Pilz feilt an seiner Liste für die NR-Wahl und setzt auf Nicht- und Protestwähler

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Ein Tag im Leben des Peter Pilz ist auf Facebook nachzulesen
Ein Tag im Leben des Peter Pilz ist auf Facebook nachzulesen - © APA
Die Absicht steht, am Finetuning wird noch gearbeitet: “Ja, ich will das machen.”, so der Grüne Peter Pilz, lässt derzeit keine Zweifel daran lässt , dass es ihm mit seinen Plänen zur Gründung einer Liste für die Nationalratswahl ernst ist. Auf Facebook teilt er seinen Tagesablauf.

Die grundsätzliche Entscheidung sei gefallen, die konkrete Umsetzung müsse in den nächsten Wochen freilich noch geklärt werden, erklärte Pilz in diversen Zeitungsinterviews. Er freue sich jedenfalls schon auf den Wahlkampf.

Pilz sieht Potenzial bei 40 Prozent Nicht- und Protestwählern

Das mögliche Potenzial seiner Bewegung schätzt Pilz, der es beim Bundeskongress der Grünen nicht mehr auf die Nationalratswahlliste seiner bisherigen Partei schaffte, auf bis zu 40 Prozent. “Nichtwähler, Protestwählerinnen – das sind die 40 Prozent der Wahlberechtigten, die Wahlen jenseits der Altparteien entscheiden können. In meiner alten Partei haben mir nicht viele geglaubt, dass wir sie ansprechen können. Jetzt sprechen sie mich an”, erklärte Pilz am Freitag auf Facebook.

Zuspruch und Untersützung für den Grünen: “Machen’s das!”

Dort gab Pilz, der im Wahlkampf eine linkspopulistische Mischung aus Bernie Sanders und Hans-Peter Martin mit rechten Einsprengseln gegen den politischen Islam geben könnte, Einblicke in sein bewegendes Leben und den Zuspruch, den der Eurofighter-Bekämpfer aus dem Volk erhält. Seien es die “Mistkübler” von der MA48, Anzugträger oder BMW-Fahrer, sie alle finden laut Pilz gut und toll, was Pilz macht und plant. “Ich hätte Sebastian Kurz gewählt. Aber jetzt wähl ich Sie”, “Machen’s das!” oder “Es geht. Sie wissen das. Gute Sache”, so die Botschaft der Menschen auf den Straßen an Pilz, der an diesem von ihm geschilderten Tag eigentlich im Plenum des Nationalrats sitzen sollte.

Positive Reaktionen auf eine eigene Peter Pilz-Liste

“Immer wieder Gespräche, stimmt es, dass wir antreten, Österreich braucht was Neues, und immer wieder: viel Glück”, fasst Pilz die Reaktionen zusammen. “Seit Montag bewegt sich etwas, und es wird mehr. Die meisten der Menschen, die mich immer öfter ansprechen, kommen nicht aus unserem grünen Milieu. Mit diesen Menschen sind vielleicht die neuen Mehrheiten, die wir für eine neue Politik brauchen, möglich. Das ist meine Hoffnung und unsere Chance”, so Pilz, der 1986 erstmals für die Grünen ins Parlament einzog und dem demnächst eigentlich eine gut dotierte Politikerpension zustehen würde.

Mögliche Mitstreiter für Peter Pilz

Auch mögliche Mitstreiter für sein Projekt nennt Pilz gegenüber Zeitungen. Mit seinen Parteikollegen Karl Öllinger, Wolfgang Zinggl, Bruno Rossmann und Gabriela Moser sei er schon zusammengesessen. Die vier Genannten, wie Pilz übrigens alle aus der Generation 60 plus, hatten entweder nicht mehr für die Grünen kandidiert, waren auf unsichere Listenplätze gekommen oder überhaupt bei der Listenwahl sang- und klanglos gescheitert.

Düringer will Pilz, aber nicht im Nationalrat

Im Vorfeld der Nationalratswahl bietet Kabarettist Roland Düringer nun Grün-Abweichler Peter Pilz einen Platz in seiner Bewegung “G!LT” an, jedoch keinen im Nationalrat. Bei den NEOS macht man sich indes keine Sorge wegen einer möglichen Liste Pilz.

Düringer schlägt Pilz in einem am Donnerstag via Facebook veröffentlichten Video mit unbestimmtem Ernsthaftigkeitsgrad vor, sich an seiner Bewegung zu beteiligen. “Was halt nicht geht, ist ein Kandidieren für uns”, folgt gleich darauf die kalte Dusche: “Einen Nationalratssitz gibt es für dich nicht im Speziellen, du bist ja Berufspolitiker und wir nehmen keine Berufspolitiker, wir nehmen nur die Leute von der Straße.”

Strolz hat keine Angst vor Liste Pilz

Keine Angst hat laut eigener Aussage NEOS-Chef Matthias Strolz vor einer Liste Pilz. “Wir verfolgen das mit großem Interesse, weil er das Spiel ein Stück weiter verändern könnte”, meinte er am Freitag am Rande einer Pressekonferenz. “Konkurrenz belebt das Geschäft”, ist sich Strolz zudem sicher. Respekt hat er vor Pilz’ “Lebensleistung in Sachen Aufklärung” – auch wenn es ebenso “durchwachsene Erlebnisse” mit dem Grünen-Mandatar gegeben habe.

>>Alles zur NR-Wahl

(apa/red)

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