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Parkende weichen auf Währing aus, trotzdem kommt dort kein Pickerl

Viele Parkplatzsuchende weichen seit dem 1. Oktober auf Währing aus. Viele Parkplatzsuchende weichen seit dem 1. Oktober auf Währing aus. - © Vienna.at/ Alexander Blach
Besonders der 18. Bezirk ist von der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung betroffen. Dort gibt es zwar keine neuen Kurzparkzonen, aber gerade deswegen weichen viele Parkplatzsuchende – insbesondere Pendler -  auf Währing aus. Trotzdem möchte Bezirksvorsteher Karl Homole das Parkpickerl in seinem Bezirk nicht einführen.

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Seit Anfang der Woche ist es schwierig, in Wien-Währing einen Parkplatz zu finden. Grund dafür sind oft Pendler, die in anderen Bezirken ihr Auto nicht mehr abstellen können und die nun in Währing ihr Glück versuchen. Der Verdrängungseffekt sei zu erwarten gewesen, zeigte sich Bezirksvorsteher Karl Homole am Mittwoch wenig erstaunt. An die Einführung des Pickerls denkt er aber trotzdem nicht.

Neue Kurzparkzonen in Wien

Andere Bezirke außerhalb des Gürtels bzw. Bezirksteile wurden mit Anfang der Woche in eine Kurzparkzone umgewandelt. Lediglich Anrainer mit einer Ausnahmegenehmigung, dem sogenannten Parkpickerl, können dort ihr Auto länger abstellen. Doch Währing ist anders: Dort war von der Bezirksvorstehung eine Befragung angesetzt worden, die ein klares Resultat ergab: 64 Prozent der Bewohner sprachen sich gegen das Pickerl aus. “Ich war auch überrascht über das Ergebnis”, versicherte Homole heute. Er habe, so betonte er, das Parkpickerl in Währing nicht verhindert, sondern die Bürger gefragt. Und an diese Abstimmung werde er sich halten. Auch wenn er bestätigte, dass derzeit deutlich mehr Autos auf der Suche nach einem Stellplatz durch den Bezirk kreisen: “Das ist nicht zu verleugnen.” In manchen Gegenden gebe es kaum mehr Parkplätze.

Kein Parkpickerl für Währing geplant

Einen Antrag auf Einführung des Parkpickerls wird es laut Homole trotz des Gedränges auf der Straße nicht geben. Auch deswegen nicht, weil es dadurch nur erneut zu einer Verlagerung des Problems kommen würde, wie er versicherte: “Wir müssten im Bezirk eine Grenze ziehen, dann hätten wir den Krieg innerhalb des Bezirks.” Denn nicht nur in Währing, sondern auch in Hernals oder in Ottakring gebe es kaum mehr freie Plätze – außerhalb der Pickerlzonen. “Jetzt muss die große Politik eine Lösung finden”, forderte Homole. Die Stadt müsse nun endlich die Vorschläge für ein künftiges Modell der Parkraumbewirtschaftung präsentieren, über das bei der Wiener Volksbefragung kommendes Jahr abgestimmt werden soll. Noch höre man nämlich davon nichts. “Auch die Bezirke sind bei der Vorbereitung nicht eingebunden”, kritisierte Homole.

Opposition will Regelung aufheben

Die Opposition im Rathaus macht sich unterdessen für eine Aufhebung der neuen Parkpickerl-Regelung stark. Was sich seit Montag abspiele, übersteige die “schlimmsten Befürchtungen”, befand etwa Wiens VP-Chef Manfred Juraczka in einer Aussendung. Inzwischen würden sogar schon Unternehmer klagen, dass Arbeitnehmer aus dem Umland kündigen, weil sie sich die Parkgebühren nicht leisten können, berichtete der VP-Politiker. Nun sei es an der Zeit, die Notbremse zu ziehen und ein neues, sinnvolles Verkehrskonzept zu erstellen. Von “Wildwestszenen” berichtete FP-Klubchef Johann Gudenus. Beschimpfungen, Drohungen und aufgebrachte Anrainer seien direkte Folge der rot-grünen Verkehrspolitik. Der Verdrängungswettbewerb bringe in den neuen “Inkassozonen” nur wenig Erleichterung für die Autofahrer, in den angrenzenden Bezirksteilen bzw. Bezirken gehe es dafür rund. Auch Gudenus forderte, das Parkpickerl bis zur Volksbefragung auszusetzen.

Ungeachtet aller politischen Debatten wird es nun bald ernst. Die in den ersten Tagen gewährte Schonfrist endet: Autofahrer, die ab morgen, Donnerstag, in den neuen Pickerl-Bezirken ohne Pickerl oder Parkschein erwischt werden, müssen zahlen. Die Strafgebühr beträgt 36 Euro. (APA)

Alle Informationen zum Parkpickerl finden Sie hier.



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