Pop meets Opera: Musikalisches Brückenbauen in der Wiener Staatsoper

Von Sarah van den Berg
Opern- und ESC-Stars sind in Wien gemeinsam aufgetreten.
Opern- und ESC-Stars sind in Wien gemeinsam aufgetreten. - © APA/ Herbert P. Oczeret
Obwohl zahlreiche Künstler abgesagt hatten, kann man die Matinee “Pop meets Opera”, die im Rahmen des Song Contests, am Sonntag als vollen Erfolg bezeichnen: Es wurden tatsächlich musikalische Brücken geschlagen und ausgerechnet ein Opernsänger war es, der bei den anwesenden ESC-Fans für die größte Begeisterung sorgte.

Das Motto des Song Contests lautet heuer “Building Bridges” und dass Brücken auch musikalisch gebaut werden können, sollte die Matinee in der Wiener Staatsoper unter dem Titel “Pop meets Opera” beweisen.

Opernsänger und ESC-Teilnehmer

Jener Beitrag, der das Brückenschlagen zwischen diesen beiden Genres am besten umsetzte, war der zweite Punkt des rund 90-minütigen Programms: Herwig und Mario Pecoraro, Vater und Sohn, präsentierten gemeinsam mit dem Wiener Landesjugendchor ihre Single “Gloria” und wechselten dabei nahtlos zwischen Pop- und Operngesang.

Neben Größen der Oper wie Aida Garifullina oder Valentina Nafornita standen auch aktuelle Song Contest-Teilnehmer auf der Bühne: Molly Sterling aus Irland setzte sich selbst ans Klavier, um sich bei ihrem Song “Build Fireworks Again” zu begleiten. John Karayiannis aus Zypern wurde von “The Philharmonics” begleitet, als er seinen ESC-Beitrag “One Thing I Should Have Done” vortrug und auch die Norweger Mørland & Debrah Scarlett setzten bei “A Monster Like Me” auf diese musikalische Begleitung. Boggie aus Ungarn setzte noch einen drauf und ließ neben den Streichern und dem Piano auch den Kinderchor der Opernschule mit sich auftreten. Nina Sublatti aus Georgien hatte ihren Auftritt aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Sie habe “ihre Stimme verloren”, so die Begründung.

Conchita Wurst in der Wiener Staatsoper

Auch von Conchita Wurst gab es eine kammermusikalisch begleitete Version ihres Gewinnersongs des Vorjahres zu hören. Die von Moderatorin Barbara Rett als “a true Austrian diva” angekündigte Sängerin gab sich nach ihrem Auftritt begeistert: Nicht nur sei es eine große Ehre, als Popmusiker auf die Bühne der Wiener Staatsoper eingeladen zu werden, die Live-Begleitung durch ein klassisches Ensemble gefiel ihr sehr gut: “Das ist wohl meine Lieblingsversion von ‘Rise Like A Phoenix'”, meinte sie.

Standing Ovations für Juan Diego Flórez

Hätte man meinen können, dass Conchita Wurst bei dieser Matinee die Hauptrolle spielen würde, war es doch Juan Diego Flórez. Dieser war nicht nur eingesprungen, als der eigentlich gebuchte Placido Domingo absagte, sondern bot auch noch einen Überraschungsbeitrag, um den Slot der ebenfalls erkrankten Daniela Fally zu füllen. Er griff “als Überraschung für alle Frauen im Saal und besonders meine Ehefrau” zur Gitarre und trug ein Medley aus spanischen Songs vor. Dem Publikum gefiel dieser Beitrag am Sonntagvormittag offensichtlich am besten – bei keinem anderen Künstler gab es Standing Ovations.
(SVA)

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