Opernballdemo 2017 – “Eat the Rich”: Start in Rudolfsheim-Fünfhaus

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Demo rund um den Wiener Opernball.
Demo rund um den Wiener Opernball.
Unter dem Motto “Eat the Rich” gibt es zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Mobilisierung für eine Demonstration gegen den Opernball am 23. Februar.

Der Protest richte sich gegen ein “dekadentes Fest der Reichen”, wie die Veranstalter – die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) und der Kommunistische Studentenverband (KSV). Auf Flyern, die in ganz Wien ausgehängt und unter anderem auch bei der Demo gegen den Akademikerball verteilt wurden, wird der Treffpunkt um 18.00 Uhr bei der U3-Station Johnstraße beworben.

Die Polizei rechnet mit einem ruhigen Protest. “Wir gehen nicht davon aus, dass da etwas sein wird”, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Die Detailplanung werde erst am Mittwoch bei einer Besprechung festgelegt. Es sei allerdings immer mit vereinzelten Störaktionen bei der Oper zu rechnen. Deshalb gebe es auch eine entsprechende Innen- und Außensicherung des Hauses am Ring. Auch die Beamten des Landesamtes für Verfassungsschutz sind im Einsatz.

Protest startet im 15. Bezirk: Route

Der Startpunkt der Demonstration liegt im 15. Wiener Gemeindebezirk  – und sei “nicht zufällig gewählt”. “Rudolfsheim-Fünfhaus ist der ärmste Bezirk Österreichs. Durch diesen wird die Demonstration in die Innenstadt aufbrechen, um ein entschlossenes Zeichen gegen Armut und Arbeitslosigkeit und für die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums zu setzen,” heißt es von Seiten der Veranstalter.

Um 18.00 Uhr versammeln sich die Teilnehmer in der Johnstraße und gehen dann über die Hütteldorfer Straße – Märzstraße – Gürtel – innere Mariahilfer Straße zum Omofuma-Denkmal beim Museumsquartier, wo die Schlusskundgebung stattfindet. Lang betonte, es habe nie den Plan gegeben, den Protest direkt zur Staatsoper zu tragen. Die KJÖ erwartet rund 500 Teilnehmer, ein Bus aus Linz inklusive.

Demo vor dem Wiener Opernball: “Eat the Rich”

Das Motto “Eat the Rich” ist ähnlich wie bei einigen früheren Opernballdemos, die vor allem Ende der 1980er-Jahre immer wieder in Ausschreitungen gemündet hatten. David Lang, Bundesvorsitzender der KJÖ, betonte allerdings auch den Unterschied zu jenen Demonstrationen: Der Marsch am Donnerstag habe “keinen konfrontativen Charakter”.

Die Veranstalter sehen “viele gute Gründe”, gegen den Opernball zu protestieren, sagte Lukas Haslwanter, der bundesweit für die Mobilisierung zur Demo zuständig ist. Die Lohnentwicklung gehe nach unten, die Mieten nach oben. Mehr als 18 Prozent der Bevölkerung seien armuts- und/oder ausgrenzungsgefährdet. Das Problem der Armutsgefahr betreffe besonders Studenten.

Sperren und Blockaden, aber keine Terrorbedrohung

Zu rechnen sei auch immer mit Blockaden der Zufahrten. Die Aufgabe der Exekutive umfasse die Ermöglichung der reibungslosen Zu- und Abfahrt der Ballgäste, die Begleitung der Staatsorgane, die Innen- und Außensicherung der Oper sowie eine Vorfeldsicherung, auch mit Sprengstoffspürhunden.

Eine konkrete Terrorbedrohung gebe es nicht, betonte Maierhofer. Die speziellen Abwehrmaßnahmen in dieser Hinsicht seien im Vergleich zu den Bällen vor einigen Jahren zwar erhöht, im Vergleich zu den Bällen vor zwei Jahren aber in etwa auf dem gleichen Level. Eine Sperrzone rund um die Oper mit Platzverbot ist übrigens nicht geplant.

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(APA/Red.)

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