Oscars 2016: Leonardo DiCaprio und “Spotlight” sind die großen Gewinner

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88. Oscars - Leonardo DiCaprio holt seinen Oscar als Hauptdarsteller
88. Oscars - Leonardo DiCaprio holt seinen Oscar als Hauptdarsteller - © APA/AFP/MARK RALSTON
Er hat ihn endlich: Der große Gewinner der diesjährigen Oscars ist Leonardo DiCaprio, der als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Abseits davon wurde eine souveräne Show geboten.

“Wenn Sie Gastgeber nominieren würden, hätte ich diesen Job nicht bekommen.” – Chris Rock, afroamerikanischer Moderator der 88. Oscars, hat den Stier bei den Hörnern gepackt und gleich zu Beginn der Gala die heurige Diskussion um eine rein-weiße Nominierungsliste in den Schauspieler-Kategorien in harter, direkter Manier angesprochen.

Chris Rock und die “weißen Oscars”

Er verstehe die Aufregung nicht, die sich im Vorfeld um den Umstand entsponnen hatte, dass zum zweiten Mal in Folge alle 20 Nominierten in den Schauspieler-Sparten Weiße sind: “Es sind die 88. Oscars – das bedeutet, das ist schon mindestens 71 andere Male passiert.” In den ersten Jahrzehnten habe nur niemand protestiert, weil es schlicht wichtigere Dinge gegeben habe: “Wenn deine Oma vom Baum hängt, ist es schwierig, sich darum zu kümmern, wer für den besten Kurzfilm nominiert ist.”

Relive Chris Rock’s highly anticipated #Oscars opening monologue presented by Samsung Mobile USA.

Posted by ABC Television Network on Sunday, February 28, 2016

Viele hätten ihm im Vorfeld geraten, die Moderation niederzulegen. “Das Komische ist: Niemand, der einen Job hat, sagt dir je, du sollst etwas hinschmeißen.” Er verstehe aber natürlich, dass sich Prominente wie Jada Pinkett-Smith über die Diskriminierung aufregen würden. “Es ist nicht fair, dass Will (ihr Ehemann, Anm.) nicht nominiert war. Und es war auch nicht fair, dass Will für ‘Wild Wild West’ 20 Millionen Dollar erhalten hat.” Die Forderung sei dabei glasklar: “Wir wollen, dass schwarze Schauspieler die gleichen Chancen bekommen – nicht nur ab und zu.” Am Ende setzte er noch eines drauf: “Klar, verdammt, ist Hollywood rassistisch”.

Die großen Gewinner der Oscars

Zum zweiten Mal infolge wurde Alejandro Gonzalez Inarritu bei den Oscars zum besten Regisseur gekürt. Ein Jahr nach seinem Sieg mit der Satire “Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)” holte der Mexikaner den begehrten Regiepreis für sein zwölffach nominiertes Rachedrama “The Revenant – Der Rückkehrer”.

Zuvor hatte sich Ennio Morricone endlich seinen ersten Oscar – für seine Partitur zu Quentin Tarantinos Western “The Hateful Eight” geholt. “Es gibt keinen großen Soundtrack ohne einen großen Film, der ihn inspiriert”, zeigte sich Morricone in seiner auf Italienisch gehaltenen Dankesrede bescheiden.

Leonardo DiCaprio holt sich ersten Oscar

Eine Hollywood-Newcomerin hat sich bei der 88.Oscar-Gala die höchste Schauspieler-Ehre gesichert: Brie Larson wurde für ihre bewegende Rolle der als Teenager entführten Joy Newsome in Lenny Abrahamsons Independentdrama “Room” als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Die Trophäe nahm sie aus den Händen von Vorjahresgewinner Eddie Redmayne gefasst entgegen.

Beim fünften Anlauf hat es also geklappt: Bei der 88. Oscar-Verleihung holte Leonardo DiCaprio endlich die begehrte Oscar-Statuette als bester Hauptdarsteller für “The Revenant”. “Überfällig” sei das gewesen, hieß es im Vorfeld von Fans, Medien und Branchenkennern. Immerhin liegt die erste glücklose Nominierung DiCaprios schon mehr als 20 Jahre zurück.

“Spotlight” bester Film

Überraschend holte sich nicht “The Revenant” den Oscar für den besten Film, sondern Spotlight”. Das Drama über die Aufdeckung der Investigativreporter der Zeitung “The Boston Globe” des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester konnte damit zwei Preise für sich reklamieren. Zuvor wurden Regisseur Tom McCarthy und Co-Autor Josh Singer bereits für das Original-Drehbuch ausgezeichnet.

“Dieser Film hat den Überlebenden eine Stimme gegeben – und der Oscar dient nun hoffentlich als Verstärker, damit diese Stimme ihren Weg bis in den Vatikan findet”, zeigte sich Produzent Michael Sugar bewegt über die Auszeichnung für das Aufdeckerdrama.

Lady Gaga setzte Statement

Pop-Sängerin Lady Gaga hat im Vorfeld der 88. Oscar-Verleihung auf dem roten Teppich auf das Problem sexueller Gewalt gegen junge Frauen aufmerksam gemacht. Eine von fünf Studentinnen sowie einer von 20 Studenten werde am College vergewaltigt, sagte die 29-Jährige.

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Die 29-Jährige sei selbst Überlebende sexueller Gewalt – wie auch Diane Warren, mit der sie den Oscar-nominierten Song “Til It Happens To You” geschrieben hat. Das Lied ist im Dokumentarfilm “The Hunting Ground” zu hören, in dem es um Vergewaltigungen am Universitätscampus geht. Lady Gaga performte den Song auf der Bühne des Dolby Theatre bei den 88. Oscars.

>> Die Gewinner der diesjährigen Oscars

>> Der Liveticker zum Nachlesen

>> Alle Bilder und Nachrichten rund um die Oscars

(Red./APA/Bilder: AP/APA/AFP)

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