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Rapid vs. Genk: Wem Belgien-Insider Axel Lawarée die Daumen drückt

Axel Lawarée spielte von 2004 bis 2006 bei Rapid.
Axel Lawarée spielte von 2004 bis 2006 bei Rapid. ©APA/Günter R. Artinger
87 Spiele bestritt Axel Lawarée Mitte der 2000er-Jahre für Rapid Wien. Am Donnerstag kehrt der Belgier zum Europa-League-Match gegen KRC Genk als TV-Experte nach Hütteldorf zurück.
Rapid-Unentschieden in Graz

1:1 auswärts, 2:2 daheim: Die bisherigen Duelle von Rapid Wien mit KRC Genk in der Europa League haben noch keinen Sieger gebracht. Drei Jahre später kommt es neuerlich in der Gruppenphase zum Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften. “Es waren enge Partien, Genk hat jetzt aber eine bessere Mannschaft als vor drei Jahren”, sagte Belgien-Insider Axel Lawarée im APA-Gespräch.

Der Ex-Stürmer von Rapid kennt die aktuelle Mannschaft der Hütteldorfer nicht so gut, jene des dreifachen belgischen Meisters (zuletzt 2011) dafür umso besser. “Sie haben verschiedene Systeme drauf und Qualität von hinten bis vorne”, analysierte Lawarée. Im Angriff gilt es, Tansanias Teamstürmer Mbwana Samatta zu stoppen. Der 23-Jährige ist mit sechs Toren in zwölf Pflichtspielen Toptorschütze von Genk.

Der wertvollste Spieler ist mit Leon Bailey aber ein anderer. Der 19-jährige Offensivspieler aus Jamaika kommt über den Flügel und hat (laut transfermarkt.at) einen Marktwert von 7,50 Millionen Euro. Vier Tore gelangen ihm heuer bisher. Mit dem defensiven Mittelfeldspieler Onyinye Ndidi hat Rapids Gegner einen weiteren Rohdiamanten im Kader. Auch er ist erst 19, Teamspieler in Nigeria und wird mit sechs Millionen Euro taxiert.

Genks Suche nach Kontinuität

Personell hat die aktuelle Genk-Truppe nicht mehr viel mit jener zu tun, die am 24. Oktober und 7. November 2013 in äußerst ausgeglichenen Duellen auf die Wiener traf. Nur der 35-jährige Kapitän Thomas Buffel und Bennard Kumordzi standen schon damals für die Belgier auf dem Platz. Wenig geändert hat sich, was die Legionärszahl betrifft. 2013 waren 13 ausländische Spieler tätig, aktuell sind es gar 14.

Die werden seit Ende Mai 2015 vom Belgier Peter Maes gecoacht. “Er leistet richtig gute Arbeit, verlangt sehr viel von seinen Spielern”, weiß Lawarée. Der 52-jährige Maes soll den sechsfachen Cupsieger, der nach dem Ende der Ära von Ex-FC-Tirol-Spieler Mario Been im Februar 2014 innerhalb kurzer Zeit mit Emilio Ferrara (bis Juli 2014), Pierre Denier (interimistisch bis August 2014) und Alex McLeish (bis Mai 2015) drei Trainer verbraucht hatte, kontinuierlich wieder nach oben führen.

Lawarée sieht den Klub, den es in dieser Form erst seit 1988 nach einer Fusion der Vereine KSV Waterschei und KFC Winterslag gibt, dabei auf einem guten Weg. “Vor fünf Jahren waren sie noch Meister und in der Champions League, dann haben sie sehr viel Geld für Spieler ausgegeben, die nicht funktioniert haben. Seit zwei Jahren bauen sie alles neu auf”, so der 42-Jährige. Ziel des Vereins, bei dem etwa Kevin de Bruyne oder Goalie Thibaut Courtois in der Vergangenheit ihr Geld verdienten, sei es in Zukunft wieder ganz vorne mitzuspielen. “Diese Saison wird es noch zu früh sein”, vermutete Lawarée.

Axel Lawarée: So könnte Rapid gegen Genk zum Erfolg kommen

Aktuell liegt Genk in der Jupiler League nach sechs Runden mit zehn Punkten auf Platz sieben. Nur drei Punkte fehlen dem Vorjahresvierten auf Leader Zulte-Waregem. Das 0:2 bei Standard Lüttich am Sonntag war ein Rückschlag nach drei Pflichtspielsiegen sowie fünf Partien ohne Niederlage. “Gegen Standard haben sie nicht überragend gespielt, das hatte auch mit der Aggressivität von Standard zu tun”, resümierte Lawarée. Rapid kann sich an Lüttich also ein Beispiel nehmen. “Wenn Rapid aggressiv spielt und Genk unter Druck setzt, dann haben sie die Chance, zu gewinnen. Genk ist nicht unschlagbar.”

Zudem hätten die Hütteldorfer mit ihren tollen Fans ein Ass im Ärmel. “Von der Stimmung her gewinnt Rapid das Spiel ohne Probleme”, versicherte Lawarée. Ein Rapid-Sieg wäre auch voll nach seinem Geschmack. “Ich würde gerne sehen, dass Rapid gewinnt, weil ich den Verein noch immer in meinem Herzen trage”, betonte Lawarée. Für Rapid ging er zwischen Jänner 2004 und Juni 2006 auf Torjagd. Ein Disput mit Coach Georg Zellhofer verhinderte damals einen längeren Verbleib. “Ohne dem Trainerproblem hätte ich vielleicht heute noch in Wien gelebt”, sagte Lawarée.

Eine Rückkehr nach Österreich in Zukunft ist für ihn eine Alternative. Als Trainer allerdings nicht, hat er doch die Sportdirektor-Schiene eingeschlagen. Derzeit ist er bei seinem Jugendverein Seraing United tätig. “Ich bin zwar nicht mehr jung, als Sportdirektor aber schon. Im Fußballbereich ist alles möglich”, so Lawaree. Am Donnerstag wird er jedenfalls nach Wien zurückkehren, dabei auch viele alte Freunde treffen, ist er doch für den TV-Sender Puls 4 als Experte im Allianz-Stadion im Einsatz.

(APA, Red.)

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