Bezirkszeitung. “Aber bevor ich in einer Stadt aufwache, in der Strache die Nummer 1 ist, wähle ich lieber den Häupl.” Als Urheber wird die “Privat-Initiative ‘Strache verhindern!'” angeführt.

SPÖ lässt Securitys die Wahlplakate bewachen

Die SPÖ selbst setzt bis zur Wien-Wahl auf Securitys für Bürgermeister Michael Häupl – aber nicht für ihn als Person, sondern für die Plakate, die sein Konterfei zeigen. Die Plakate mit Häupl würden nächtens von Sprayern beschmiert. Nun werden Securitys an den Hotspots eingesetzt, um der Übeltäter habhaft zu werden. Mehr dazu hier.

Aktionismus bei Wien anders

Die Liste “Wien anders” setzt auf Aktionismus und hat leer stehende Wohnungen in einem ehemaligen Gemeindebau im Bezirk Landstraße auf einer Immobilienplattform inseriert. Anrufe auf der Kontakttelefonnummer wurden ins Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) umgeleitet. Zusätzlich wurde ein virtuelle Leerstandskarte online gestellt – mehr dazu hier.

Was Sterne und Zahlen zum Wahlausgang sagen

Astrologin Gerda Rogers hat für “Österreich” in die Sterne der Spitzenkandidaten geblickt. Bei Michael Häupl (SPÖ) steht Saturn “in blockierender Spannung”, er könne aber auf den harten Kern seiner Anhängerschaft vertrauen, um Nummer 1 zu bleiben. Der Planet lässt auch alle anderen schlecht aussteigen, so soll FPÖ-Spitzenkandidat Strache “seine Ziele nicht in vollem Umfang erreichen”.

Und auch Heinz-Christian Straches Numerologin kommt im Vorfeld der Wien-Wahl wieder zu Ehren. Sie habe ihm prophezeit, dass der Wahlsonntag “ein schöner Tag” werde, ließ der FPÖ-Spitzenkandidat am Donnerstag in einem Interview wissen. Von den Vorhersagen seiner “lieben Bekannten” hatte der Chef-Blaue schon einmal im August berichtet.

Grüne plakatieren Häupl als “Bart Simpson”

Am Wiener Naschmarkt wurde das letzte der grünen Riesensujets montiert. Es zeigt einen Mann, der Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) verdächtig ähnlich sieht, von hinten vor einer Tafel. Auf dieser schreibt er – in Bart-Simpsons-Manier – mehrfach den Satz “Wer Rot-Grün will, muss Grün wählen.” Damit wolle man sich erneut für eine Fortsetzung des rot-grünen Wegs aussprechen, heißt es von Seiten der Partei.

FPÖ-XXL-Plakate – ein Fall für die MA 48?

Damit die FPÖ mit ihren Botschaften weithin sichtbar ist, setzt sie auch auf mobile XXL-Plakate. Diese sind wiederum der MA 48 (Abfallwirtschaft) ein Dorn im Auge: Die städtische Müllabfuhr musste in den vergangenen Wochen mehr als 25 Mal zu Sondereinsätzen ausrücken, um die bis zu 14 Meter langen und zwei Meter hohen Werbeträger zu beseitigen. Diese seien größer als erlaubt und würden eine “Sicherheitsgefährdung” darstellen, so die Begründung.

Liste WWW fordert Schmerzensgeld für City-Bewohner

Im bisherigen Wahlkampf eher unauffällig unterwegs, will sich Heinz Pollischansky mit seiner Liste WWW (Wir wollen Wahlfreiheit) nun für die Bewohner der City stark machen. Per Aussendung forderte er eine Entschädigung für Demonstrationen, Querelen und Krawalle in der Inneren Stadt. 1.000 Euro jährlich soll das “Schmerzensgeld für die Missbrauchsopfer fragwürdiger Stadtpolitik” betragen.

>>Mehr zur Wien-Wahl 2015

(apa/red)

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