Partei-Spenden für die BP-Kandidaten: Offenlegungen

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Spenden für die Kandidaten im Präsidentschaftswahlkampf.
Spenden für die Kandidaten im Präsidentschaftswahlkampf. - © APA
Der Countdown zur Wahl läuft – und davor werden noch interessante Zahlen veröffentlicht: Am Sonntag mussten die Präsidentschaftskandidaten offenlegen, wie viel Geld sie bisher von Parteien und Großspendern erhalten haben. Hier der Überblick.

Wie hoch sind die Beträge, die die Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl bislang von ihren Parteien bzw. Großspendern erhalten haben?

Am Sonntag erfolgte die Offenlegung – hier der Überblick.

Spenden für die BP-Kandidaten: Die Beträge

Die SPÖ hat ihren Kandidaten Rudolf Hundstorfer mit bisher rund 1,6 Millionen Euro an Geld- und Sachspenden unterstützt. 1,332 Millionen davon kamen direkt aus der Partei, weitere 280.318 Euro von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). 17.509 Euro lukrierte Hundstorfer von privaten Spendern, geht aus der am Sonntagnachmittag auf der Website publizierten Aufstellung hervor.

Die ÖVP hat für Andreas Khol bisher rund 1,57 Millionen Euro gespendet. Die Zuwendungen durch Personal- und Sachspenden beliefen sich bis zum 15. April auf 1.060.664 Euro von der Bundespartei, und 505.864 Euro von den Landesparteien. Dazu kommen 82.216 Euro von Privatspendern an den Khol-Verein sowie an die Partei. Khol weist auf seiner Webseite gemäß Fairnessabkommen vier Spender von mehr als 3.500 Euro aus. Das sind die Innsbrucker Alpine Water Produktions -u. Vertriebsgesellschaft mbH mit 10.000 Euro, Helmut Marsoner mit 5.000 Euro, Thomas Marsoner mit 10.000 Euro und Rudolf Gürtler mit 20.000 Euro.

Geldmittel für den Wahlkampf

Irmgard Griss hat ihre Förderer schon bisher laufend offengelegt. Dass sie im Dezember Großspenden von der Grazer Anwältin Cattina Leitner (100.000 Euro) und vom steirischen Wurstfabrikanten Ferdinand Sorger Senior (50.000 Euro) erhalten hat, ist somit bekannt. Im April hat sie durchschnittlich 10.000 Euro täglich eingeworben, womit das Ziel von zumindest einer Million Euro in Reichweite scheint. Dazu kommen noch Sachspenden, deren Wert Griss bisher aber nicht beziffert.

Zwar hat Griss auch Kleinspender (über 90 Prozent geben weniger als 1.000 Euro), gut die Hälfte der Einnahmen entfällt aber auf die 33 Spenden über 3.500 Euro. Hier finden sich vor allem Unternehmer, Juristen und Anwälte. Mit je 20.000 Euro dabei sind der Gründer des Preisportals geizhals.at, Marinos Yannikos, Veronika Piech aus dem Porsche-Clan und die Unternehmerin und frühere Wiener ÖVP-Bezirksrätin Kathrin Gürtler. Gesamtsumme: 843.598,75 Euro.

Alexander Van der Bellen finanziert seinen Wahlkampf überwiegend aus Parteimitteln. Als bisher einziger Kandidat hat er auch die Sachspenden der Partei (etwa für Personal, Büros und Plakatständer) explizit bewertet. Demnach kommt er auf 1,16 Mio. Euro an Geld- und 1,0 Mio. Euro an Sachspenden. Zusätzlich hat Van der Bellen noch 145.938,45 Euro an Spenden eingeworben, wie bei Griss vorwiegend kleinere Beträge. Die größeren Summen stammen durchwegs von Grünen Politikern – allen voran EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek (4.000 Euro), Salzburgs Landeschefin Astrid Rössler (3.000) und Bundessprecherin Eva Glawischnig (2.000). Ausreißer und bisher höchste Einzelspende: 20.000 Euro von Ökopionier Werner Lampert (“Ja!Natürlich”, “Zurück zum Ursprung”) und seinen Partnern. Gesamtsumme: 2,33 Mio. Euro.

Nur Lugner finanziert sich selbst

Norbert Hofer sammelt nach eigenen Angaben keine Spenden. Offengelegt hat er auf seiner Homepage daher lediglich die von der FPÖ bisher investierten knapp zwei Mio. Euro (1,907 Mio. Euro von der Bundespartei und 33.879,59 Euro von den formal noch eigenständigen Freiheitlichen in Kärnten). Anders als die Grünen hat Hofer keine Sachspenden ausgewiesen – ob die Partei z.B. die Kosten für die Mitarbeiter des Parlamentsklubs übernimmt, die für Hofers Kampagne arbeiten, war auf APA-Anfrage nicht in Erfahrung zu bringen. Laut Gesetz darf Hofer vom Parlamentsklub keine Spenden annehmen. Gesamtsumme: 1,94 Mio. Euro.

Last but not least: Richard Lugner finanziert seinen Wahlkampf nach eigenen Angaben selbst – hat also weder Großspenden noch Parteigelder zu melden, sondern eigene Geldmittel herangezogen.

(APA)

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