Remis gegen Portugal wird auf Wiener Rathausplatz wie Sieg bejubelt

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Die Fans der österreichischen Nationalmannschaft jubelten als hätte es einen Sieg gegeben.
Die Fans der österreichischen Nationalmannschaft jubelten als hätte es einen Sieg gegeben. - © APA (Sujet)
Der vorerst rettende Punkt, mit dem sich das österreichische Nationalteam am Samstag die Chance auf das Achtelfinale bei der Fußball-EM sicherte, wurde am Wiener Rathausplatz von tausenden Fans fast wie ein Sieg über Portugal bejubelt.

Es war auch ein Nervenkitzel der Sonderklasse, den man bei der Jagd des ÖFB-Teams nach dem Pflichtpunkt verfolgen durfte. Portugals Starstürmer Cristiano Ronaldo war im Verlauf des Spiels dabei der Stimmungsmacher, sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Während nach seinem verschossenen Elfmeter in der 79. Minute sogar Bierbecher als Zeichen der Freude flogen, war den rund 14.000 Besuchern allein sein Anblick meist ein Grund mit Pfiffen auf diesen zu reagieren. Nur mit Applaus bedacht wurde hingegen der österreichische Torhüter Robert Almer, der viel dazu beigetragen hatte, dass das Ende ein versöhnliches war und die Chance auch bei der Gruppen-Entscheidung gegen Island weiterhin leben darf.

Unentschieden bei EM-Spiel Portugal gegen Österreich

Vor dem Match hatte bereits ein Anbieter von Fanartikeln mit einem Unentschieden den richtigen Tipp parat. “Ich hoffe” war dessen Antwort auf die Frage, ob seine Schals in Rot-Weiß-Rot auch nach dem Abpfiff noch gefragt sein werden. Ebenfalls auf ein Unentschieden tippte ein geschminkter Fan auf seinem Weg zum Rathausplatz. Mit der Ansage “Es geht 1:1 aus und Arnautovic schießt das Tor” lag er dann aber doch knapp daneben.

Mit einem fleißigem Absingen der Bundeshymne begann das Spektakel – zumindest in den fanatischen vorderen Reihen vor der Leinwand. Fanatisch wurden dann nach dem Anpfiff von allen Anwesenden dann die ersten offensiven Spielzüge der Österreicher akklamiert, die in rund 1.000 Kilometer Entfernung im Pariser Prinzenpark-Stadion aber sehr bald vor allem mit Defensivaufgaben zu kämpfen hatten.

Ein erster kleiner Schock in Minute 13, als ein Schuss des portugiesischen Gegners nur mit Fußabwehr vom Tor ferngehalten werden konnte. Dem weiteren, von den Portugiesen dominierten Spielverlauf Tribut zollend, kehrte vorerst einmal ein wenig Ruhe ein. Dann aber Minute 40: Die Kombination Foul von Pepe und anschließender Freistoß und – fast – ein Tor für Österreich ließ die Emotionen wieder hoch gehen.

Torloses Match wird am Wiener Rathausplatz bejubelt

Trotz des nicht gerade optimistisch stimmenden Spielverlaufs zog ein weiblicher Fan mit Filzhut in der Halbzeitpause eine positive Bilanz. Lob für Torhüter Almer und ein Tipp auf Sieg von Österreich lautete diese. Einer der wenigen portugiesischen Fans, ein junger Mann aus Lissabon, der sein Fantrikot unter seiner Lederjacke versteckt hielt, war von der Stimmung am Rathausplatz angetan und hatte, wohl auch aus diplomatischen Gründen, Lob für den Gegner Österreich parat. Auch die restlichen Zuschauer waren zur Pause weiterhin in guter Stimmung. Und diese bekam gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Auftrieb, nämlich als Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker den Ball Richtung Tor bugsierte.

Jedoch ging es weiter wie in der ersten Hälfte und Portugal übernahm erneut das Kommando. Das Publikum durfte sich so vor allem zunehmend über die gelungenen Verteidigungsmaßnahmen der Österreicher erfreuen, denn der Spielstand lautete auch nach 60 Minuten weiterhin 0:0. Die Euphorie kam dann in der besagten 79. Minute. Foul, Elfmeter und kein Treffer von Ronaldo! Der Jubel war derartig groß, als ob man in Führung gegangen wäre. Und knapp vor Schluss war erneut Ronaldo der Stimmungsanheber, denn ein Tor von ihm wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht gegeben. Resümee: Die Chance auf den Aufstieg ist intakt und es bleibt zu hoffen, dass am Mittwoch gegen Island der Jubel einem Sieg der Österreicher zu verdanken sein wird.

Ingesamt 24.500 Fußballbegeisterte wurden am Wiener Rathausplatz gezählt. Die Fanzone musste mit Spielbeginn Österreich gegen Portugal aus Kapazitätsgründen gesperrt werden. Es gab keine polizeilich relevanten Vorfälle.

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(apa/red)

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